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Kredite und Sparen – Die Situation der Banken in der Niedrigzinsphase

Von Redaktion

Die Niedrigzinsphase hält an und macht Kredite attraktiv. Banken verdienen daran jedoch nur wenig. Wer keinen Kredit benötigt, spart kräftig auf dem Konto – ebenfalls zum Leid der Banken, da diese größere Summen bei der Europäischen Zentralbank kostenpflichtig parken müssen. Ein Ende der Niedrigzinsphase und damit eine Erholung der Bankenlage ist momentan nicht in Sicht.

Statistik: Anzahl der Schuldner in West- und Ostdeutschland von 2004 bis 2016 (in Millionen) | Statista
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Die Zahl der Schuldner in Deutschland ist in den vergangenen Jahren in etwa gleich geblieben. Circa 7 Millionen Menschen haben bei Kreditinstituten oder anderen Unternehmen Schulden. Im ersten und zweiten Quartal 2016 lag das Kreditvolumen, das deutsche Banken an Privatpersonen und Unternehmen vergeben haben, bei jeweils knapp 2,5 Milliarden Euro.

Ein Grund für die aktuell hohe Kreditnachfrage sind die Niedrigzinsen. Nur weil ein Kredit zu niedrigen Zinssätzen zu haben ist, heißt das nicht, dass er tatsächlich günstig ist. Was viele Verbraucher nicht wissen: Es kommt nicht allein auf die Kreditzinsen, sondern vielmehr auf den effektiven Jahreszins an. Er spiegelt alle relevanten Kosten eines Kredites wider, inklusive eventueller Bearbeitungsgebühren der Bank.

Kreditnachfrage auf hohem Niveau

Bei den einzelnen Banken gibt es große Unterschiede beim effektiven Jahreszins. Über den Kreditvermittler Smava zum Beispiel erhält man einen bei einem Aktionskredit einen effektiven Jahreszins von 0,99 Prozent. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Jahreseffektivzins liegt bei ungefähr 2 Prozent.

Solche Angebote locken speziell im Internet, denn Onlineanbieter müssen keine Filialenkosten aufbringen und können die Einsparungen an Kunden weitergeben. Die günstigen Konditionen sind der Grund, warum Online-Kredite stark gefragt sind. Nach der aktuellsten Untersuchung von Ratenkrediten von Stiftung Warentest wurde 2015 bereits jeder vierte Vertrag online abgeschlossen.

Sparen bleibt in Deutschland Trend

Trotz der niedrigen Zinsen und der guten Kreditkonditionen sind die Deutschen weiterhin Weltmeister im Sparen. Nach einer Emnid Umfrage im Auftrag der Deutschen Post legen 80 Prozent der Befragten regelmäßig Geld beiseite. In Bayern wird sogar überdurchschnittlich viel Geld für zurückgelegt. Im Schnitt besitzen die Bayern 2016 circa 811 Euro mehr auf dem Sparkonto als im Vorjahr.

Bildrechte: Flickr Piggy Bank With Euro Notes Images Money CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Dem deutschen Sparvermögen stehen viele Banken zwiespältig gegenüber. Einerseits sind sie zufrieden, wenn Kunden zuverlässig und bonitätsfähig sind. Andererseits führt übermäßiges Sparen und Geldhorten auf dem Konto dazu, dass die Wirtschaft stagniert. Einige Banken versuchen bereits, Großanleger mit hohen monatlichen Gebühren von Tagesgeldkonten abzuschrecken. Zusätzliche Gebühren für Dienstleistungen wie Überweisungen oder Kontoführung haben in den letzten Monaten ebenfalls zugenommen.

Manche Banken, darunter auch die Raiffeisenbank Gmünd, haben Strafzinsen für Privatanleger eingeführt. So wird beim Verwahren von mehr als 100.000 Euro ein sogenanntes Verwahrengelt von 0,4 Prozent berechnet. Dieses Geld nutzt die Bank vorrangig, um die Gebühren bei der Europäischen Zentralbank zu begleichen, die sie aufwenden müssen, wenn sie dort Geld einlagern wollen. Sparer sollen in Zukunft mehr dazu gedrängt werden, Geld in Umlauf zu bringen, um damit die Wirtschaft anzukurbeln.

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