Landratsamt erklärt Begasung in Kreuther Flüchtlingsunterkunft

Seit zwei Tagen wird in der Flüchtlingsunterkunft am Riedlerberg in Kreuth Gas eingesetzt. Grund ist ein massiver Schädlingsbefall. Heute waren das Landratsamt und der Chef der Begasungsfirma zur Kontrolle vor Ort. Und wir von der TS.

Wie berichtet, ist die Asylunterkunft am Kreuther Riedlerberg geräumt und eingezäunt worden und versteckt sich mittlerweile unter einer Plane im Deutschlandflaggen-Design. Lediglich ein Stoffhase im Gras weist darauf hin, dass hier vor kurzem noch Kinder wohnten.

Grund der Räumung war, wie Landratsamtsprecher Birger Nemitz betont, ein „massiver Schädlingsbefall“ durch die Deutsche Schabe. Folglich mussten die vier Frauen und sieben Kinder, die am Riedlerberg untergebracht waren, umgehend ihre Unterkunft verlassen.

In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt evakuierte das Landratsamt die Bewohner und brachte drei von ihnen in Wohnungen am Buchberg unter. Eine Frau wohnt aktuell direkt in dem Haus neben der „begasten“ Flüchtlingsunterkunft.

Heute fand Kontrolle statt

Die Begasung hat die Firma Binker übernommen. Mit einem Schwefelsauerstofffluorgas sollen die Schaben ausgerottet werden. Heute überprüfte der Geschäftsführer der Firma, Gerhard Binker, die ersten Resultate Begasungsmaßnahme.
Per Computer stellt er fest, ob die Gas-Konzentration über den angesetzten Zeitraum überall gleich ist und die gewünschte Temperatur aufweist.

Ventilatoren verteilen das Gas im Gebäude. Je niedriger die Temperatur sei, so Binker, desto weniger würden die Schaben „atmen“ können. Morgen um vier Uhr wird die Aktion beendet sein. Dann werden die toten Schaben „aufgesammelt“.

Drei Minuten Gas hält ein Menschen aus

Insgesamt 200 Kilogramm Gas werden für die dreitägige Begasung eingesetzt, sagt Binker. Sein Gas bezieht er von einer amerikanischen Firma. Würde ein Mensch die Asylunterkunft zur Zeit betreten, würde er maximal drei Minuten darin überleben, so der Firmenchef.

Das Outfit des Begasungszeltes in den Deutschlandfarben „Schwarz, Rot, Gelb“ ist Standard bei Binkers Firma. Seit 15 Jahren setzt er immer die gleiche Farboptik ein. Als Grund gibt er an, dass es sich bei dem Hersteller um eine amerikanische Firma handele, die schon immer diese Farben habe.

Andere Farben wie beispielsweise Grün und Lila seien in Amerika vergeben. Schwarz würde zu heiß werden, weiß zu dreckig. Die Plane sei außerdem „reißfest und dicht“, zwei wichtige Eigenschaften für einen Gaseinsatz wie diesen. Das sei doch eine tolle Werbung für Deutschland, scherzt Binker.

„Flüchtlinge sind nicht neu eingekleidet worden“

Die drei am Buchenberg untergekommenen „anerkannten“ Asylbewerber werden laut Birger Nemitz wohl in ihren jetzigen Wohnungen bleiben und nicht mehr auf den Riedlerberg zurückkehren. Wer die Flüchtlingsunterkunft dann bezieht, ist noch unklar.

Er weist noch einmal darauf hin, dass die Flüchtlinge „nicht neu eingekleidet worden seien“, wie er einigen Kommentaren zu den Medienberichten entnehmen konnte. Die Flüchtlinge seien vor zwei Tagen um 6.45 Uhr von Menschen mit Schutzkleidung geweckt worden und mussten sich in einer Schleuse ausziehen. Das Landratsamt habe deshalb Ersatzkleidung in Tüten aus der Kleiderkammer des BRK dabeigehabt.


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