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Problem der Jugendkriminalität im Tal

Mehr Drogen, mehr Randale

Von Minh Schredle

Wie kriminell geht es rund um den Tegernsee zu? Dieser Frage wurde heute in einem Sicherheitsgespräch zwischen der Polizeiinspektion Bad Wiessee und den Bürgermeistern der verschiedenen Talgemeinden nachgegangen. Die insgesamt erfreulichen Zahlen werden durch eine Entwicklung getrübt: Die Jugendkriminalität hat deutlich zugenommen.

Insbesondere wegen Drogen ist die Jugendkriminalität im vergangenen Jahr gestiegen.
Insbesondere wegen Drogen und Sachbeschädigungen ist die Jugendkriminalität im vergangenen Jahr gestiegen.

In der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2014 werden insgesamt 997 Straftaten aufgeführt – das sind 7,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Den stärksten Rückgang der Kriminalität gab es in Gmund: Hier sank die Zahl der Straftaten um 41,4 Prozent. In Bad Wiessee gab es dagegen einen Anstieg um 23,1 Prozent.

Die meisten Straftaten wurden, wie bereits in den Vorjahren, in Rottach-Egern erfasst. Allerdings ist hier die Entwicklung stark rückläufig: 2012 gab es noch 349 erfasste Straftaten, 2014 waren es nur noch 249.

Weniger Gewalt

Wichtig ist für alle Zahlen: In der Polizeistatistik finden sich nur diejenigen Delikte wieder, in denen die Polizei auch ermittelt hat. Somit ist eine Statistik zwar ein sehr guter Indikator – allerdings sollte man Aussagen über die tatsächliche Kriminalität mit Vorsicht genießen, weil sich die Dunkelziffer nicht statistisch erfassen lässt.

Morde, Totschläge und fahrlässige Tötungen hat es nicht gegeben. Und auch die Zahl der Körperverletzungen ist um rund 10 Prozent zurückgegangen. Bei dem Großteil der Delikte handelte es sich um einfache oder leichte Körperverletzungen, in nur sechs Fällen musste die Polizei wegen gefährlicher oder schwerer Körperverletzung ermitteln.

Einbrecher sind weitergezogen

Auch die Anzahl der Einbrüche ist deutlich gesunken: In Wohnungen beträgt der Rückgang 23,5 Prozent, in Geschäften sogar 61,9 Prozent. Das ist nach den Einbruchserien in der Rottacher Seestraße 2013 eine erfreuliche Entwicklung. Auch die Rauschgiftkriminalität ist rückläufig: von 74 Fällen in 2013 auf 65 Fälle in 2014.

Im Gegensatz zur insgesamt positiven Entwicklung stehen die Fallzahlen bei Sachbeschädigung: Der Vandalismus hat um 35 Prozent zugenommen. 77 Fälle wurden hier aufgenommen. Die Schadenssumme beläuft sich nach Angaben der Polizei auf insgesamt knapp 100.000 Euro.

Jugendkriminalität nimmt zu

Ebenfalls negativ sind die Entwicklungen bei der Jugendkriminalität: 2013 waren Kinder, Jugendliche und Heranwachsende für etwa 16 Prozent der verübten Straftaten verantwortlich. Im Jahr 2014 ist ihr Anteil auf 25,5 Prozent angestiegen. Hier gab es eine deutliche Steigerung bei Drogendelikten und bei Sachbeschädigungen.

So wurden erst im Februar die Taten des Tegernseer Drogentrios aufgedeckt, von denen mindestens ein Täter wohl noch unter das Jugendstrafrecht fällt. Zudem hatte im April eine Gruppe von Jugendlichen unter Alkoholeinfluss ein Verkehrsschild umgeknickt und in den See geworfen.

In Rottach-Egern kam es gestern Nacht zu mehreren Einsätzen vor einem neueröffneten Club.
Im Rottacher Bermuda-Dreieck kommt es auch immer wieder zu Randale.

Dabei hatte man sich im vergangenen Jahr noch für die niedrige Jugendkriminalität gerühmt. „16 Prozent gibt es weit und breit nicht“, sagte Polizeichef Sigel damals. Dieses Jahr gab es keine Angaben darüber, wie man im landesweiten Durchschnitt dasteht.

Die Presse muss sich bei ihrer Berichterstattung auf eine Meldung verlassen, die von der Polizei versendet wurde – das Sicherheitsgespräch selbst fand nur zwischen der Polizei und den Bürgermeistern statt. Die Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen. Paul Knott, der stellvertretende Dienstleiter der Polizeiinspektion Bad Wiessee, begründet das folgendermaßen: „Das machen wir so, weil wir es schon immer so gemacht haben.“


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