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Sternsinger in Holzkirchen unterwegs

Kinder gehen für Kinder auf die Straße

Von Nina Häußinger

„Wir kommen zu euch aus einem fernen Land und werden Kaspar, Melchior und Balthasar genannt!“ Ein Sternsinger-Gsatzl ist in diesen Tagen ein vielgesprochenes Gedicht. Vor allen Haustüren tragen Kinder in und um Holzkirchen ihre Texte und Lieder vor, um Geld für arme Kinder zu sammeln. Die Sternsingeraktion ist bundesweit eine riesige Spendenaktion.

Die Sternsinger sind in diesen Tagen wieder in Holzkirchen unterwegs / Quelle: Ministranten Holzkirchen

Viele Kinder sind seit dem 2. Januar in Holzkirchen im Einsatz. Täglich stapfen sie in Vierer-Gruppen von Haus zu Haus und verkündeten die Geburt Jesus. Sie tragen ein Gedicht vor, singen ein Lied und segnen das Haus. Auf den Türrahmen wird mit Kreide die Jahreszahl und die Buchstaben „C + M + B“ geschrieben.

Wider dem allgemeinen Volksglauben bedeutet das nicht Caspar, Melchior und Balthasar, sondern Christus Mansionem Benedicat – Christus segne dieses Haus. Außerdem haben die Sternsinger ein Weihrauchfassl mit dabei und räuchern den Hauseingang. Eine Sternsingermädchen aus Holzkirchen warnt vor Gefahren:

Wenn man das Weihrauchfass überdreht oder versucht, damit einen Achter in der Luft zu schleudern, geht es kaputt und die Kohle fällt raus.

Vor den Leuten wäre das natürlich peinlich und wie sie findet, auch ein bisschen unwürdig, erklärt das Mädchen in einem Bericht. Die Holzkirchner gehen die Sternsingeraktion sehr professionell an. Es gibt ein Sternsingerbüro bei dem man telefonisch vieles erfahren kann. Während der ganzen Aktion gibt es Helfer, die freundlich und hilfsbereit weiterhelfen. Auch online sind die Holzkirchner Sternsinger höchst professionell aufgestellt. Dieser Dienst wird ehrenamtlich von den Gruppenleitern der Ministranten übernommen.

Wen man den Besuch der Sternsinger nicht verpassen möchte, kann man beispielsweise auf der Homepage der Ministranten auf einer Liste nachschauen, wann die eigene Straße in etwa dran kommen wird. Die Ministranten sind also top organisiert. Doch nicht nur „Minis“ sind bei der Aktion dabei. „Einfach jeder der Lust hat“, erklärt Sophie, eine der Organisatorinnen. In Holzkirchen ist es ungezwungen: „Manche Kinder gehen nur einmal, andere 6 Mal, je nachdem wie man Zeit und Lust hat.“

Kinder helfen Kinder und mögen gerne Süßes

In der Marktgemeinde gehen die gesammelten Spenden – jährlich zwischen 12.000 und 13.000 Euro – seit 18 Jahren an das Kinderdorf „Hogar Jesus Nino“ Puerto Rico in Argentinien. Es bietet eine Heimat für 32 elternlose Kinder und Jugendliche. Finanziert werden vor allem Nahrungsmittel, Kleidung, medizinische Versorgung und Schulgebühren.

„Den Kindern ist es schon bewusst, dass Sie etwas Gutes tun“, sagt eine langjährige Ministrantin. Trotzdem seien die Süßigkeiten auch ein großer Ansporn für die Kinder. Die Holzkirchner Sternsinger haben eine klare Regelliste. Ein Punkt darunter ist: „Verteilung der Süßigkeiten erst nach dem Aufräumen!“ Ein altgedienter Sternsinger-Vater weiß, dass Einige damit fast ihren Jahresbedarf decken könnten.


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