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Serie „Wir hier in Holzkirchen“: Zehn Fragen an Lydia Starkulla

Mehr Lebensqualität als Ziel

Von Petra Dietzel

Holzkirchen steht für Handwerk und Handel. Moderne Wirtschaftsunternehmen, Landwirtschaft, Tradition, Moderne: Das macht die Gemeinde aus. Aber wie ist der Blick des Einzelnen? Wir befragen in unserer Reihe „Zehn Fragen an …“ Bürger aus der Marktgemeinde. Heute: Regisseurin Lydia Starkulla.

Mit Kritik, aber auch neuen Impulsen setzt sich die Regisseurin und Schauspielerin Lydia Starkulla für Holzkirchen ein
Mit Kritik, aber auch neuen Impulsen setzt sich die Regisseurin und Schauspielerin Lydia Starkulla für Holzkirchen ein

Lydia Starkulla hatte seit ihrer Schulzeit einen Traum. Die Holzkirchnerin wollte Schuaspielerin werden. Zehn Jahre nach ihrer Ausbildung in Berlin, spielte und inszenierte sie deutschlandweit an freien Theatern.

2010 zog es Starkulla in ihre frühere Heimat. Seitdem hat sie sich auch in der Marktgemeinde einen Namen gemacht.

Hallo Frau Starkulla, was bedeuten Holzkirchen und das Oberland für Sie?

Holzkirchen ist meine Heimat. Ich habe hier meine Kindheit verbracht und die Grundschule besucht. Da es hier kein Gymnasium gab, bin ich damals täglich nach München gefahren. Nach meiner Berliner Zeit ist es jetzt genau der richtige Ort für mich: Ich kann Arbeit, Reisen und Erholung optimal miteinander verbinden.

Was gefällt Ihnen hier besonders gut?

Viele sagen „die Nähe zu München und den Bergen“. Aber das bedeutet doch letztlich, dass sie den Ort mögen, weil man so schnell weg ist (lacht dabei). Ich halte es nicht für den schönsten Ort, aber er bietet eine gute Mitte zwischen Natur und Kultur.

Was würden Sie am liebsten sofort ändern?

Dass die Menschen hier nicht nur schlafen, sondern mehr hier leben. Dass sie abends nicht dauernd nach München pendeln, sondern der lokalen Kulturszene eine echte Chance geben. Dass sie mehr zu Fuß gehen und Rad fahren. Das würde helfen, unser Verkehrsproblem zu lösen. Ja, der Verkehr ist ein Riesenproblem. Eine Umgehungsstraße, aber auch eine Fußgängerzone und ein Kino hätten schon in den 80-er Jahren gebaut werden müssen. Der Verkehr muss raus aus den Innenstadtbereichen, damit die Menschen mehr Lebensqualität, mehr Raum und Zeit für Begegnungen haben.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?

Eindeutig in den Bergen. Ich liebe die Berge und bin oft mit dem Rad draußen. Besonders gut, gefällt mir die Vielfalt an Möglichkeiten: Dass ich immer wieder etwas Neues unternehmen kann und nicht 15 mal auf die Neureuth steigen muss.

Was ist Ihr persönlicher Freizeittipp?

Im Sommer sind es die Berge und die Seen. Im Winter steht für mich die Kultur auf dem Programm: Theater, Kino sowie Ausstellungen und Museen.

Welchen Ort möchten Sie unbedingt einmal besuchen?

Ich bin ein neugieriger Mensch: Mich reizt ALLES, die ganze Welt! Besonders spannend finde ich das Nicht-Alltägliche – und das kann man überall entdecken, auch hier am Ort.

Bei welcher Veranstaltung kann man Sie als nächstes antreffen?

Mit dem Ensemble Peripher habe ich letztes Jahr eine eigene Profi-Gruppe gegründet. Da beginnen demnächst die Proben zu unserem neuen Stück „Bin nebenan“, das im Oktober Premiere hat und dann bis Weihnachten läuft. Es ist gesellschaftskritisch, aber nicht boulevardmäßig. Und ich möchte gern zu den Irschenbergern – einem Laientheater, das im September das provokative Stück „Krach im Haus Gott“ aufführt.

Wo sehen Sie in Holzkirchen dringenden Handlungsbedarf?

Wie schon gesagt, wünsche ich mir mehr Lebensqualität für die Menschen. Dazu gehören für mich auch mehr Einkaufsmöglichkeiten im Innenstadtbereich. Gerade angesichts des demografischen Wandels, ist das für ältere Leute sehr wichtig.

Kultur ist Ihr Lebenselixier. Gibt es Maßnahmen, die die Kulturszene in Holzkirchen verbessern würden?

Ich denke, die Gemeinde könnte wirklich mehr für die Menschen hier tun. Holzkirchen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, und dank der Industrie eine finanzstarke Gemeinde. Ich bin sehr dankbar für unser Kulturhaus, aber ich sehe trotzdem eine Verpflichtung, mehr in Kultur zu investieren und dies nicht als Gnade anzusehen.

Wem sollen wir die „Zehn Fragen“ als nächstes stellen?

Ich denke spontan an die Buchhändlerin Cornelia Engl. Ein Ort ohne Buchladen ist für mich eine schreckliche Vorstellung. Und die Holzkirchner Bücherecke, mit ihren Lesungen und Veranstaltungen, ist für mich ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt im Ort.

Danke, Frau Starkulla, für das Gespräch.

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