Katastrophenfall Tag 7 - Einsatzkräfte bleiben im Dauereinsatz

Lage weiterhin angespannt

Die Lage spitzt sich zu: Nach wie vor geht die meiste Gefahr von der Schwere des Schnees und den damit verbundenen Dachlasten aus. Für Sonntag und Montag ist erneut mit Regen und Schneefall zu rechnen. Die örtlichen Einsatzkräfte und die Helfer aus ganz Bayern sind auch an Tag 7 unermüdlich im Einsatz. Die Belastung ist enorm.

Die Einsatzkräfte sind weiterhin im Dauereinsatz / Foto: Peter Pier

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz koordiniert im 24-Stunden-Schichtbetrieb alle Einsatzkräfte. Die Belastung steigt nach mittlerweile einer Woche im Dauereinsatz für alle Beteiligten stark an. Ein dringender Appell der Führungsgruppe Katastrophenschutz: Bitte blockieren Sie nicht die Notrufnummern! Diese Schnee-Katastrophe ist eine Ausnahmesituation für alle. Die Einsatzkräfte geben alles, müssen aber streng priorisiert vorgehen. Die Pressesprecherin des Landratsamtes Sophie Stadler erklärt weiter:

Die örtlichen Einsatzkräfte sowie die angeforderte Unterstützung aus ganz Bayern sind weiterhin mit der Bewältigung der Dachlasten beschäftigt, um die Infrastruktur und das öffentliche Leben aufrecht zu erhalten.

Am Vormittag traf erneut weitere Unterstützung für die Einsatzkräfte vor Ort ein. Im Einsatz sind (Stand Sonntag später Vormittag): Feuerwehr 600 (davon 130 aus dem Landkreis und 100 Kontingent Dachau, 86 Kontingent Regensburg, 182 Kontingent Starnberg, 100 Kontingent Landsberg), BRK 170 (davon 80 aus dem Landkreis und 90 aus München, Pfaffenhofen, Ingolstadt, Freising und Ebersberg), THW 120 (mit Unterstützung aus Lauf an der Pegnitz, Roth, München, Weilheim, Bad Aibling, Rosenheim, Karlsbad, Ochsenfurt, Kitzingen, Regensburg), Bundeswehr 170 (Gebirgsjägerbrigade Füssen und Pionierbataillon Ingolstadt), Bereitschaftspolizei 150.

Beinahe alle Kräfte konzentrieren sich auf das Abräumen der gefährdeten Dächer. Am Sonntagvormittag werden zirka 50 akut gefährdete Dachflächen abgeräumt. Die Dachflächen sind meist sehr groß, sodass selbst die überregionalen Einheiten mit ihren vielen Einsatzkräften oft tagelang zum Abräumen brauchen. Alle Gebäude, die zum Erhalt der öffentlichen Infrastruktur benötigt werden, werden priorisiert abgeräumt. „Die strenge Priorisierung ist unbedingt notwendig, um in dieser Ausnahmesituation den Überblick zu behalten. Alle Einsätze, bei denen Gefahr für Mensch und Tier besteht, haben absoluten Vorrang“, betont Stadler.

Keine schlimmeren Unfälle

Trotz der andauernden extremen Arbeitsbelastung und der angespannten Lage konnten bisher glücklicherweise keine schlimmeren Unfälle verzeichnet werden. Ein Mitglied der Feuerwehr hat sich bei einem Einsatz leicht verletzt und befindet sich bereits wieder auf dem Weg der Besserung. Außerdem ereigneten sich einige kleinere, jahreszeit-typische Unfälle.

Die Lage in den Bergen hat sich verschärft: Es gilt die Lawinenwarnstufe 4. Berg-, Wald- und Forststraßen sind zum größten Teil auch weiterhin nicht befahrbar. Es wird nochmals ausdrücklich empfohlen, sich in den Bergen den Wetterbedingungen entsprechend zu verhalten. Die Wetterprognose verheißt nichts Gutes: “Es wurde eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben, in der vor extrem starkem Schneefall und Schneeverwehungen gewarnt wird”, so die Sprecherin aus dem Landratsamt.

Alle aktuellen Informationen gibt es auf www.landkreis-miesbach.de, am Bürgertelefon des Katastrophenschutzes unter 08025 704 6666 oder in der kostenlosen Warn-App „NINA“.


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