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Unternehmen aus dem Tal beklagen offene Ausbildungsplätze

Lehrstellen bleiben Leerstellen

Von Lydia Dartsch

Am 1. September beginnt das neue Ausbildungsjahr und noch immer ist jede dritte Lehrstelle im Landkreis unbesetzt. Immer mehr Schulabgänger wollen studieren. Streben keine Berufsausbildung mehr an.

Für die Unternehmen ist dies ein großes Problem. Bleiben die Azubis aus, geht das Wachstumspotenzial der Betriebe zurück, befürchtet die IHK München und Oberbayern.

Hier zu sehen: Die auszubildenden der Egerner Höfe
Auch die Verantwortlichen der Egerner Höfe hätten gerne mehr Personen ausgebildet.

Landkreisweit sind in den Betrieben 208 von insgesamt 574 angebotenen Lehrstellen unbesetzt, verkündet die IHK München Oberbayern heute. Das sind mehr als ein Drittel aller angebotenen Stellen. Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Landkreis sei ungebrochen, heißt es seitens der IHK.

Es bieten sogar immer mehr Betriebe Lehrstellen an. „Es fehlt schlicht an den Bewerbern“, sagt Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Gremiums Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Bewerber um 1,2 Prozent zurückgegangen, sagt er.

Besonders betroffen sind Gastronomiebetriebe. „Dort zu arbeiten, scheint nicht mehr attraktiv zu sein“, sagte Alban Weber, Personalleiter im Hotel Bachmair Weissach, bereits im Juni. Jetzt, zweieinhalb Monate später, zeigt er sich bedingt zufrieden mit der Anzahl der Lehrlinge. „Wir haben kurzfristig noch Azubis gefunden. Wir haben aber noch Potenzial, welche aufzunehmen“, sagt er. Auch von Seiten des Rottacher Parkhotel Egerner Höfe, heißt es: „Es könnten ein paar mehr sein“, sagt Ute Weber aus der Personalabteilung.

Bewerbungen immer kurzfristiger

Auffällig ist, dass viele Bewerbungen heuer sehr kurzfristig eingehen. Alban Weber berichtet von Bewerbungen mit einem Vorlauf von drei Wochen. „Das ist sehr schade“, sagt er. Eine frühe Bewerbung gibt dem Unternehmen mehr Planungssicherheit und bedeutet für die Lehrlinge weniger Stress bei Anmeldung und der Wohnungssuche. Woran dies liegt, kann sich Alban Weber nicht erklären. Ein Grund könne die große Auswahl an Lehrstellen sein, die sich den Bewerbern biete, sagt Ute Weber von den Egerner Höfen. Zudem entschieden sich viele auch recht kurzfristig.

Bei einigen Einzelhandelsbetrieben am Tegernsee sieht es dagegen anders aus. Sowohl Sport Estner in Bad Wiessee als auch Sport Schlichtner in Rottach-Egern haben wenig Probleme, Auszubildende zu finden. Auch die Schreinerei Eham meinte vor zwei Monaten: „Wir können uns nicht beklagen.“ Doch dass ist eher die Ausnahme, wie die IHK heute mitteilt.

Trend geht zur Akademisierung

Dort begründet man den grundsätzlichen Bewerberengpass mit sinkenden Schulabgängerzahlen und einem anhaltenden Trend zur Akademisierung. Auch an Versicherungskaufleuten und Elektronikern fehle es, so Krämmel. In Bezug auf den Fachkräftemangel könnte sich der Mangel an Ausbildungsbewerbern zu einem Problem entwickeln: „Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen. Der fehlende Nachwuchs beeinträchtigt das Wachstumspotenzial der Betriebe in allen Branchen“, sagt Krämmel abschließend.

Hinweis in eigener Sache: Alle Unternehmen aus dem Landkreis Miesbach und Umgebung, die aktuell Auszubildende suchen, können ihre Stellenangebote derzeit auf der Seite Oberland-Jobs.de kostenfrei einstellen. Das Angebot ist ein Service der Tegernseer Stimme. Stellenanzeigen und Fragen per E-Mail an info@oberland-jobs.de.

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