Neue Kita und “natürliche Bedürfnisse”

Die Bürgerversammlung in Valley liegt knapp zwei Monate zurück. Dabei konnten die Bürger ihre Anliegen öffentlich machen. Einige davon wurden vom Rathauschef bereits in der Veranstaltung selbst abgehandelt. Andere dagegen ziehen lebhafte Diskussionen nach sich.

Die Bürgerversammlung Ende April sorgte für einige Fragen.
Die Bürgerversammlung Ende April sorgte für einige Fragen.

Erster Antrag: Die Not mit der Notdurft

Ein Thema, das in der Sitzung des Gemeinderats am vergangenen Dienstagabend die Gemüter erhitzte, war das „ganz natürliche Bedürfnis“. Antragsteller war der Seniorenkreis Darching, vertreten durch Ursula Ransberger. Sie hatte das Fehlen von Toiletten in der Sankt Michael Kirche in Mitterdarching und in Sankt Baptist in Unterdarching beklagt.

Alle Gemeinderäte waren sich einig, dass die Dringlichkeit des Themas berechtigt sei. Von Seiten der CSU kam auch der Hinweis, dass in Mitterdarching viele Wanderer aussteigen würden und am Bahnhof keine Möglichkeit mehr hätten, eine Toilette aufzusuchen. „Die suchen anschließend rund um die Kirche“, wusste Georg Nöscher (CSU).

Eine Option: fest eingebaute Toiletten in beiden Kirchen. Dazu gab Bürgermeister Andreas Hallmannsecker zu Bedenken: „Wenn wir das bauen, müssen es zwei behindertengerechte WCs sein und das ist sehr kostenintensiv.“ Zweiter Bürgermeister Anton Huber stimmte seinem Chef zu:

Wenn wir da nicht aufpassen, holen uns die Kosten ein. Vielleicht ist es möglich, bei anderen Gemeinden, die Erfahrung mit der Finanzierung von öffentlichen Toiletten haben, nachzufragen.

Ein weiteres Problem sahen die Räte in der notwendigen Reinigung, in den Hygienevorschriften und im Hinblick auf Rollstuhl-befahrbarem Untergrund. Kordula Killer (FWG) rechnete zusammen. Für sie sei der Kostenpunkt für das öffentliche „Örtchen“ immens. „Wir sollten erst einmal ein Trockenklo, ein Dixi-Klo aufstellen und schauen, wie das genutzt wird“, so ihr Rat.

Dixie-Klos könnten das Problem abstellen.
Dixi-Klos könnten das Problem beseitigen.

Mit sechzehn zu null Stimmen entschied sich das Gremium schließlich, das „drängende“ Thema anzugehen: „O.K, wir werden uns Angebote machen lassen für fest eingebaute WCs, die Wartung und für Dixi-Klos“, schloss Rathauschef Hallmannsecker die Diskussion.

Zweiter Antrag: Braucht Valley eine neue Kita?

Das zweite Thema aus der Bürgerversammlung war die Frage nach der Notwendigkeit einer neuen Kindertagesstätte am Standort Oberlaindern. Der Antrag war von Rosemarie Floßmann, Leiterin des katholischen Kindergartens St. Nikolaus in Oberdarching, vorgebracht worden:

Warum wird in Oberlaindern eine neue Kindertagesstätte errichtet, obwohl im Nikolauskindergarten noch genügend freie Plätze vorhanden sind?

Bürgermeister Andreas Hallmannsecker sieht den Bedarf, will sich vergewissern: „Die Gemeinde wird eine Umfrage bei unseren Eltern machen“, so der Rathauschef. Dabei sollen Eltern mit Kindern bis zum 12. Lebensjahr im Gemeindebereich erfasst werden. Von den Ergebnissen erhofft man sich, das eine oder andere Kind wieder auf Valleyer Flur betreuen zu können und neue Erkenntnisse für zukünftige Planungen zu gewinnen. Unter anderem wollen die Verantwortlichen abklären, warum Valleyer Eltern ihre Kinder in Kindergärten der Nachbargemeinden unterbringen.

Vor zwei Monaten seien es noch zwanzig Kinder gewesen, die außerhalb Valleys betreut werden, obwohl beispielsweise im St. Nikolaus Kindergarten in Oberdarching noch über zehn Plätze unbesetzt seien. Die Zahlen stammen von einem Gespräch, dass erst kürzlich zwischen Gemeinde und der Leitung vom Felicitas und vom St. Nikolaus Kindergarten stattgefunden habe. Die Gründe für diese Vakanz sind laut Gemeinde vielschichtig: Starre Öffnungszeiten, Arbeitsweg der Eltern oder unflexible Betreuungsmodelle.

Der Valleyer Gemeinderat debattierte über die Notwendigkeit einer neuen Kinderkrippe.
Der Valleyer Gemeinderat debattierte über die Notwendigkeit einer neuen Kinderkrippe.

Rathauschef Hallmannsecker stellte ganz klar heraus. „Die großen Betriebe in unserer Gemeinde haben einen echten Bedarf an Kinderkrippenplätzen.“ Die Betonung liege auf Krippenplätze. Das Klientel sei hier ein bisschen anders, so Hallmannsecker. So sei man auch an die Firmen herangetreten mit freien Kindergartenplätzen „aber niemand habe sich gemeldet“.

Günter Schuler (SPD) sah den Wirtschaftsstandort Valley und den damit verbundenen Auftrag für die Gemeinde: „Solche Einrichtungen sind ein weicher Standortfaktor. Man muss etwas für die Betriebe tun. Wir kommen nicht umhin“, lautete sein „Pro“-Kita-Neubau. Mit sechzehn zu null beschloss der Rat, in Sachen Umfrage demnächst „in medias res“ zu gehen.

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