DLRG warnt: Eis auf kleineren Weihern trägt noch nicht

Lebensgefährlicher Leichtsinn

Von Cornelia Schramm

Die ersten Weiher und kleineren Seen im Nordlandkreis sind zugefroren. Ein riesen Spaß für Alt und Jung. Doch noch trügt der Schein: die Eisflächen sind nicht tragfähig. Die DLRG erklärt, ab wann das Eis begehbar ist und wie man sich im Fall der Fälle verhalten muss.

Mit den Tipps der DLRG kann jeder zum Lebensretter werden.
Mit den Tipps der DLRG kann jeder zum Lebensretter werden.

Winterwunderland im Nordlandkreis. Seit einigen Wochen herrschen schon frostige Temperaturen. Sie sorgen dafür, dass Teiche, kleinere Seen und Bäche schon zugefroren sind. Eine große Versuchung – nicht nur für Kinder – über die Eisfläche zu rutschen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt jedoch davor: das Eis trägt noch nicht ausreichend. Der Technische Leiter des DLRG-Ortsverbands Gmund am Tegernsee e.V., Peter Kuhlemann, gibt wertvolle Tipps, wann die Eisdecke unbedenklich betreten werden darf und wie man sich im Notfall verhalten muss.

„Wichtig ist es, erst viele Tage mit starkem Nachtfrost abzuwarten, bevor man eine Eisfläche betritt“, weiß Kuhlemann. Erst wenn die Eisdecke eines Sees mindestens 15 Zentimeter misst, könne sie betreten werden. Dennoch rät der Experte immer zur Vorsicht: besonders über fließendem Gewässer wächst die Eisschicht sehr langsam. Daher besteht besonders Gefahr an bewachsenen Ufern und Zu- und Abflüssen, sowie an Quellen, die Strömungen verursachen.

Aus Unvorsicht in Lebensgefahr

Schon bevor man sich auf das Eis wagt, sollte man sich geeignete Rettungsmittel überlegt haben. Stangen, Äste oder auch ein umgedrehter Schlitten bieten sich dabei laut DRLG besonders an. Bei Einbruchgefahr sollte man sich am besten auf die Eisfläche legen, sodass sich das Körpergewicht besser verteilt.

Dunkle Stellen im Eis bedeuten laut Kuhlemann besonders dünnes Eis. Sobald eine Schneeschicht das Eis bedeckt, wachse die Eisschicht nur noch langsam an. Spätestens ein Knistern oder Knacken aber deutet an, dass die Tragkraft keines Falls ausreichend ist. Der Experte rät dazu, niemals alleine aufs Eis zu gehen. Sollte man trotz Befolgen der Warnhinweise der DLRG in die missliche Lage kommen, bleibt einem nicht viel Zeit:

Das eiskalte Wasser verursacht schneidende Schmerzen und raubt dem Körper Muskelkraft. Einem Verunfallten bleiben deshalb nur wenige Minuten Zeit, sich selbst zu retten. Außerdem bedeutet Unterkühlung im eisigen Wasser fast immer Lebensgefahr.

Das eiskalte Wasser verursacht abrupt starke Schmerzen. Schnell schwinden die Kräfte für eine Selbstrettung, weiß Kuhlemann. Unbedingt Ruhe bewahren, heißt es dann. Indem man die Arme langsam auf die Oberfläche des Eises ausbreitet, kann man versuchen sich langsam auf die Eisfläche zu schieben und an das Ufer zu kriechen. In keinem Fall sollte man sich zu heftig bewegen oder unter das Eis tauchen.

Mit den Tipps der DLRG kann jeder zum Lebensretter werden. Sobald man selbst beobachtet, wie eine Person in das Eis einbricht, sollte man einen Notruf absetzen und laut um Hilfe rufen, um weitere Passanten auf den Unfall aufmerksam zu machen. Vom Ufer aus kann man der eingebrochenen Person Rettungsmittel wie einen Ast oder Stock, eine Leiter oder auch einen Schal reichen.

An bayerischen Seen hat die DLRG Tafeln mit den wichtigsten "Eisregeln" aufgestellt.
An bayerischen Seen hat die DLRG Tafeln mit den wichtigsten „Eisregeln“ aufgestellt.

Nur wenn es dem Verunglückten gar nicht mehr gelingt sich an Land zu ziehen, sollte man sich selbst auf das Eis bewegen. Von anderen Personen kann man sich beispielsweise mit einer Leine absichern lassen. Flach auf dem Eis liegend kann man sich der Unfallstelle nähern – dabei sind ein Holzbrett oder ein umgedrehter Schlitten hilfreich. Vor allem die Einbruchskante muss mit einem flachen Hilfsmittel abgedeckt werden.

Kuhlemann spricht vom „verlängerten Arm“: dem Verunglückten sollte man nie nur seine Hand reichen, da dieser einen so selbst ins Wasser ziehen könnte. Auch hier rät der Experte zu einem starken Ast oder einer Leine. Sobald die Person aus dem Eis gerettet wurde, sollte sein Körper flach gelagert und nicht mehr bewegt werden. Sollte es zum Aussetzen von Atmung oder Kreislauf kommen, müssten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes lebensrettende Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, schließt Kuhlemann.


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