Wie die Waakirchner sich auf's Gaufest vorbereiten

Wia danzt ma eigentlich an Schnacklwalzer?

Sie kommen aus Marienstein, Hauserdörfl und den anderen Ortsteilen in Waakirchen. Nach den Osterferien sind sie aus ihrem „Winterschlaf“ erwacht und freuen sich schon auf ihr Hobby. Heid zoang uns die Trachler wia’s Schuahplattln und Drahn richtig geht.

Hier wird getanzt und geprobt.

Anderl, Anna, Beni, Lena und die anderen. Immer am Freitagabend machen sie sich auf zur Plattlerprobe ins Trachtenheim „Bodenschneid“ in Waakirchen. Sechs bis 15 Jahre alt sind die Jungen und Mädchen der Kindergruppe des Trachtenvereins „Schmied von Kochel und Bodenschneid Waakirchen-Hauserdörfl e.V.“.

Proben für das anstehende Gaufest

An die 40 Kinder zählt die Kindergruppe insgesamt. Es geht also meist hoch her bei den Plattlerproben. Hier auf der Holzbühne des „Trachtenstadls“, der gleich hinter dem Vereinsheim ist, haben die Buben viel Platz, um ihre Beine zu schwingen und die Madln können sich gut drehen.

Die Musik kommt heute vom Band. Ansonsten spielt Walter Reich auf seiner „Ziach“ auf. Um halb sieben sind alle da. Die Paare finden sich. Dass alles glatt läuft, darum kümmern sich Georg Noha und Vroni Kinshofer, die beiden Jugendleiter des Vereins. Die Musik hebt zum „Bayrischzeller“ an, einem Plattler, der den Kindern wohl vertraut ist. Dann folgen der „Haushamer“, das „Mühlradl“, der „Sterntanz“ und das Lieblingsstück der Kinder, der „Schnacklwalzer“.

Die Abfolgen der „Choreographie“ sitzen. Das Leder, auf die die Hände der Buben aufkommen, gibt klatschende Bestätigung. Die Röcke der Dirndln fliegen wie Teller, wenn sie sich drehen. In der Plattlerprobe ist es üblich, im normalen Trachtengwand zu kommen. Doch wenn auch im „normalen Gwand“ getanzt wird, so sind alle schon etwas aufgeregt wegen dem „Oberlandler Gaufest“, das in Kürze ansteht.

Tänzerisches Können und traditionelles Gwand

Denn dort zeigen 49 Trachtenvereine, unter anderem auch die „Waakirchner“, dass ihre Tanzkunst sitzt und genauso gut auch ihr Gwand. Bei solchen Auftritten wird dann die festliche Vereinstracht herausgeholt. Dann sind alle Dirndln uniform gekleidet: gleiches Oberteil, der sogenannte „Boin-Kittel“ in seinen typischen Waakirchner Farben, darauf eine weiße Schürze mit Spitzensaum und natürlich die schwarzen Trachtenschuhe mit dem traditionellen Lochmuster.

Nur noch zwei Plattlerproben sind es bis zu diesem wichtigen Auftritt. Oft genügt den Kindern ihr tänzerisches Können allein. Beim Sterntanz nehmen sie Schmuckelemente wie daxngebundene Zacken oder farbige Bänder zuhilfe, die meist zum Schluss eine vollendete Formation ergeben – eben einen Sternenformation. Während sie so für ihre Auftritte trainieren, kommt der Spaß auch nicht zu kirz. Ratschn, lustig sein und manchmal zusätzlich eine wohlverdiente Brotzeit zum Schluss lässt sich keiner entgehen. Wenn es aber an die Auftritte geht, dann können die Kinder einen ganz schönen Ehrgeiz entwickeln, meint Vroni Kinshofer.

Das äußert sich in einem „gesunden Konkurrenzverhalten“ im Wettstreit mit den weiteren Trachtenvereinen. Aber auch in einem großen Zusammenhalt untereinander. Bei der Plattlerprobe gibt es um acht Uhr abends dann die „Wachablösung“ des insgesamt rund 530 Köpfe zählenden Vereins. Seit 2017 hatte der Waakirchner Verein mit den Hauserdörflern fusioniert. Seitdem gibt es keine Nachwuchssorgen mehr.

„Kronentanz“ als Krönung

Jetzt trudelt die Aktive Plattlergruppe – die „Großen“ ein. Die 16- bis 30-Jährigen haben heute einen festgelegten Plan, der aufgehen soll. Sie proben den sogenannten „Kronentanz“. Ebenfalls für‘s anstehende Gaufest. Der Kronentanz, bei dem sich meist 16 Paare, manchmal auch nur 8 Paare, finden, bekommt jeder Teilnehmer zum Start einen Metallbogen.

Der Bogen ist mit Kunststoffgrün und weiß-blauen Bändern umwickelt. Das Element wird während des ganzen Tanzes über den Kopf gehalten. Zu Marschmusik bewegen sich die Teilnehmer in festgelegten Formationen zum Takt der Musik. Ein sogenannter „Vorplattler“ – das ist in dem Fall Markus Pfister – gibt per Fußstampfen die Kommandos. Der Tanz folgt einer langen Tradition und ist ursprünglich ein werblicher Tanz.

Er wird bei jedem Gaufest nach Punkten bewertet. Zum Glück sind die Waakirchner heute bei der Probe schon eine eingespielte Truppe. Jeder weiß, was er zu tun hat. So fügt sich die Formation zu verschiedenen Figuren, mal kleinere Kronen, mal ein Kreis, zum Schluss formiert man sich zu einer großen Krone, bei dem die einzelnen Bögen alle gemeinsam in eine hochgehobene Stange eingehängt werden. Und natürlich tanzt am Ende noch jeder junge Mann mit seinem „Madl“, als Zeichen der gelungenen „Werbung“.


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