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Am 20. und 21. Oktober ist wieder Kirchweih

Kirta im Tal: Was wo los ist

Von Nina Häußinger

Am dritten Sonntag im Oktober wird die traditionelle Kirchweih gefeiert. Bei uns wird das Fest als „Kirta“ bezeichnet. Früher eine Art ausgelassenes Gelage, ging „a gscheida Kirta bis zum Irda“ – also bis zum Dienstag.

Heutzutage finden die Festivitäten eher vereinzelt statt. Vor allem die Traditionen rund um das üppige Essen haben sich bewahrt. Auch wenn diese einen sehr alten Ursprung haben und aus schlechteren Zeiten stammen, als man an Festtagen gerne zusammenkam, um einmal im Jahr richtig gut zu essen.

Kirtahutschn ist für Kinder jedes Jahr eine große Attraktion
Kirtahutschn ist für Kinder jedes Jahr eine große Attraktion.

So wurde in manchen Gegenden ein Kirchweihschwein angerichtet, das eigens zur Feier geschlachtet worden war. Bei uns in Kreuth gibt es traditionell Gänse- oder Entenbraten, meist mit Kartoffelknödeln und Blaukraut.

Wer auf Süßes steht, kann sich nach Herzenslust an Schmalzgebackenem sattessen. Die sogenannten Auszog’nen werden in Butterschmalz ausgebacken und dann – mit reichlich Puderzucker bestäubt – serviert.

Hier noch ein paar weitere Kirta-Traditionen

Das Kirtahutschn
Die Jugend trifft sich am Festtag zudem bei den Bauern zum traditionellen „Kirtahutschn“. Als Spaßbringer dient hier eine große Längsschaukel für etwa 15 Personen. Die Kinder sitzen dabei hintereinander – entweder auf einem langen Brett oder einem Baumstamm.

Befestigt ist die Hutschn mit einem dicken Seil oder einer Kette. Heutzutage wird eine Kirtahutschn aus rein versicherungstechnischen Gründen allerdings nur noch selten aufgebaut. Am Sonntag richtet der Wallberger Trachtenverein allerdings in seiner Vereinshütte wieder ein „Kirtahutschn“ aus.

Das Steckäplattln
Neben Essen, Tanz und Kirtahutsch hat sich außerdem das sogenannte Steckäplattln besonders im Oberland etabliert. Dabei geht es darum, von einer Linie aus mit einem „Steckäplattl“ in Richtung eines 3 mal 5 Meter großen, schnurbespannten Feldes zu werfen, in dessen Mitte eine Daube liegt – ähnlich den Regeln des Boccia-Spiels.

Bei dem Steckäplattl handelt es sich um ein eisernes, viereckiges Wurfgerät, 10 mal 10 Zentimeter groß und einen Zentimeter dick. Die abgerundete Ecke dient zum besseren Halten. Die einzelnen Teams müssen die Daube – einen ebenfalls 10 mal 10 Zenitmeter großen Holzklotz – treffen. Wer am nächsten an der Daube dran ist, bekommt Punkte. Die Punktevergabe erfolgt dann wie beim Stockschießen: Das Plattl, das die geringste Entfernung zur Daube hat, zählt drei Punkte. Jedes weitere Plattl desselben Teams erhält 2 Punkte, sofern kein gegnerisches Plattl näher an der Daube liegt.

So kann sich die Punktezahl auf 9 summieren (mögliche Punktezahlen: 3, 3 + 2, 3 + 2 + 2 oder im besten Fall 3 + 2 + 2 + 2, wenn alle Plattl einer Mannschaft näher an der Daube liegen als die der gegnerischen Spieler). Heuer findet beispielsweise am Housn-Hof in Rottach-Egern eine Partie statt.

