Ist ein Neubau realistisch?

Wie geht es weiter mit dem Wiesseer Badepark? Die Bürger der Gemeinde dürfen am Sonntag abstimmen – Abriss oder nicht? Aber ist ein Neubau eigentlich realistisch? Was, wenn die übrigen Kommunen sich nicht an einer Umsetzung beteiligen wollen?

Soll der Badepark abgerissen werden oder nicht? Mit dieser Frage sollen sich nun die Wiesseer Bürger beschäftigen.

Was mit dem Wiesseer Badpark geschieht, dürfen die Bürger am Sonntag, den 27.9., entscheiden. Bürgermeister Robert Kühn und sein Gemeinderat sind ganz klar für den Abriss des alten Gebäudes und die Errichtung eines neuen Badeparks. Der Badepark sei in einem derart maroden Zustand, dass eine Kernsanierung nötig wäre.

Die Technik sei in einem katastrophalen Zustand. Laut einer von der Gemeinde angeordneten Risikobewertung steigt die Gefahr technischer Ausfälle in den nächsten zwei Jahren derart, dass der Betrieb eingestellt werden muss. Wie der Merkur berichtet, ist bei einem Neubau des Badeparks laut Gemeinde „von einer kompletten Fremdfinanzierung auszugehen“. Momentan ist die Rede von 30 Millionen Euro für einen Neubau. Schon früher hatte die Gemeinde Bad Wiessee immer wieder betont, dass der neue Badepark ein gemeinsames Projekt aller Talgemeiden werden müsse. Soll heissen: ohne Unterstützung der Nachbarkommunen klappt es nicht.

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Bürgermeister Hagn optimistisch, aber vorsichtig

Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn ist gegenüber dem Projekt und der Bürgerbeteiligung grundsätzlich positiv eingestellt. Trotzdem sei er aufgrund vergangener Erfahrungen mit der Spielbank vorsichtig. Ihm ist wichtig, dass alles vorab geklärt und genau festgelegt ist. Ohne eine gute juristische Basis und genau festgelegte Rahmenbedingungen würde er sich nach eigenen Angaben eher nicht auf eine Defizitvereinbarung einlassen. Denn „man bindet sich und die Zukunft des Badeparks hängt somit auch vom wirtschaftlichen Erfolg der einzelnen Kommunen ab“, so Hagn.

Man muss gut kalkulieren

Schließlich stehen die anderen Gemeinden ebenfalls vor größeren Investitionen. Als Beispiel nennt er hier die Maiklinik in Kreuth und den Bau des neuen Feuerwehrhauses in Tegernsee. Wichtig wäre für den Tegernseer Bürgermeister, dass das Projekt keine Konkurrenz zur Seesauna in Tegernsee darstellt, denn er könne ja keine Konkurrenz mitfinanzieren. Abgesehen davon hält er das Projekt aber für sehr wichtig und sinnvoll, zum einen als Schlechtwetterangebot für Touristen, zum anderen für Jugend und Familien im Tal.

Bezüglich des Bürgerentscheides am Sonntag erwartet Hagn eine deutliche Entscheidung zugunsten eines Abrisses. Alleine schon weil der amtierende dritte Bürgermeister Rolf Neresheimer hinter dem Vorhaben steht und damals bei den Bürger sehr gute Ergebnisse erzielen konnte, erwartet Hagn, dass eben diese Bürger sich bei der Entscheidung beteiligen und für einen Neubau stimmen werden.

Erst gegen Abriss – jetzt dafür

Vor sechs Jahren noch war Rolf Neresheimer strikt gegen einen Abriss des Badeparks. Bei einem Infoabend der Wieseer CSU 2014, damals noch als Herausforderer des ehemaligen Bürgermeisters Höß im Kampf um das Bürgermeisteramt, empörte er sich: „Das stinkt für mich zum Himmel, dass man den Badepark schlechtrechnet, um ihn abreißen zu können“.

Mittlerweile hat er eine 180-Grad-Wende hingelegt und stehe „voll hinter dem Bau eines neuen Badeparks“, sagt er auf Nachfrage. Grund dafür: Er habe gesehen, dass es rein wirtschaftlich und aus Sicht nachhaltiger Aspekte einfach nicht sinnvoll ist, auf Basis des alten Gemäuers aufzubauen.

Neresheimer erwartet klares Ergebnis

Nun demonstriert er also Einheit mit den Mitgliedern des Wiesseeer Gemeinderats und hofft auf eine große Wahlbeteiligung. „Ich hoffe, dass sich die Menschen für das Thema interessieren und einsetzen”, erklärt Neresheimer. Er rechne mit einer deutlichen Mehrheit von Stimmen für einen Neubau des Badeparks. „Vielleicht sogar um die 70 Prozent“, präzisiert er. Auf die Frage, ob die Grundstücksfläche nicht etwas knapp bemessen sei, um ein umfangreiches Badeparkmodell inklusive Sauna und Gastronomie zu erstellen, antwortet Neresheimer:

Wir haben nichts anderes, das ist die Basis, auf der wir arbeiten können.

Auch den Neuerwerb eines anderen Grundstücks schließt er aus. Es muss also alles auf vorhandenem Grund realisiert werden.

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