Lottogewinn: Was kommt danach?

von Redaktion

Wer gewinnt, steht vor ungeahnten Herausforderungen – so ist es zumindest beim Lotto. Im März 2016 hatte ein Mann aus Nordrhein-Westfalen enormes Glück und gewann 76,8 Millionen Euro – ein neuer Rekord. Große Glückspilze kommen auch aus Bayern: 2015 hat Lotto Bayern insgesamt 559 Millionen Euro an 17 Gewinner ausgezahlt. Dabei gewannen drei Handwerker aus Mittelfranken 33 Millionen Euro, weitere 17 Millionen Euro durften sich zwei Männer aus Unterfranken teilen. Doch nach der Freude bedeutet eine solche Summe meist auch eine große Veränderung für das Leben der Gewinner.

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Bernd Willers ist hauptberuflich Berater für Lottogewinner und empfiehlt den Betroffenen, zunächst die Ruhe zu bewahren. Willers arbeitet seit 36 Jahren für Lotto und hat dabei den Lebenswandel vieler Gewinner miterlebt. Sein Fazit: In der Vergangenheit sind bereits etliche Gewinner übermütig geworden und haben ihre neu gewonnenen Millionen unachtsam verprasst.

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Anstatt das gewonnene Geld möglichst schnell auszugeben, rät Willers, sich im engsten Familienkreis über die künftige Vorgehensweise zu beraten und gemeinsam einen Plan festzulegen. Von hohen Investitionen oder der Jobkündigung gleich zu Beginn rät er hingegen warnend ab. Schließlich hat überstürztes und zügelloses Verhalten schon so manchen Gewinnern die Freude am Geld verdorben.

Zuallererst sollte man sich gründlich vergewissern, ob man wirklich gewonnen hat, schließlich ist beispielsweise ein Gewinn beim Lotto am Mittwoch erst gültig, wenn er durch die Gesellschaft bestätigt wurde. Ab und zu kommt es vor, dass Fehler geschehen und vermeintliche Gewinner gar nicht zu den Glücklichen zählen.

Arbeiten trotz Millionengewinn?

Entgegen des Klischees bedeutet ein Millionengewinn für viele deutsche Lottospieler nicht das Ende ihrer beruflichen Laufbahn. Anstatt den Rest ihres Lebens an einem Strand in der Karibik zu verbringen, möchten laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung und des GfK Vereins 55 Prozent aller Arbeitnehmer ganz normal weiterarbeiten – nur jeder fünfte würde nach einem Gewinn seinen Job kündigen. Der Grund dafür liegt in der hohen Bedeutung der Arbeit: Auf der Beliebtheitsskala rangiert die Arbeit mit 34 Prozentpunkten deutlich vor der Freizeit, die es lediglich auf 20 Prozent schafft.

Nur die Familie und die Partnerschaft schaffen es mit 39 Prozent vor den Beruf. Dabei scheint das Bildungsniveau einen großen Einfluss auf den Arbeitswillen zu haben – je gebildeter, desto arbeitswilliger sind die Menschen: Personen mit einem hohen Bildungsabschluss wollen zu 65 Prozent weiterarbeiten, Arbeitnehmer mit niedrigem Abschluss nur zu 45 Prozent.

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