Kletterwald Oedberg: Finale Genehmigung nach zwei Jahren „Ämterjogging“

Von Redaktion

Zweite Ergänzung vom 11. Mai 09:51 Uhr
Gestern war es in Gmund nun so weit. In der zweiten Auslegung zur Aufstellung des Bebauungsplanes für das „Sondergebiet Freizeitanlage Oedberg“ wurde der Satzungsbeschluß einstimmig angenommen. Und das trotz einiger Einwände des Bund Naturschutzes, der damit allerdings alleine blieb. Denn ansonsten hatte niemand etwas gegen den neuen Kletterwald einzuwenden. Die Mitglieder des Bauausschusses auch nicht. Und so hat der Bau die letzte große Hürde genommen und kann nach einer gut zweijährigen Genehmigungszeit im Juli / August losgehen.

Alfred Huber, der zukünftige Betreiber des Kletterwaldes, zeigte sich einerseits erleichtert. Andererseits auch etwas verwundert, wie lange so eine Genehmigung doch dauern kann.

Also wir hatten schon mit einem etwas aufwändigeren Verfahren gerechnet. Aber zwei Jahre sind dann doch sehr lang.

Laut Huber ist die Genehmigung auch erst rechtskräftig, wenn sie schriftlich vom Landratsamt vorliegt. Erst danach können die Förderanträge gestellt werden. Das große Ziel wäre trotz allen eine Eröffnung im September diesen Jahres. Wahrscheinlich ist dann aber die Saison schon so weit vorangeschritten, dass die wirkliche, „große“ Eröffnung erst 2012 realisiert werden kann.

Zum besseren Verständnis, wie das gesamte Gelände am Oedberg zukünftig aussehen soll, hier noch der Auszug aus dem Bebauungsplanentwurf. Der neue Parkplatz befindet sich im linken oberen Bereich. Zur größeren Ansicht des Entwurfs einfach auf das Bild klicken:

Bebauungsplanentwurf Oedberg: Der Parkplatz ist im linken oberen Bereich.

Ergänzung vom 27. April 08:51 Uhr mit der Überschrift „Kletterwald Oedberg: Genehmigung trotz Bund Naturschutz kostet Geld und Arbeitszeit“
Und weiter geht`s in der mittlerweile unendlichen Geschichte zur Ausweisung des Sondergebiets Freizeit am Oedberg. Die Idee der Betreiber dort ist es einen Kletterwald errichten zu lassen. Doch das ist nicht so einfach. Das Verfahren verlangt eine Menge Gutachten. Und so steht das Thema immer wieder auf der Tagesordnung der verschiedenen Gmunder Gremien.

Das letzte Mal wurde im Januar auf dem Ortsplanungsausschuss darüber diskutiert. Und auch da war schon klar, dass es einen Akteur in dem ganzen Verfahren gibt, der offensichtlich Augenmaß und Vernunft verloren hat. Das Problem war damals schon, dass der Bund Naturschutz mit Einwänden agierte, bei denen man ihm und seinen Vertretern unterstellen musste, dass sie prinzipiell einfach mal dagegen sind. Und auch jetzt, da die endgültige Entscheidung am 10. Mai näher rückt, hat sich an den Vorzeichen nichts geändert.

In einer Stellungnahme wiederholen die Verantwortlichen ihre Gründe der Ablehnung:
Der Verrummelung und Vermarktung des Waldes solle Einhalt geboten werden. Darüberhinaus lehne man die starke touristische Nutzung eines sensiblen Landschaftsteils ab, wenn dieser, wie in diesem Fall, keinerlei Anschluss an bestehende Siedlungen hat.

Auf den schon im Januar geäußerten Punkt von Georg von Preysing „es sei doch besser, wenn man am Oedberg was macht, als an einem komplett neuen Ort die Erde aufzureisen“ gehen die Naturschützer nicht ein. Ein sinnvoller Lösungsvorschlag – die Basis dafür, um den Bund Naturschutz ernst nehmen zu können – bleibt ein weiteres Mal aus.