Die Kirta hat bei uns im Tal eine lange Tradition/ Quelle: Gästehaus Winkler
Ausgelassenes Feiern zu früheren Zeiten / Quelle: Gästehaus Winkler

Und das ist an Kirchweih los im Tal

Jahrtag des Trachtenvereins „D’Leonhardstoana“
am Kirchweih-Sonntag, 20. Oktober

Seit 1985 hält der Verein am Kirchweih-Sonntag seinen Jahrtag ab. Am Vereinsheim – dem Leonhardstoanahof – treffen sich Schalkfrauen, Miederdirndln, Kinder und Männer, um mit Blasmusik gemeinsam zur Kirche zu ziehen. Nach der Messe wird üblicherweise ein Kranz am Kriegerdenkmal niedergelegt. Danach geht es zum Feiern zurück zum Vereinsheim. Ein schönes Bild zum Zusehen für Einheimische und Touristen.

Kirtahutschn in der Wallbergler Vereinshütte in Rottach-Egern
Am Sonntag, den 20. Oktober, veranstaltet der Wallbergler Trachtenverein ein traditionelles Kirtahutschn in seiner Vereinshütte in Rottach-Egern.

Traditionelles Gans- und Entenessen
am Kirchweihsonntag im Batzhnhäusl in Kreuth

Hier wird ab 11 Uhr gesellig gefeiert. Mit zünftiger Livemusik und ofenfrischem Enten- und Gänsebraten mit Apfelblaukraut und Kartoffelknödel. Bei schönem Wetter auf der Sonnenterrasse. Reservierung empfohlen unter der Rufnummer: 08029/249 oder 0179/6866518.

Kirchweih auf dem Schiff
Vom 16. bis 20. Oktober

Ein traditionelles Mahl bekommt man direkt an Bord serviert. Begleitet wird die Fahrt mit einheimischer Musik.
Ort: Schiffsanlegestelle Strandbad, Seestraße, Rottach-Egern
Kontakt: Schiffsgastronomie Blümer, Telefon 08022/865546

Kirchweih im Tegernseer Bräustüberl
am Kirchweih-Montag, 21. Oktober, 12 bis 23.30 Uhr

Traditionell an Kirchweih im Bräustüberl mit Musik. Ab 12 Uhr wird “aufgspuit”.
Kontakt: Herzogliches Bräustüberl Tegernsee

Kirtafest und Steckäplattln am 21. Oktober
Am Housn-Hof nahe dem Malerwinkel in Rottach-Egern findet ein traditionelles Kirtafest mit Steckäplattln statt.

Bergmesse auf der Aueralm mit anschließender Bergkirta
am Kirchweih-Montag, 21. Oktober, 11 bis 16.00 Uhr

Bevor man den weltlichen Genüssen frönt, wird – mit geistlichem Beistand – dafür gedankt, dass die vergangene Almsaison ohne Unfälle oder andere Zwischenfälle verlaufen ist. Der Tag beginnt mit einer heiligen Messe, die als “Open Air” stattfindet, also als Feldmesse gefeiert wird. Danach darf gefeiert werden. Es spielen die Blaskapellen Bad Wiessee und Gaißach.

Bei der Almkirta im September auf der Holzeralm / Quelle: Archiv

Kirtahutschn und Steckäplattln
am Kirchweih-Montag, 21. Oktober

Der Club Tegernsee veranstaltet in diesem Jahr wieder das traditionelle Kirtahutschn und dazu das Steckäplattl-Turnier beim Höss-Anwesen „zum Housn“ im Rottacher Josef-Höss-Weg (beim Seehotel Malerwinkel). Die Gewinneinnahmen werden wie üblich an eine soziale Einrichtung am Tegernsee gespendet. Die Veranstaltung findet bei trockenem Wetter statt.

Kontakt: Club-Tegernsee-Vorstand Andreas Scherzer, Telefon 08022/97870, info@clubtegernsee.de, www.clubtegernsee.de

Quelle der Abbildung:
Bild 2 – Gästehaus Winkler Kreuth

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