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Johanniter im Tegernseer Tal warnen

Minusgrade können schnell gefährlich werden

Von Nina Häußinger

In den kommenden Nächten wird es am Tegernsee kalt. Zweistellige Minusgrade sind möglich. Die Johanniter haben ein paar Tipps. Auch Piercingträger sollten aufpassen.

Minusgerade werden vor allem bei Unfällen jetzt sehr gefährlich / Quelle: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (Bildsituation gestellt)

Es wird kalt am Tegernsee. In den Nächten kann es zweistellige Minusgrade haben. Die Johanniter warnen deshalb jetzt vor möglichen Gefahren. „Die eisigen Minustemperaturen der kommenden Nächte können für verunglückte Personen bei Notfällen im Freien und in schlecht beheizten Räumen wie in Garagen, Kellern oder auch in parkenden Autos sehr schnell lebensbedrohlich werden“, heißt es von Seiten der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Rottach. Die Johanniter rufen daher auf, couragiert als Ersthelfer zu handeln, sollte eine Person in Not geraten.

„Ein harmloser Ausrutscher bei einem Spaziergang kann bei den eisigen Temperaturen lebensbedrohlich werden“, warnt Niels von Meerwijk, der Ortsbeauftragte der Johanniter im Tegernseer Tal. „Bereits bei zehn Grad Plus oder noch weniger, kühlt der Körper sehr schnell aus, wenn man aufgrund einer Verletzung oder einer plötzlich auftretenden Erkrankung bewegungsunfähig ist“, so von Meerwijk weiter. Dann sind es die Ersthelfer die Leben retten können, indem sie rasch den Notruf 112 wählen und dafür sorgen, dass die Körperwärme erhalten bleibt.

Auch das Auto sollte für den Ernstfall präpariert sein. In jedem Verbandskasten muss eine beschichtete Rettungsdecke sein, die Körperwärme reflektiert und dadurch die Auskühlung vermindert. „Den Betroffenen am besten schnell in Wolldecken oder nicht benötige Bekleidung einpacken und dann die Rettungsdecke um ihn herumwickeln, damit er nicht mehr den Kontakt zum gefrorenen Boden hat“, sagt van Meerwijk. „Ist er bewusstlos und hat eine normale Atmung, wird er in die stabile Seitenlage gebracht und ebenfalls warm eingepackt.“ Bewusstlose Personen seien durch die eisige Kälte besonders gefährdet. Wenn der Bewusstlose nicht atmet, sofort mit der Herzdruckmassage beginnen und diese bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortsetzen.

Auch auf Kinder sollte geachtet werden

Grundsätzlich sollte bei den kalten Temperaturen darauf geachtet werden, dass Kinder gut eingepackt sind, insbesondere Kopf, Hände und Füße geschützt sind. Außerdem sollten Kinder ausreichend große Schuhe tragen. Es muss Platz für dicke Socken sein, und die Zehen müssen genügend Bewegungsfreiheit haben. Der sogenannte „Zwiebellook“ ist besser als ein dickes Kleidungstück. Wenn man warme Räume betritt, sollte man den Mantel öffnen und sich beim Verlassen wieder warm einpacken. Dies verhindert Schwitzen und damit die Entstehung von Verdunstungskälte.

Der Körper hat außerdem auf Grund der Temperaturen einen erhöhten Energiebedarf. Mit warmen und gezuckerten Getränken und mehreren über den Tag verteilten Mahlzeiten kann dieser erfüllt werden. Wenn man im Freien warten muss empfehlen die Johanniter nicht stehen zu bleiben, sondern sich zu bewegen. Ein weiteren Tipp gibt’s für Piercing-Träger: „Durch Piercings in Ohren, Nasen oder Lippen können Erfrierungen entstehen. Wenn es bitterkalt ist, sollten sie daher beim Aufenthalt im Freien besser entfernt werden.“


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