Zu viele Patienten - zu wenig Personal

Lage im Krankenhaus ist „dramatisch“

Von Melanie Süss

Die Lage in den kommunalen Krankenhäusern ist schlichtweg dramatisch. Landräte, Bürgermeister und Klinikgeschäftsführer haben sich deshalb zum Krisengesprächen zusammengerufen. Auch aus Agatharied kommt jetzt ein Aufruf an alle Bürger.

Das Personal im Krankenhaus Agatharied arbeitet an der Belastungsgrenze.

Die Lage in den kommunalen Krankenhäusern – vor allem im Rettungsdienstbezirk Rosenheim und Miesbach – spitzt sich immer weiter zu, sodass sich Landräte, der Rosenheimer Oberbürgermeister sowie die Klinikgeschäftsführer zu Krisengesprächen zusammengerufen haben. „Die aktuelle Situation in den kommunalen Kliniken der Region ist schlichtweg dramatisch“, teilt die Pressesprecherin des Krankenhaus Agatharied nun in einer Meldung mit.

Die aktuelle Infektionswelle der Corona-Pandemie ist momentan stark steigend und belastet die Kliniken genauso wie im Herbst 2021. Dies betreffe nicht nur die Normalstationen, sondern in zunehmenden Maße die Intensivstationen, die die Patienten aufwändig isolieren und die Mitarbeiter schützen müssen. Anders als im letzten Jahr sind jetzt auch zahlreiche Mitarbeiter der Kliniken erkrankt oder infiziert. „Als Folge der Personalnot sind aktuell die Notaufnahmen völlig überlastet, weil sich zu viele Patienten selbst einweisen, obwohl sie hausärztlich oder über den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt werden könnten“, sagt die Sprecherin weiter.

Wie geht es weiter?

Die Notaufnahmen müssen immer öfter bei der Rettungsleitstelle abgemeldet werden. Das bedeutet konkret, dass die Notaufnahmen so voll belegt sind, dass nur noch Ressourcen zur Versorgung lebensbedrohter Patienten da sind. Alle anderen Patienten müssen sehr lange Wartezeiten von mehreren Stunden in Kauf nehmen, und auch in der stationären Versorgung ist mit enormen Wartezeiten zu rechnen. Außerdem werden alle planbaren und nicht dringlichen Operationen eingeschränkt oder abgesagt.

Was kann man als Bürger mit einem gesundheitlichen Problem tun?

„Wenn es sich um eine Erkrankung oder Verletzung handelt, die vom niedergelassenen Arzt versorgt werden kann, sollte in erster Linie der Hausarzt kontaktiert werden“, mahnt jetzt das Krankenhaus Agatharied. Ist die Hausarztpraxis nicht erreichbar, stellt sich die Frage, ob es ausreicht, in die nächste Sprechstunde zu kommen. Ist das nicht der Fall, dann steht der ärztliche Dienst der kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) unter der Telefonnummer 116 117 zur Verfügung. Bei ernsten Erkrankungen oder lebensbedrohlichen Situationen, ist der Notruf über 112 immer erreichbar. Auch Landrat Olaf von Löwis appelliert:

Die Situation in unserem Krankenhaus in Agatharied und auch in den umliegenden Krankenhäusern, sowie im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung ist sehr angespannt. Es ist unabdingbar, das Ziel im Auge zu behalten, ,vor die Lage zu kommen‘. Es ist äußerste Eile geboten und mutige Entscheidungen sind erforderlich.

Erst vergangene Woche erschien zur gleichen Thematik ein Artikel auf der Tegernseer Stimme, nachzulesen hier.


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