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Ambitionierter Zeitplan für neues Kletterzentrum

„Aufwärts“ geht es jetzt in Weyarn

Von Daniela Otto

Eigentlich sollte das neue Kletterzentrum in Miesbach entstehen, doch das hat nicht geklappt. Nun darf sich die Gemeinde Weyarn über die Sportanlage freuen. Dabei zeigen sich die Initiatoren ehrgeizig: Entstehen soll nichts Geringeres als Deutschlands innovativstes Zentrum für therapeutisches Klettern. Und das in Rekordzeit.

Im Idealfall beginnt der Bau der neuen Kletterhalle in Weyarn noch dieses Jahr.
Im Idealfall beginnt der Bau der neuen Kletterhalle in Weyarn noch dieses Jahr.

„Wir begrüßen das geplante Kletterzentrum sehr. Für die Gemeinde ist das eine gute Einrichtung“, sagt Johann Walser von der Gemeinde Weyarn. Eigentlich sollte das Kletterzentrum in Miesbach gebaut werden. Dort war alles bereits in trockenen Tüchern. Mit der einstimmigen Zustimmung des Miesbacher Stadtrates war das Projekt gut auf den Weg gebracht worden.

Doch die im Nachgang nicht im Sinne des Fördervereins verlaufenden Verhandlungen rund um das Grundstück machten es erforderlich, nach einem alternativen Standort Ausschau zu halten. Somit hat nun Weyarn den Zuschlag erhalten. Dies teilte Bürgermeister Leonhard Wöhr auf der letzten Gemeinderatssitzung mit.

Andreas Huber bedauert es, dass das Projekt in Miesbach nicht realisiert werden konnte. Als Vorsitzender müsse er jedoch die Interessen des Vereins vertreten und zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei Weyarn die bessere Option.

Über den alternativen Platz zu Miesbach ist Huber dennoch glücklich: „Ich bin super froh, dass wir Weyarn bekommen haben“, so der 24-Jährige. Huber betont besonders die zentrale Lage an der Autobahn sowie die Lage in der Mitte von mehreren Landkreisen. Hinzu kommt die Nähe zu zahlreichen öffentlichen Institutionen im Miesbacher und Holzkirchner Raum.

Derzeit entsteht der Bebauungsplan

Auch in der Gemeinde freut man sich auf auf die Zusammenarbeit: „Wir haben bei allen Gesprächen einen absolut positiven Eindruck“, sagt Walser. Auf beiden Seiten zeigt man sich zuversichtlich, dass der Realisierung des Projektes nichts mehr im Wege steht. In Weyarn habe man alles „abgecheckt“, was von Wichtigkeit sei, wie beispielsweise die angestrebte Höhe von 16 Metern.

In der Gemeinde selbst befasst sich derzeit der Dorfplaner mit der Erstellung des Bebauungsplanes. Dieser soll bis zur nächsten Gemeinderatssitzung am 25. Juni fertig sein. Wie Walser erklärt, müsse der fertige Plan dann noch die zwei obligatorischen öffentlichen Auslegungsrunden durchlaufen. „Es wird etwa ein Viertel Jahr bis zur Rechtskraft dauern“, so Walser.

Die Anlage legt einen Fokus auf therapeutisches Klettern.
Die Anlage legt einen Fokus auf therapeutisches Klettern.

Wenn alles gut geht, kann der Bau bereits im Herbst beginnen. Huber rechnet von einer Bauzeit von vier bis fünf Monaten: „Wahrscheinlich kann die Halle Anfang nächsten Jahres eröffnen.“ Dabei soll sich das Kletterzentrum insbesondere durch eine therapeutische Ausrichtung auszeichnen.

Therapeutisches Klettern steckt noch in den Kinderschuhen. Wir wollen DAS Kletterzentrum im therapeutischen Bereich werden.

Für den therapeutischen Bereich soll es eigene Räume mit speziellen Wänden geben. Dabei richtet sich das therapeutische Klettern an jede mögliche Form der Behinderung, sei sie physisch oder psychisch. „Jeder Mensch kann klettern“, sagt Huber.

Klettern kann auch Kindern mit ADHS helfen

Eine Wand hochzuklettern könne vielen Menschen Zuversicht geben. „Außerdem kann Klettern dabei helfen, hyperaktive Kinder mit ADHS runterzubringen“, sagt Huber, der in Weyarn nicht nur neue Konzepte in diesem therapeutischen Bereich erarbeiten, sondern auch neue Zielgruppen erreichen will.

Huber ist zielstrebig und ambitioniert. Motivation für das Projekt sei die Zeit gewesen, die er in einem Blindeninstitut gearbeitet habe. Ein halbes Jahr war er dort im Einsatz. „Das hat mich am meisten geprägt“, sagt er und fügt hinzu: „Klettern ist eine faszinierende Sache. Oben anzukommen ist ein tolles Gefühl.“

Dieses Gefühl will er möglichst vielen Menschen vermitteln. Und er macht selbst den Skeptikern Mut: „Man braucht keine lange Zeit, um das zu lernen.“

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