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Schilder für Wildschutz an der Rotwand geklaut

Ist Wanderern Wildschutz wirklich so egal?

Von Redaktion

320 Hektar sollen von Wanderern und Tourengehern im Rotwand-Gebiet zu gewissen Jahreszeiten nicht betreten werden. Der Grund: vom Aussterben bedrohte Tierarten müssen geschützt werden. Aber so mancher scheint darauf keine Lust zu haben. Das Entsetzen über die neueste Entdeckung ist groß.

Das Schild für das Betretungsverbot des Wildschutzgebiets wurde abmontiert / Quelle: LRA Miesbach

Die Schilder haben nicht einmal einen Monat gehalten: Zwei Schilder, die auf das neue Wildschutzgebiet im Rotwand-Gebiet hinweisen und erst zum 1. Dezember 2021 aufgestellt wurden, wurden Ende Dezember beschädigt und entwendet. Das eine Schild stand im Bereich der Sandbichler Alm, das andere im Bereich Auerspitz Gipfel.

Es handelte sich jeweils um ein Dreiecksschild „Wildschutzgebiet“ und eine Informationstafel zum Betretungsverbot. Ein Schild wurde in einem nahegelegenen Latschenfeld gefunden, das andere bleibt verschwunden. “Die Pfosten der Schilder waren durch Schrauben mit den einbetonieren Bodenhülsen verbunden. Zur Entfernung der Schilder musste also entsprechendes Werkzeug verwendet werden”, teilt das Landratsamt Miesbach mit.

Das Entsetzen ist groß

Nach zwei Jahren intensiver Abstimmung mit Landwirten, Forstbetrieb Schliersee, Touristikern der Alpenregion Tegernsee Schliersee und Naturnutzervertretern des Deutschen Alpenvereins erließ das Landratsamt Miesbach erst Ende November eine Schutzgebietsverordnung. Diese besagt, dass zwischen 1. Dezember und 14. Juli eines jeden Jahres ein Betretungsverbot in einem 320 Hektar großen, nicht zusammenhängenden Gebiet rund um Lempersberg, Benzingspitz, Wildes Fräulein/Jägerkamp und Maroldschneid gilt. Das Gebiet liegt in den Gemeinden Fischbachau, Schliersee und Bayrischzell.

Grund für das Wildschutzgebiet ist der Schutz vom Aussterben bedrohter Tierarten: Statt der möglichen 150 leben aktuell nur noch 25 Birkhühner in diesem für sie letzten Rückzugsgebiet in den bayerischen Alpen. Über Jahre hinweg konnten die Hühner nicht ungestört brüten und ihren Nachwuchs aufziehen, wurden ständig von Skitourengehern und Wanderern zur Flucht gezwungen. Das Wildschutzgebiet soll zur Erholung der Population beitragen.

“Um Naturnutzer nicht grundsätzlich auszusperren und um für Verständnis zu werben, wurden einige Ausnahmen auf beliebten Wanderwegen erlaubt und sogar ein neuer, alternativer Wandersteig angelegt”, heißt es weiter. Trotzdem scheint die Sperrung des Gebiets nicht von allen akzeptiert zu werden. Hier ist nochmal alles zum Wildschuztgebiet Rotwand mit Kartenmaterial nachzulesen.

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