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Wie die Bauern der Region mit den hohen Temperaturen umgingen

Kühe durch Hitze gefährdet?

Von Niklas Weber

Diesen Sommer war es besonders heiß. Die Bayerische Staatsregierung warnte Bauern sogar, Kühe könnten unter Hitzestress leiden und im schlimmsten Fall verenden. Die Landwirte gingen die Hitze und deren Auswirkungen unter anderem mit umfunktionierten Rasensprengern an.

Hohe Temperaturen machen den Kühen im Stall zu schaffen. Die Landwirte versuchen, es den Tieren erträglich zu machen. Foto/Archiv
Hohe Temperaturen machen den Kühen im Stall zu schaffen. Die Landwirte versuchen, es den Tieren erträglich zu machen. Foto/Archiv

In den vergangenen Wochen erreichten die Temperaturen im Oberland immer wieder sehr hohe Werte. Temperaturen jenseits von 30 Grad waren in diesem Sommer keine Seltenheit. Daher schlug das „Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“ Alarm: Die große Sommerhitze mache nicht nur den Menschen, sondern auch den Tieren in ihren Ställen zu schaffen.

Ein Landwirt aus Weyarn berichtet gar, ihm wären mehrere Kühe „verreckt“. Da hätte auch „Wasser drüberschütten“ nicht mehr geholfen. Ein Einzelfall, oder bei solch extremen Temperaturen eine allgegenwärtige Gefahr für die Tiere und Landwirte?

Lösung gegen Hitze: Kühe weiden nachts

Anna-Maria Pfund aus Valley erklärt uns, ihre Kühe hätten kein Problem mit der Hitze gehabt. Sie kennt nämlich Tricks gegen die hohen Temperaturen: „Wir lassen die Kühe einfach nachts raus. Da sind Fliegen und Insekten kein großes Problem mehr und die Tiere haben ihre Ruhe.“ Außerdem werden die Kühe auf dem Bauernhof geschoren. „So schwitzen die Tiere nicht so viel. Das ist zwar aufwändiger, aber das ist es uns wert.“

Auch im Stall selber ist es den Kühen nicht zu heiß. Und das obwohl der Stall im Hause Pfund schon ein älteres Modell ist: „Wir machen einfach alle Fenster auf damit es durchzieht“, so die Landwirtin. Zusätzliche Installationen wie Kuh-Duschen oder High-Tech-Ventilatoren, die das Staatsministerium vorschlägt, benötigt die Familie nicht. „In unserem Stall ist es ja dann schattig. So quält die Hitze die Tiere nicht.“

Baumarkt statt High-Tech-Ventilator

Auf dem Hof von Familie Reimann in Föching scheint es auch keine Probleme gegeben zu haben. Anna-Marie Riemann sagt uns, die trockenen Kühe, die also bald kalben und deshalb keine Milch geben, könnten auf die Weide gehen. Diese Möglichkeit nehmen sie auch war: „Denen tut die Bewegung gut. Außerdem gibt es auch Schatten und es geht ein bisschen Wind“, so Riemann.

Die Kühe, die Milch geben, stehen hier allerdings den ganzen Tag im Stall. Da es sich um einen sogenannten isolierten Stall handelt, muss die Familie nachhelfen. Deshalb wurde man schon vor dem Hinweis vom Bayerischen Staatsministerium aktiv: „Wir haben im Stall einen Rasensprenger angebracht. Vor dem Melken werden die Kühe gemeinsam abgeduscht und sie lieben es.“ Auch Ventilatoren kühlen die Luft im Stall: „Allerdings keine Großen, sondern nur kleine vom Baumarkt“, berichtet uns die Bäuerin.

Warnungen sollten ernst genommen werden

Zu den Landwirten, die keine verendeten Kühe beklagen müssen, zählt auch Anton Bichlmaier aus Schmidham. Seine Kühe weiden sogar ab April im Freien. Daher sind seine Tiere „die Bedingungen gewöhnt“. Sie bekommen einfach „jede Menge frisches Wasser und liegen im Schatten“, so Bichlmaier. Die Idee, die Kühe abzuduschen, hält er allerdings für „Schmarrn“: „Die werden automatisch abgeduscht, wenn es regnet.“

Insgesamt scheint es so, als wären die Geschehnisse in Weyarn Einzelfälle. Dennoch sollte die Warnung des Staatsministeriums bei heißen Temperaturen ernst genommen werden. Neben Kuh-Duschen und High-Tech-Ventilatoren, haben die Landwirte um Holzkirchen allerdings auch ihre einfachen, alt bewährten Mittel gegen die Hitze.

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