Dickes Fragezeichen um Maximilian

von Nicole Posztos

Im Frühjahr hätten die Bauarbeiten rund um das Maximilian-Areal starten sollen. Dass daraus und aus dem notariellen Vertrag mit Investor Ten Brinke nichts wird, war bereits Ende Februar bekannt geworden.

Auf der vergangenen Bürgerversammlung hatte Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing darüber informiert, wann es beim seit Jahrzehnten brachliegenden Gebäude losgehen könnte. Doch mittlerweile ist klar: der Zeitplan ist mehr als eng. Das Geschäft könnte noch auf der Zielgerade scheitern.

Abriss erstmal kein Thema mehr

Ein sanierter Gasthof Maxmilian inklusive Biergarten, Wohnbebauung, ein 800 Quadratmeter großer Vollsortimenter und ein Fachmarkt sowie mehrere Büros und kleinere Geschäfte sollen auf dem 5.500 Quadratmeter großen Areal entstehen.

Dazu möglicherweise die Gmunder Tourist Info und eine große Tiefgarage unter dem Gelände. Das Konzept für das fußballfeldgroße Grundstück inmitten des Gmunder Zentrums steht seit Monaten fest. Der Bebauungsplan ebenfalls. Und es gibt auch einen rechtskräftigen Durchführungsvertrag.

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Der Lageplan der drei Gebäude auf dem Areal. Links davon verläuft die Bundesstraße. Quelle: Gemeinde Gmund
Der Lageplan der drei Gebäude auf dem Areal. Links davon verläuft die Bundesstraße. Quelle: Gemeinde Gmund

Alleine das ist schon ein Erfolg. Denn noch vor drei Jahren war ein Abriss des Maximilian das wahrscheinlichste Szenario. Keiner wollte sich an das denkmalgeschützte Gebäude herantrauen. Zu groß die Furcht vor Auflagen und horrenden Kosten.

Eine Bürgerwerkstatt im Februar 2010 brachte zumindest ansatzweise die Wende. Die Bürger stellten klar, dass der alte Gasthof bleiben soll. Und sie äußerten gleichzeitig Wünsche für die zukünftige Nutzung des Areals. Einiges davon ist zwar mit der Zeit auf der Strecke geblieben, doch das Konzept soll nicht nur den Bürgern, sondern auch dem Investor schmecken.

Erfolg mit Fragezeichen

Der über lange Zeit hinweg ausgearbeitete Kompromiss ist damit vor allem den Erfahrungen von Ten Brinke als künftigen Eigentümer geschuldet. Das holländische Bauunternehmen ist im Landkreis bekannt als Bauherr mit Vollsortimenter-Kompetenz. Und auch beim Maximilian-Areal sind die Gewerbeflächen scheinbar kein Problem, wie von Preysing bei der vergangenen Bürgerversammlung durchblicken ließ. “Für die Neubauflächen hat Ten Brinke ausreichend Pächter und Mieter.”

Die Ansicht auf das Maximilian (Gebäude links) und die beiden Neubauten ein wenig nach hinten versetzt.
Die Ansicht auf das Maximilian (Gebäude links) und die beiden Neubauten ein wenig nach hinten versetzt.

Die aktuelle Verzögerung resultiert damit vor allem aus der Vermarktung des historischen Gasthofs. Im “Maximilian” ist unter anderem Gastronomie inklusive Biergarten geplant. Doch dafür, so Preysings Einwand bereits Ende Februar, habe Ten Brinke Probleme, einen entsprechenden Betreiber beziehungsweise Pächter zu finden. Aus diesem Grund hatte die Gemeinde – auf Wunsch des Investors – den gültigen Optionsvertrag bis zum 31. Mai verlängern lassen.

Sollte bis dahin keine Unterschrift vorliegen, würde rund um den “Maximilian” alles wieder in die frühere Schockstarre verfallen. Doch das sei unwahrscheinlich, war sich Preysing damals sicher. “Wir sind zuversichtlich, dass es im Sommer mit den Bauarbeiten losgeht.”

Anforderungen des Denkmalschutzes

Ob der Bürgermeister derzeit immer noch so sicher ist, dass im Sommer die langersehnten Arbeiten am Maximilian starten, ließ er bei der gestrigen Gemeinderatssitzung nicht durchblicken. Nur ein wenig über aktuelle Gespräche wolle er informieren. Es habe, so Preysing am Dienstag, eine Begehung mit Ten Brinke, dem Bauamt und dem Denkmalschutzamt gegeben. Laut Bürgermeister sei die Sache sehr fruchtbar.

Auf Nachfrage konnte Andreas Kern die Begehung heute bestätigen. Es habe sich um ein “super konstruktives Gespräch gehandelt”, bei dem unter anderem Christoph Scholter vom Landesamt für Denkmalpflege sowie der Kreisbaumeister Werner Pawlowsky anwesend waren. Laut Kern ging es dabei vor allem um die umfangreiche Sanierung des denkmalgeschützten Gasthofs. Dessen Kollege Heiko Schröppel bestätigte gegenüber dem Merkur, dass Ten Brinke Kostensicherheit brauche. “Sonst kann das ein Fass ohne Boden werden.“

Bei der Pressekonferenz am 1. März 2012: Andreas Kern (Ten Brinke), Bürgermeister Georg von Preysing, Heiko Schröppel (Ten Brinke)
Bei der Pressekonferenz am 1. März 2012: Andreas Kern (Ten Brinke), Georg von Preysing, Heiko Schröppel (Ten Brinke)

Auf den potentiellen Käufer wartet nun eine Liste der Denkmalschützer mit Punkten, die abgearbeitet werden müssen. So soll die Dachkonstruktion unbedingt in der bestehenden Form erhalten werden. Doch vor allem der Brandschutz bereitet den Verantwortlichen bei Ten Brinke Kopfzerbrechen. Aufgrund der Auflagen, hätten sich laut Kern auch die Nutzungsmöglichkeiten im Gasthof selber geändert. Aus dem Grund habe man auch noch keinen geeigneten Pächter für das Objekt gefunden. Doch Pächter gibt es scheinbar einige. “Nur noch nicht der passende”, so Kern.

Möglicherweise wird die Gmunder Verwaltung bereits in der kommenden Woche mehr wissen, ob und wie es beim Maximilian weitergeht. Dann gibt es erneut das Treffen zwischen Ämtern und Investor. Und spätestens am 31. Mai werden die Bürger erfahren, ob und in welcher Form das Maximilian bestehen bleibt. Zumindest eine weitere Verlängerung des offenen Optionsvertrages soll es laut Aussage des Gmunders Bürgermeisters Georg von Preysing nicht mehr geben.

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