Ursprünglicher Artikel vom 19. Januar:

Quelle Wikipedia

Eigentlich wollten wir an dieser Stelle über den zukünftigen Kletterwald am Oedberg schreiben. Darüber, dass es laut Georg von Preysing „nun endlich ernst wird“ und dass mit der Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen das Projekt einen großen Schritt weiter ist. Das bedeutet auch ein positives Signal für den Betreiber der Oedberg-Lifte und eine gewisse Planungssicherheit.

Doch die gestrige Sitzung des Gmunder Ortsplanungsausschusses hat mal wieder deutlich gemacht, wie grenzwertig die Außendarstellung des Bund Naturschutz derzeit ist. Ein Verein, der sicher seine Daseinsberechtigung hat. Und ohne den es vielleicht hier und dort anders aussehen würde. Der aber, wenn er sich so wie beim Thema „Sondergebiet Oedberg“ verhält, hauptsächlich zweierlei tut: Erstens Lebens- und Arbeitszeit der Verwaltung und der Mitglieder diverser Gremien zu vernichten. Zweitens unnötige Kosten zu produzieren.

Rauhfußhühner am Oedberg – eine unbekannte Spezies

Prinzipiell mal dagegen zu sein, ist kein nachhaltiges Konzept. Und eine derart umfassende Erklärung zur Ablehnung des geplanten Kletterwaldes am Oedberg zu schicken, bei der man weiß, dass die meisten Punkte gelinde gesagt an den Haaren herbeigezogen sind, lässt nur einen Schluß zu: Der BN hat zu viel Zeit und denkt, dass das bei den Verwaltungen ähnlich gelagert ist.

Denn es muss sich ja jemand beim Bund Naturschutz hinsetzen und diese extrem umfangreiche Abhandlung über die diversen Ablehnungsgründe verfassen. In der werden dann Rauhfußhühner zugezogen, die noch nicht mal aus der Ferne den Oedberg gesehen haben. Geschweige denn die zitierten, scheinbar nicht mehr begehbaren Routen zur Tierwanderung nutzen würden. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Alleine das Vorlesen der ganzen Bund-Naturschutz-Einwände und die Stellungnahme der Gemeinde dauert 1 Stunde und 15 Minuten. Dafür, dass am Ende alle Punkte ausnahmslos widerlegt werden. Dabei ist die Zeit für das Vortragen nur die Spitze der eigentlichen Arbeit. Die Gmunder Verwaltung und deren Diensleister müssen die umfangreichen Stellungnahmen auch erarbeiten. Was das an Zeit und an Geld kostet, lässt sich nur schätzen.

„Alles Unsinn das Ganze“

Man fragt sich was das Ziel einer solchen Aktion ist? Unser Wald und die Natur sind wichtige und schützenswerte Güter. Aber von einer Organisation, die sich den Naturschutz auf die Fahnen geschrieben hat, kann man mehr Verantwortung im Umgang mit ihren und auch mit fremden Mitteln erwarten.

Das bedeutet nicht nur seitenlange Abhandlungen zu verfassen, warum etwas schlecht ist und man ergo dagegen sein muss. Sondern auch konstruktive Vorschläge vorbringen, wie man die unterschiedlichen Zielsetzungen der Gemeinde und des Tourismus mit dem Naturschutz unter einen Hut bringen könnte.

Ein wenig Augenmaß und Vernunft ist auch für eine Organisation, die in der Vergangenheit sicherlich viel erreicht hat, nicht verkehrt. Ansonsten wird man irgendwann vom Bürger aber auch von den Gemeinden nicht mehr Ernst genommen. Oder wie es ein Mitglied des Bauausschusses am Ende der Ausführungen betont sachlich formulierte:

Wir hätten schon eine Stellungnahme erwartet, mit der wir auch was anfangen können. Es ist ja jedem klar, dass wir kein neues Gebiet zersiedeln wollen. Denn es handelt sich hierbei um eine bereits bewirtschaftete Fläche. Und da kann man auch eine positive Stellungnahme schreiben, mit konkreten Hinweisen wie es umweltverträglicher gestaltet werden kann.


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