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Protest der Asylbewerber am Holzkirchner Marktplatz

Landratsamt droht mit Räumung

Von Marius Mestermann

Farbige Schirme, Decken, Jacken: Am Holzkirchner Marktplatz geht es derzeit knallbunt zu. Gefeiert wird allerdings nicht. Ein gutes Dutzend Asylbewerber demonstriert gegen ihre Unterbringung in den Containern an der nördlichen Ortsausfahrt. Der Landrat hat den Protestierenden nun ein Ultimatum gesetzt.

Das Holzkirchner Rathaus durfte umziehen - ins neue Gebäude nebenan. Die Asylbewerber jedoch müssen in den Containern bleiben, so das Landratsamt - es gebe einfach keine andere Unterkunft.
Das Holzkirchner Rathaus durfte umziehen – ins neue Gebäude nebenan. Die Asylbewerber jedoch müssen in den Containern bleiben, so das Landratsamt – es gebe einfach keine andere Unterkunft.

Im Sommer zu heiß, im Winter zu kalt – so beschreiben die Holzkirchner Asylbewerber das Wohnen in Containern. Unter ihnen gibt es auch einige Kinder und schwangere Frauen, die offenbar unter den Bedingungen leiden. Das betonen die Asylbewerber – und fordern deshalb eine andere Form der Unterbringung. Auch arbeiten wollen sie endlich.

Aufmerksamkeit hatten sie zunächst mit einer ungewöhnlichen Aktion erregt: Am Dienstagabend trugen sie ihre Matratzen vor die Wohncontainer und campierten dort über Nacht. Ein gutes Dutzend zog am nächsten Morgen dann weiter durch den Ort zum Marktplatz.

Am Marktplatz errichteten die Asylbewerber ein provisorisches Lager. Auch Mütter mit ihren Kindern beteiligten sich am Protest.
Am Marktplatz errichteten die Asylbewerber ein provisorisches Lager. Auch Mütter mit ihren Kindern beteiligten sich am Protest.

Bürgermeister Olaf von Löwis sprach selbst mit den Asylbewerbern vor seiner „Haustür“ und hörte sich ihre Forderungen an. Er weist aber darauf hin, dass es sehr schwierig sei, andere Räumlichkeiten zu finden.

Gerade beim viel diskutierten alten Gebäude der Polizei werde es noch Monate dauern, bis dort in irgendeiner Form jemand wohnen könne. Das versuchte nun auch der Landrat klarzustellen. Wolfgang Rzehak diskutierte mit den Asylbewerbern über ihre Forderungen und den Protest am Marktplatz.

„Ultimatum“ vom Landratsamt

Es gebe derzeit faktisch keine Alternative zu den Containern, heißt es im Landratsamt. Die Polizei ist bislang zwar nicht eingeschritten, schließlich verlief die Aktion der Flüchtlinge friedlich.

Rzehak wies die Demonstranten nun jedoch zum wiederholten Mal an, den Marktplatz bis morgen früh um neun Uhr zu verlassen – ansonsten werde das „Lager“ von der Polizei geräumt. Wie das vonstatten gehen soll, sei situationsabhängig, so ein Beamter der Polizeiinspektion Holzkirchen.

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