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Seltene Barrierefreiheit im Tal

Mit dem Rollstuhl Urlaub machen

Von Nina Häußinger

Nur wenige Hotels und Restaurants im Tal bieten Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, sich ohne größere Probleme mit einem Rollstuhl zu bewegen.

Hildegard Wagner, Betreiberin des Hotel Concordia, hat ihre Zimmer jetzt barrierefrei gestaltet. Und auch sonst sieht sie großen Handlungsbedarf.

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Barrierefreiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Von rund 565 Fremdenverkehrsbetrieben sind im Tegernseer Tal nur 26 auch für Rollstuhlfahrer problemlos zu erreichen. Das geht aus einer aktuellen Statistik der TTT hervor. Und auch sonst stoßen Menschen mit Gehbehinderung schnell an ihre Grenzen. Ob bei den Toiletten in Restaurants oder öffentlichen Veranstaltungen – oft wird einfach nicht an eine behindertengerechte Ausstattung gedacht.

Hildegard Wagner vom Wiesseer Hotel Concordia hat nun ihr Hotel in Bad Wiessee barrierefrei umbauen lassen. Hier spielen Kinder, auf einer groß angelegten Wiese, während nebenan gehbehinderte Gäste ihren Urlaub genießen. „Menschen mit Behinderung sind häufig viel toleranter“, so Wagner. Ihr Bruder ist seit seiner Geburt auf den Rollstuhl angewiesen. Für die Wiesseerin steht fest:

Es muss ein Umdenken in den Köpfen stattfinden, denn es sind vor allem die kleinen Dinge, die es ausmachen.

Zwei Jahre Planung und ein halbes Jahr Umbau hat Wagner hinter sich gebracht und ist stolz auf den Umbau in dem familiengeführten Haus. „Das Aufwändige war nicht die Barrierefreiheit, sondern der Brandschutz“, sagt sie. Dabei ist Wagner der Meinung, dass jedes Gästehaus oder Hotel, die Möglichkeit hat, Menschen mit Behinderung zu unterstützen. „Man kann viele Dinge vereinfachen, auch mit wenig Aufwand.“

Rund um den See sieht Wagner viel Handlungsbedarf. Das fängt bei besseren Wegen für Rollis an und geht bis hin zu mehr Hilfe für Seebehinderte und Gehörlose. Aktuell testet Sie gemeinsam mit Anton Grafwallner und der TTT alle 200 Restaurants im Tal auf Barrierefreiheit. Die Informationen wollen die Touristiker dann veröffentlichen.

Aber das reicht Wagner nicht. Auch von den Behörden erwartet Sie mehr Entgegenkommen. Die Umbauten würden ihrer Meinung nach teilweise unnötig erschwert: „Unsere Genehmigungsbehörden müssten hier „barrierefreier“ denken“.

In Wagners Hotel bleiben auch für Menschen mit Gehbehinderung fast keine Wünsche offen
Im Hotel Concordia finden sich auch Menschen mit Behinderung zurecht.

Zusammenfassend steht für Wagner fest: es ist ohne weiteres möglich, sein Hotel oder Gästehaus barrierefrei umzugestalten und das zu überschaubaren Kosten. In Sachen Barrierefreiheit sieht die Wiesseerin vor allem auf öffentlichen Veranstaltungen, in öffentlichen Gebäuden und Restaurants noch großen Verbesserungsbedarf.

Wagner empfiehlt jedem, der nicht weiß, wie schwer es ist, sich als Person mit Handicap im Tal zu bewegen, einen Tag im Rollstuhl oder mit Verdunkelungsbrille zu verbringen. Danach wisse man ganz bestimmt, wie weit es an manchen Stellen noch fehlt.

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