Bürgermeister Olaf von Löwis ist erster Standesbeamter in Holzkirchen

„Meine Ehen müssen halten“

Von Lydia Dartsch

Scheidungen? So etwas kommt bei Olaf von Löwis nicht in Frage. Das müssen ihm die Paare versprechen, die der Holzkirchner Bürgermeister als Standesbeamter vermählt. Viele Bürgermeister lassen sich diese Aufgabe nicht nehmen. Für einige Paare ist die Trauung durch den Bürgermeister das i-Tüpfelchen am „schönsten Tag des Lebens“.

Bürgermeister Olaf von Löwis lenkt nicht nur die Geschicke der Marktgemeinde, sondern verhilft Paaren auch zum schönsten Tag im Leben.
Bürgermeister Olaf von Löwis lenkt nicht nur die Geschicke der Marktgemeinde, sondern verhilft Paaren auch zum schönsten Tag im Leben.

Das Bild vom Bürgermeister der seine Gemeindebürger verheiratet, hat etwas vom Schäfer und den Schäfchen: Mit der Amtskette um den Hals ernennt er zwei Bürger seiner Gemeinde zu Eheleuten oder Lebenspartnern. „Das ist schon was ganz besonderes“, findet Olaf von Löwis.

Wie die meisten Bürgermeister, ist auch von Löwis Standesbeamter für Eheschließungen und die Beurkundung von Lebenspartnerschaften. Dafür musste er einen eintägigen Lehrgang besuchen. Ebenso ist es in Otterfing, wo neben Bürgermeister Jakob Eglseder auch die 2. Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier die Bürger verheiratet.

Erster Platz für den Bürgermeister

In Holzkirchen ist von Löwis erster Standesbeamter. „Eine Hierarchie geht damit aber nicht einher“, sagt Gabriele Dorby, Sprecherin des Landratsamts. Die anderen Standesbeamten seien gleichberechtigt und nicht an Weisungen gebunden. „Als Bürgermeister gebührt ihm eben der erste Platz“, so Christoph Marcher, stellvertretender Hauptamtsleiter der Gemeinde Holzkirchen.

Vollstandesbeamten dagegen hätten mehrere Aufgabenbereiche: Personalausweise ausstellen, Sterbefälle beurkunden und vieles mehr, erklärt Marcher. Zwar könne Bürgermeister von Löwis formal gesehen auch Vollstandesbeamter werden, aber: „Das ist hauptsächlich ausführende Verwaltungsarbeit, die eigentlich nicht in den Aufgabenbereich eines Bürgermeisters passen“, so Marcher.

„Bis dass der Tod sie scheidet“ – aus Prinzip

Deshalb beschränken sich die Bürgermeister in der Regel auf Hochzeiten: „Für viele Paare macht das die Zeremonie erst besonders feierlich“, sagt Marcher. Andere Paare dagegen bitten explizit darum, nicht vom Bürgermeister getraut zu werden: „Manche wollen die Trauung auch lieber im kleinen Rahmen.“

Doch der Bürgermeister kann nicht auf jeder Hochzeit tanzen: Die Trauungen seien nur möglich, wenn es der Terminkalender zulässt. Man dürfe also eine Absage zur Trauung nicht als Wertung verstehen, so Marcher weiter. Doch bevor die Liebe eines Paares besiegelt werden kann, müssen die künftigen Eherpartner eine wichtige Bedingung erfüllen: „Sie müssen versprechen, dass die Ehe nicht geschieden wird, wenn ich sie traue“, schmunzelt von Löwis. Bisher sei diese Bedingung auch immer eingehalten worden.


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