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Pläne müssen nochmal überarbeitet werden

Kohler muss mit Rottacher Projekt warten

Von Nina Häußinger

Korbinian Kohler besitzt zahlreiche Immobilien im Tegernseer Tal. 2017 kaufte er das Gästehaus Mahler in der Seestraße. Nun soll es saniert und umgebaut werden. Doch die Gemeinde hat noch Bedenken.

Das Gästehaus Mahler soll saniert werden

Der Gmunder Korbinian Kohler kauft gerne ein. Nur eben nicht Bananen, Bier oder Backpulver – sondern Immobilien: erst das traditionsreiche Hotel Bachmair Weissach, dann eine Tennishalle, später ein kleines Berghotel. Und auch in der Seestraße schlug der Unternehmer 2017 zu. Zunächst erwarb damals die Gemeinde das Gästehaus Mahler für drei Millionen Euro. Bei der Immobilie handelt es sich um zwei Häuser, die Anwesen Seestraßen 8 und 10. Schon damals war klar, dass es zügig wiederverkauft werden sollte. Interessenten gab es viele, doch letztlich entschied sich die Gemeinde für Kohler.

Sein Konzept stand schnell. Er will das sanierungsbedürftige Gästehaus Mahler umbauen und zirka zwölf Ferien-Appartements schaffen, die sich im mittleren bis gehobenen Preis-Segment befinden. Das Nebengebäude soll abgerissen und neu aufgebaut werden. Hier sollen Wohnungen entstehen. Ursprünglich hatte Kohler mit einer Eröffnung 2019 kalkuliert. Bisher hat sich jedoch nichts getan.

Verwaltung hat Bedenken

Gestern nun lagen die Pläne auf dem Tisch des Ortsplanungsausschusses. Auch Kohler selbst war mit Architekt Andreas Erlacher (sitzt selbst im Gemeinderat) gekommen. Die Besprechung der Ausschussmitglieder lief aber nicht ganz so, wie es sich der Unternehmer gewünscht hätte. Gegen den Abriss und Neubau des Nebengebäudes hatte man am Ratstisch nichts einzuwenden. Das sei recht harmonisch und alle Angaben passen, war man sich schnell einig.

Nur mit der Sanierung des Gästehauses wurde es etwas komplexer. Im Gebäude sei ein Lift geplant, erläuterte Bürgermeister Christian Köck (CSU). Hier gebe es ein Problem mit einem Wasserkanal, der direkt drunter verlaufe. Er sorgt dafür, dass das Oberflächechenwasser abgeführt und Richtung Kurpark in den See fließt.

Für Köck ist es von großer Bedeutung, dass der Zugang zu diesem Wasserrohr auch weiterhin gewährleistet ist. „Wenn dann mal was ist, kommen wir da nicht mehr hin“, gab er zu bedenken. Außerdem sei immer noch nicht die Stellplatzfrage geklärt. Kohler wollte wohl Parkplätze an seinem Hotel Bachmair Weißach nutzen, und die Gäste dann mit einem Shuttle bringen. Köck betonte:

“Wir können hier keine reine Lex-Kohler machen, wenn man es so nennen mag. Kulanz können wir einräumen ja. Aber nicht aufs Geratewohl alles machen. Außerdem fehlen noch Unterlagen.”

Nicht alle Ratsmitglieder waren Köcks Meinung. So ließ man den Architekten zu Wort kommen. Erlacher erklärte: „Also grundsätzlich ist das so, dass man den Ablauf erhalten muss. Der Schacht muss so gebaut werden, dass der den Bach nicht berührt und unabhängig davon funktioniert. Auch der Stellplatznachweis, den wir haben, passt. Das ist mit dem Landratsamt geklärt. Wir sind davon ausgegangen, dass das abgestimmt ist und passt.“

Trotzdem äußerte auch Bauamtsleiterin Christine Obermüller weitere Bedenken. Auf den Plänen seien verschiedene Dinge nicht korrekt benannt, bemängelte sie. So sei nicht klar, ob es sich bei der Sanierung um Appartements oder Ferienappartements handle.

So eng wollte es der ein oder andere Gemeinderat dann doch nicht sehen. Köck empfahl trotzdem: „Im Grunde ist das eine Glaubensfrage. Wenn die Leiterin des Bauamts bittet, dass man es nochmal prüft, dann glaube ich, ist das nachvollziehbar. Wir brauchen bloß rausschauen – pressieren duads ned so arg.“ Mit drei Gegenstimmen vertagte man den Entschluss auf Anfang März.

 


 

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