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Öko-Modellregion Miesbach startet mit zwölf Projekten

Das gesunde Dutzend

Von Rose Beyer

Die Bewerbung war erfolgreich. Jetzt ist auch die Urkunde übergeben. Als nächster Schritt wird ein Manager für die Öko-Modellregion gesucht. Das gemeinsame Ziel von Wirtschaft und Landwirtschaft: die heimisch erzeugten Öko-Lebensmittel besser vermarkten. In zwölf Projekten soll dies in zwei Jahren gelingen.

Durch den Titel "Öko-Modellregion" sollen regionale Produzenten und ihre Erzeugnisse gestärkt werden
Durch den Titel „Öko-Modellregion“ sollen regionale Produzenten und ihre Erzeugnisse gestärkt werden.

Wirtschaft meets Landwirtschaft. So könnte man die Verantwortlichen der Öko-Modellregion Oberland beschreiben. Die Rede ist von Josef Lechner, der als ausgebildeter Mann der Wirtschaft die Geschicke als Bürgermeister der Gemeinde Fischbachau leitet. Und Klaus Thurnhuber, seines Zeichens Bio-Bauer und Bürgermeister der Gemeinde Warngau.

Gemeinsam mit Dr. Stefan Gabler, Leiter des Amtes für Landwirtschaft im Holzkirchner Zentrum, mit ATS-Chef Harald Gmeiner und SMB-Chef Alexander Schmid fungieren die beiden (Land-)Wirtschaftler als Sprecher der Steuerungsgruppe für die Öko-Modellregion Oberland.

Manager für Modellregion gesucht

Bis hierhin war es schon ein weiter Weg: Ein umfangreiches Konzept musste geschrieben und zahlreiche Arbeitsgruppen überstanden werden. Nun ist die erste Hürde – die Bewerbung um das Projekt – erst einmal geschafft. Doch damit fängt die Arbeit eigentlich erst an.

Zuerst will die Steuerungsgruppe der Öko-Modellregion einen Manager finden. Dieser soll voraussichtlich im September anfangen, tätig zu werden. Zwei bis drei Tage der Arbeitswoche soll er oder sie in einem Team mit Leader-Managerin Steffi Stiller von der Standortmarketinggesellschaft in Miesbach arbeiten. Die restlichen Tage der Woche ist für das Grüne Zentrum in Holzkirchen verplant. So soll der Öko-Modell-Manager der optimale Vernetzer für Wirtschaft und Landwirtschaft sein.

Zwölf Projekte – ein Ziel

Zu tun gibt es jede Menge. Insgesamt zwölf gemeinsam entwickelte Projekte hatte man bei der Bewerbung vorgestellt. Vor allem im Einzelhandel – den Supermärkten und Biomärkten der Region – sollen verstärkt Regionalprodukte etabliert werden. „Die Nachfrage ist da“, meint auch Josef Lechner. Mit dem neu gewonnenen Förderprojekt will man in der Vermarktung jetzt auch im Handel in die Offensive gehen.

Auch in der Gemeinschaftsverpflegung – in Schulen sowie öffentlichen und betrieblichen Kantinen – sollen verstärkt regionale Lebensmittel verarbeitet werden, wenn es nach der Steuerungsgruppe geht. Die Bürgerbeteiligung durch Genussscheinprojekte soll angekurbelt werden, so wie sie beispielsweise die Käserei Haase in Fischbachau oder der Archehof Schlickenried in Otterfing schon praktizieren.

Auch wenn die Macher hinter der Öko-Modellregion Bio-Schmankerl, Bio-Eier und Bio-Kräuter in den Regalen des Oberlands sehen und Blühflächen für Bienen anlegen möchten – der Schwerpunkt dürfte auf der Milchviehhaltung liegen. 24 Prozent der Bauern im Landkreis wirtschaften bereits mit Bio-Siegel. Diese Zahl soll noch deutlich nach oben gehen, wenn die Öko-Modellregion aufgeht.

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner überreichte die Urkunde als äußeres Zeichen der erfolgreichen Bewerbung um die Öko-Modellregion
Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (5. von links) überreichte die Urkunde als Zeichen der erfolgreichen Bewerbung um die Öko-Modellregion.

Nicht nur Dr. Stefan Gabler vom Landwirtschaftsamt im Grünen Zentrum Holzkirchen will den eingeschlagenen Weg der Premiumlandwirtschaft konsequent verfolgen. Vor allem liegt ihm am Herzen, das Selbstwertgefühl junger Landwirte zu stärken.

Ihr seid was Besonderes und eure Arbeit verdient Anerkennung. Wenn dann auch die Summe unterm Strich der Milchabrechnung stimmt, dann hat man alles richtig gemacht.

Für das Förderprojekt der Öko-Modellregion macht das Landwirtschaftsministerium einiges locker. 200.000 Euro in zwei Jahren – darauf ist das Öko-Modellprojekt angesetzt. 75 Prozent davon bezahlt das Ministerium. Der Rest wird auf die beteiligten 17 Gemeinden im Landkreis umgelegt.


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