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Was bringt eine PR-Aktion in Hamburg für das Tal?

Werbung, die durch den Magen geht

Von Lydia Dartsch

Die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) geht neue Wege im Marketing. Einen kleinen Einblick erlaubte die jüngste Veranstaltung in Hamburg. Um den Tegernsee in Deutschland zu vermarkten, lud TTT-Chef Georg Overs 27 Journalisten in der Hansestadt zum Essen ein.

Dass solche Einladungen allerdings nicht immer automatisch auch den gewünschten Erfolg bringen, zeigte zuletzt ein Artikel in einer renommierten Zeitung.

Insgesamt 27 Fachjournalisten sollte der Mund nach dem See wässrig gemacht werden. Hier in der Versuchsküche von Gruner & Jahr.
Insgesamt 27 Fachjournalisten sollte der Mund nach dem See wässrig gemacht werden.

Die ganze Welt soll vom schönen Tegernseer Tal erfahren. Dafür gibt es die Tegernseer Tal Tourismus GmbH. Und die rührt sich oder lässt dafür in den Kochtöpfen der Gourmet-Köche rühren: „Wir haben schon ein paar Zusagen für redaktionelle Beiträge bekommen“, sagt Georg Overs zum Ergebnis des Ausflugs in die Hanse- und Medienstadt. Namen der Medien oder der Journalisten will er nicht nennen. In manchen Fällen, deutet er an, sei eine solche Zusage auch damit verbunden, Anzeigen zu schalten.

Vor allem Autoren von Kulinaristik-Magazinen seien Ende Juni zu den Pressegesprächen eingeladen worden – insgesamt 27 Personen, die am ersten Abend in der sogenannten „East Private Kitchen“ des East Hotels verköstigt wurden und am zweiten Tag in der Versuchsküche von Gruner & Jahr. Die Kosten dafür halten sich nach Angaben Overs‘ „in überschaubarem Rahmen“: Reise- und Hotelkosten.

„Ehrenamt“ oder honorarfreie Selbstvermarktung?

Für das Kitzeln am Gaumen servierte Michael Fell vom Relais & Châteaux Park-Hotel Egerner Höfe unter anderem das Tegernseer Schnitzel. Georg Ertl vom Gasthof Aibl karamellisierte seinen Kaiserschmarrn als Spezialität des Hauses. „Das haben die beiden ehrenamtlich gemacht“, sagt Overs und meint damit, dass die Gastronomen für ihren Auftritt kein Honorar verlangt haben.

Interessant für die TTT sei Hamburg vor allem als Medienstadt, sagt Overs. Etwa einmal im Jahr werden diese Städte wie Berlin, Köln und München besucht und Fachjournalisten eingeladen, die im Anschluss über die Region schreiben sollen. „Die Journalisten werden dadurch auf uns als Genießerregion aufmerksam.“ Sie bemerkten, dass sich etwas im Tal tut. „Da haben sie genug zu berichten“, sagt er.

So sei die hohe Dichte an Spitzengastronomie am Tegernsee ein Alleinstellungsmerkmal der Region. Aber auch andere Projekte wie der Tegernseer Advent, der neue Panoramawanderweg, die sanften Wintersportmöglichkeiten oder die „Deandl-Tage“ seien bei den Zuhörern auf großes Interesse gestoßen.

Betreute Recherche zu den Seefesten

Auch rund um den See sei man aktiv, sagt Overs. Neben Vermarktungsstrategien durch PR und Online-Marketing betreue man auch Journalisten, die für ihre Recherchen ins Tegernseer Tal kommen, „beispielsweise gerade zu den Seefesten, die ja bald wieder stattfinden“, sagt er.

Das Presse-Essen in Hamburg bezeichnet der TTT-Chef in der Pressemitteilung und auf Nachfrage zwar als „rundum gelungene und erfolgreiche Veranstaltung“, wie viel sie am Ende aber nützt, kann er noch nicht absehen: „Den Erfolg solcher Aktionen kann man erst auf lange Sicht bewerten.“ Die direkte Auswirkung einer PR-Reise auf konkrete Buchungszahlen ist dagegen nie nachvollziehbar.

Fundamentalkritik am Tegernsee

Überhaupt ist das mit dem Erfolg solcher PR-Aktionen so eine Sache, wie ein jüngst in der FAZ erschienener Artikel aufzeigt. Auf Einladung des Lanserhofs machte sich die Redakteurin auf den Weg ins Oberland, um das Tegernseer Tal zu entdecken.

Was das Marketing des Lanserhofs wohl als positive Werbung für sich und die Region geplant hatte, schlug sich am Ende in einem Artikel nieder, der einer Fundamentalkritik am Tegernseer Tal gleich kommt. Denn von der schönen Natur und ein paar netten Menschen sowie gutem Kuchen mal abgesehen, lässt die Redakteurin wenig Positives übrig. Was vermeintlich „Premium“ ist, kommt bei ihr unter die Räder. Und so kann eine bezahlte PR-Reise auch mal nach hinten losgehen.

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