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Holzkirchens Kunstszene - Geheim oder nur getarnt?

Kultur im Vorbeigehen

Von Cornelia Schramm

Valley hat sie. Otterfing hat sie auch. Eine Kunstszene. Holzkirchen ist eher weniger als kultureller Schmelzpol für Künstler bekannt. Begibt man sich aber auf die Suche, findet man mehr als man glaubt. Vor allem mit außergewöhnlichen Ausstellungsflächen können die Holzkirchner punkten.

Galerien wie im im Oberbräu haben in Holzkirchen Seltenheitswert
Galerien wie im Oberbräu haben in Holzkirchen Seltenheitswert

Anfang September feierte die Künstlerin Nele von Mengershausen die Vernissage ihrer „auto-phanous“-Serie. Passender Weise in einem Autohaus. Im Autohaus Steingraber, das seine Galerie seit 1994 Künstlern aus ganz Oberbayern zur Verfügung stellt. Und das Konzept von der Kunstausstellung im Autohaus geht auf.

„Für 2015 sind wir jetzt schon komplett ausgebucht“, freut sich Hans Steingraber Junior. Seit zwei Jahren nimmt der Chef die Aufgabe selbst in die Hand, nach der langen Zeit habe er ein „gewisses Gefühl“ entwickelt. Als Verstärkung holte er sich Galerist Horst Hermenau an Bord. Vier bis fünf Ausstellungen im Jahr realisieren die beiden. Der Eintritt ist für die Besucher kostenlos.

Prinzipiell wolle man regionalen Künstlern die Möglichkeiten der Ausstellungsfläche bieten, aber „so streng kategorisch gehen wir jetzt auch nicht vor, es muss einfach passen“, meint Steingraber. Jeder Künstler könne sich mit seiner Mappe bewerben. Im Team würde man sich darüber beraten. Sowohl bei der Künstlervermittlung als auch bei der Werbung setzt er auf die „klassische Mundpropaganda“ im Ort.

Nicht nur Leseratten kommen auf ihre Kosten

Ganz ähnlich handhabt es auch die Leiterin der Gemeindebücherei Holzkirchen, Marisol Sundermann. „Mittlerweile gehen viele Künstler aus dem Umkreis einfach auf uns zu“, sodass sich oft auch aus Zufall interessante Zusammenarbeiten zwischen Bücherei und Ausstellern ergeben. Thematisch bewegen sich die Arbeiten der Künstler zwischen Afrika und Fernost oder auch demnächst Großhartpenning.

Gerade stellt noch Julia Meindl ihre Fotoarbeiten über Ghana, Äthiopien und Kenia aus. Ablösen wird sie eine Künstlergruppe der Münchner Volkshochschule, die unter dem Leitspruch „Zehn Fotographen – Zehn Sichtweisen“ Bildräume in München unterschiedlich inszeniert. Laut Sundermann lassen sich „die Räumlichkeiten durch jede Ausstellung immer wieder neu gestalten“. So entsteht die perfekte Symbiose aus Schmöker- und Galerierundgang in der Gemeindebücherei.

Kultur im Vorbeigehen:  Kunst zwischen Tür an Angel
Kultur im Vorbeigehen: Kunst zwischen Tür und Angel

Auch in einem Gesundheitszentrum lässt es sich in Holzkirchen gut ausstellen. „Durch das Raumgefühl und den Lichteinfall ist das Atrium geradezu prädestiniert“, schwärmt Michael Werner. Zufällig hatte die Mietergemeinschaft schon zur Eröffnung des Ärztehauses vor fast zehn Jahren eine Kunstausstellung initiiert. Was zu Anfangs nicht geplant war, hat sich inzwischen schon zur „Tradition“ entwickelt, meint Werner, der Augenoptiker des Hauses.

Im Interesse der Gemeinschaft und des Images des Hauses knüpft er immer neue Kontakte in der Kunstszene. Durch reines „Weitersagen“ der Künstler und Besucher, stemmt er bis zu fünf Ausstellungen im Jahr und kann kaum Leerläufe verzeichnen. „Kunst in jeder Art und Form ist bei uns willkommen, wobei wir nach fast zehn Jahren auch einen gewissen Anspruch haben.“, erklärt der Optiker.

Bis Mitte Oktober stellen die Künstler Oliver Curcin und Uli Peters im Foyer des Atriums auf drei Stockwerken Fotos unter dem Motto „Begegnung der Generationen“ aus. Besonders Besuche von Kindern und Senioren und deren eigene Beiträge zu den Werken lassen die Ausstellung lebendig werden. „Nahtlos an die jetzige Ausstellung, will eine große Künstlergemeinschaft ausstellen“, kündigt Michael Werner das nächste künstlerische Highlight im Ärztehaus an.

Auf ein „Kreuzwort“ im Kulturcafé

Weniger ein Geheimtipp als vielmehr der Klassiker unter den Galerien in Holzkirchen, ist das Kulturcafé im Kulturhaus Oberbräu. Im Foyer stellen vor allem junge Künstler aus der Region unter dem geschichtsträchtigen Gewölbe aus. Hier findet man das ganze Jahr über Gemälde- und Fotoausstellungen. Täglich und kostenfrei kann man sie besuchen und das Kulturcafé lädt zum längeren Verweilen ein. Gerade stellt hier noch Martin Blumöhr aus. Er vereint in seiner Ausstellung „Kreuzwort“ Arbeiten aus drei verschiedenen Serien seines Schaffens.

Ob nun geheim oder doch nur getarnt, wer Augen und Ohren in Holzkirchen offen hält, der findet sich beim nächsten Autokauf oder Arztbesuch in einer Kunstausstellung wieder. Und auch die nächste Schmöckerrunde in der Bücherei oder Cocktailstunde im Kulturhaus lässt jedes kunstliebende Herz höher schlagen.

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