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Bootsliegeplätze am Tegernsee sind Mangelware

Kein Platz für Segelboote?

Von Nina Häußinger

Die Bootsliegeplätze am Tegernsee sind hart umkämpft: Wer nicht Mitglied im Verein ist, muss sich auf lange Wartezeiten gefasst machen. Doch wie kommt man an eine „Boje“ für sein Segelschiff und welche Alternativen gibt es?

Stegplätze für Segelboote am Tegernsee sind sehr beliebt.

Für Viele ist es ein Traum: Mit dem eigenen Segelboot gen Sonnenuntergang über den Tegernsee gleiten. Doch wer diesen Traum in die Realität umsetzen will, sollte bereits jetzt einige Vorkehrungen treffen. Denn die durchschnittliche Wartezeit für einen privaten “Parkplatz” für’s Boot beträgt derzeit sieben Jahre. Erst dann kann ein Bootseigentümer sein Gefährt an einer Boje der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung abstellen.

Als Grundeigentümer des Tegernsees – und somit auch der Bootsliegeplätze – vergibt der Freistaat Bayern vertreten durch die die Seen- und Schlösserverwaltung einen privatrechtlichen Gestattungsvertrag an alle Interessenten, so Sprecherin Cordula Mauß. “Nur werden diese Verträge nach dem Prinzip einer Warteliste verteilt”, erklärt sie weiter. Hält man den Gestattungsvertrag nach sieben Jahren Warten dann endlich in den Händen, ist dieser wiederum nur sieben Jahre lang gültig – dann geht das Prozedere von vorne los.

Insgesamt werden um den Tegernsee rund 190 staatliche Bojenplätze von der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung vergeben. Derzeit seien laut Sprecherin Mauß alle belegt. Trotz großer Nachfrage ist eine Ausweitung der Anzahl an Liegeplätzen aber nicht geplant, um die Gesamtbelastung des Sees mit Freizeitaktivitäten nicht weiter zu erhöhen.

Staatlich versus privat

Für eine dieser staatlich vergebenen Bojen muss der Bootseigentümer ein Nutzungsentgeld von knapp 540 Euro bezahlen – im Vergleich zu einem privaten Bootsliegeplatz die deutlich günstigere Variante. Hier schließt nämlich beispielsweise der Sportverein oder der Yachtclub die Verträge mit der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung ab. Somit wird neben der intern geregelten Bojengebühr dann noch ein Mitgliedsbeitrag fällig.

So zum Beispiel beim Prasserbad in Rottach-Egern: Dort liegt die jährliche Miete je nach Größe es Boots zwischen 1.200 und 1.500 Euro. „Der Preis setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen“, so der Betreiber Michael Barth. Dazu gehören neben den Materialkosten für die Bojen auch die Gebühren der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung, die Kosten der jährlichen Kontrolle der Bojen und die Größe des Schiffes.

Am Yachtclub am Tegernsee e.V. gibt es sogar vier verschiedene Kategorien an Liegeplätzen: Plätze für Jollen auf der Wiese, Plätze für offene Kielboote auf dem geteerten Bereich und Plätze für Kielboote an Bojen oder am Steg. Die Preise für die Plätze an Land liegen zwischen 120 (Jugend) und 500 Euro pro Jahr und die Preise an Bojen und am Steg zwischen 800 und 950 Euro.

Mitglieder haben Vorrang

Auch dort richtet sich die Gebühr nach der Kategorie und nach der Größe des Bootes. „Die Vergabe erfolgt ausschließlich an Mitglieder. Doch die kurzzeitige Überlassung an Nichtmitglieder wird individuell behandelt“, so Alexander Oswald, 1.Vorsitzender des Tegernseer Yachtclubs. Mitglieder nutzen diesen Platz dann über mehrere Jahre hinweg – verständlich bei der großen Nachfrage.

Eine weitere Alternative bietet das Sailingcenter in Bad Wiessee. Dort können Segler, die nur unregelmäßig segeln, sich die Yachten ausleihen. Ähnliche Angebote gibt es auch an anderen Standorten rund um den Tegernsee. Es gibt also doch noch Möglichkeiten für Träumer, die Segel zu hissen und den Tegernsee vom eigenen Boot aus zu genießen.


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