Ist Braun das neue Hell?

So verschieden die Geschmäcker sind, so trefflich lässt sich darüber streiten. Derzeitiger Zankapfel ist der Kopfbau des neuen Vilgertshofer-Areals in der Münchner Straße. Um diesen ging es auch am Dienstagabend im Gemeinderat. Dabei stand er eigentlich nicht auf der Tagesordnung.

Das neue Wohngebäude auf dem ehemaligen BayWa-Gelände gefällt nicht jedem.
Das neue Wohngebäude auf dem ehemaligen BayWa-Gelände gefällt nicht jedem.

Der Gemeinderat hatte eigentlich über den Bebauungsplan für das Areal hinter dem Bau entscheiden sollen. “Da hatten wir eine Parallelerschließung angestrebt, um den Hochgehweg etwas autofreier zu bekommen”, sagt Geschäftsleiter Robert Haunschild.

36 Wohnungen sollen dort gebaut werden. Im Jahr 2016 will ein Investor mit dem Bau beginnen. Die Schreinerei Vogl, auf deren Gelände dies geschehen soll, siedelt ins Gewerbegebiet um. Der alte Baywa-Abzeig bleibt Hauptzufahrt für das Gebiet. Eine zweite Zufahrt dient nur den Baufahrzeugen – nach den Arbeiten der Müllabfuhr und dem Rettungsdienst.

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Hellbraun gefällt nicht

Am Hochgehweg dürfen noch die vier Bäume versetzt werden: Also die alten werden gefällt und neue gepflanzt. Mit diesem Paket zeigte sich der Gemeinderat einverstanden. Nur Ulrike Küster (Grüne) und Kathrin Simmel stimmten gegen den Bebauungsplan. Simmel begründete ihre Entscheidung damit, bei der Aufstellung noch nicht im Amt gewesen zu sein.

Ärger gab es im Gegensatz für den längst genehmigten und gerade fertig werdenden Kopfbau des Areals. Hell sollte die Fassade gestaltet sein, steht im Bebauungsplan. Aber das Hellbraun gefällt vielen nicht: Kathrin Simmel (SPD) sprach von einer “Bausünde”. Elisabeth Dasch (SPD) sagte der Bau sei schiach. Dieses Ergebnis habe man bei der Genehmigung nicht vorhersehen können.

Leser kritisieren Vilgerts-Bau

Ausgelöst wurde die Diskussion durch einen Artikel der Holzkirchnerei, in dem die Gestaltung der Fassade zuerst kritisiert wurde. Auf unseren Artikel hin meldeten sich auch einige Leser zu Wort:

Des schaut aus wie ein neu angemalter Plattenbau im Osten

schrieb beispielsweise Heimat<3. Als "verunstaltet und nicht bodenständig" schreibt Bürger aus Holzkirchen. Besorgte Leserin vermisst einen Aufschrei seitens des Gemeinderats und der Verwaltung gegen einen "wohl nach Gutsherrenart herrschenden Bauträger oder Investor, der sich am zentralen Ortsbild versündigt". Kurz: Die Aufregung ist groß.

Aber: "Hell muss nicht weiß sein", stellte Bauamtsleiter Karl Herbst am Dienstagabend klar. Robert Wiechmann (Grüne) erinnerte daran, dass der Gemeinderat erreicht habe, was er will: Nämlich eine Verdichtung und das zähle. Ihm gefalle die braune Farbe aber auch nicht, sagte er.

Zu Geduld mahnt man derweil aus dem Rathaus. Denn noch ist das Gebäude gar nicht fertig, sagt Geschäftsleiter Robert Haunschild. Der Bauherr habe versucht, mit den Vorsprüngen etwas Leben in die Fassade zu bekommen. Darüber lässt sich schon diskutieren, vor allem weil es ein so zentraler Platz ist. Dennoch sollte man auf das Endergebnis abwarten:

Man kann das Gebäude erst dann bewerten, wenn der Vorplatz fertig gebaut ist, die Baucontainer entfernt sind und wenn die Bäume gepflanzt sind. Dann kann das nochmal ganz anders aussehen.

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