Kuriose Demo in Kreuth

von Franziska Hampel

Eine Amnesty-Gruppe aus München möchte gegen die ihrer Ansicht nach populistischen Asyl-Politik der CSU in Wildbad Kreuth demonstrieren. Das kuriose daran: Sie sind zu dritt. Eigentlich wollte die Gruppe bereits am 6. Januar Vorort sein, am Ende gab es jedoch eine Absage. Heute haben sich die drei Aktivisten unter Auflagen durchgesetzt.

Hier an der Zufahrtsstraße demonstrieren drei Amnesty Aktivisten gegen die Asyl-Politik der CSU.
Hier an der Zufahrtsstraße zu Wildbad Kreuth demonstrieren drei Amnesty Aktivisten gegen die Asyl-Politik der CSU.

Rolf Sterzinger und seine zwei Mitstreiter der Amnesty Gruppe aus München sind fest entschlossen: Sie möchten gegen die Asyl-Politik demonstrieren. Eine Demo hat nur Wirkung, wenn man sie sieht. Daher waren sie mit den Auflagen nur auf dem Parkplatz demonstrieren zu dürfen, nicht einverstanden. Sie wollten an der Hauptstraße stehen, dass jeder der ankommt, sie tatsächlich sehen kann.

Das Landratsamt untersagte die Versammlung an der Straße jedoch aus drei Gründen: “Zum einen hat sich der Grundstückseigentümer dagegen ausgesprochen”, erklärte der Pressesprecher Birger Nemitz. “Außerdem soll die Demonstration nicht den Verkehr beeinflussen und zusätzlich verläuft hier der Rettungsweg.” In der Kurve am Parkplatz von Wildbad Kreuth seien in den letzten Jahren immer wieder Unfälle passiert. “Wir wollen den Verkehr durch eine Demo nicht gefährden”, so der Pressesprecher.

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Kleine Demo schlägt hohe Wellen

Am Ende schafften es die drei Aktivisten aber dennoch, ihre Demo beim dritten Versuch durchzuführen. Ihr Wunsch, an der Hauptstraße demonstrieren zu dürfen, wurde aber nicht erfüllt. Stattdessen dürfen sie heute zwar am Parkplatz, dafür aber direkt an der Zufahrtsstraße zu Wildbad Kreuth demonstrieren. Alle Politiker, die mit dem Auto kommen, fahren folglich an den Drei vorbei.

Zufrieden sind die drei Aktivisten nicht. Denn neben dem Standort wurde ihnen eine weitere Auflage aufgebrummt. Sie dürfen nur in einem bestimmten Bereich demonstrieren und der wurde mit einem roten Absperrband markiert. Rolf Sterzinger beschwert sich gegenüber dem Merkur über die Bedingungen:

Wie die Tiere im Zoo.

Das Landratsamt erklärt den Käfig: “Das Absperrband ist dazu da, dass keine Autos dort parken. Während der Demonstration darf es abgemacht werden.” Gegen den Vorwurf der Amnesty Gruppe das Versammlungsrecht zu missachten, wehrt sich das Landratsamt. “An der Hauptstraße ist es einfach zu gefährlich”, so Nemitz.

Angela Merkel wird die drei aber vermutlich ohnehin nicht sehen. Sie wird wieder mit dem Hubschrauber eingeflogen. Ob Straße oder Parkplatz, ist da egal. Trotz Schnee und Auflagen haben es die Drei heute geschafft aus dem Absperrband auszubrechen und sich direkt an der Zufahrtsstraße zu positionieren.

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