Mit zwölf Jahren Hauptrolle im Musical – Tegernseerstimme

Fanny Kern spielt "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern"

Mit zwölf Jahren Hauptrolle im Musical

Fanny ist zwölf Jahre und das jüngste Mitglied der bekannten Schauspielerfamilie Kern. Sie spielt die Hauptrolle im Musical “Das Mädchen mit den Schwefelhölzern”. Uns hat sie erzählt, warum auch sie das Schauspielen liebt und wann sie Lampenfieber hat.

Fanny Kern im Interview in Gmund

Andreas Kern wollte unbedingt ein Weihnachtstück mit Kindern und für Kinder inszenieren. Als Leiter des Tegernseer Volkstheaters kommt er zwei Mal im Jahr mit einer Neuinszenierung raus. Im vergangenen Dezember mit dem Musical „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern.“ Insgesamt sechs Kinder spielen zusammen mit erwachsenen Schauspielern auch heuer nochmal die Geschichte von Hans Christian Andersen nach.

Es ist die tragische Geschichte eines kleinen Mädchens, das frierend auf der Straße Schwefelhölzchen verkauft und dabei in den Tod gleitet. Kern hat daraus eine musikalische Fassung kreiert. Außerdem spielt der Plot am Weihnachtsabend und nicht, wie bei Andersen, an Silvester.

Wer die Hauptrolle besetzen soll, war Kern schon klar, bevor er das Drehbuch geschrieben hat. Seine Tochter Fanny Kern. Sie ist das jüngste Talent der bekannt Schauspielerfamilie. „Bei Fanny kommt einfach alles zusammen. Meine Eltern waren Profischauspieler. Die Eltern meiner Frau Jazzmusiker“, schmunzelt Kern. Fanny ist mit ihren 12 Jahren nun Schauspielerin, tanzt leidenschaftlich gerne und singt. Sie hat uns erzählt, was sie am Schauspielen liebt und warum sie vor dem Auftritt nur ein bisschen aufgeregt ist.

Fanny, seit wann hast du Interesse am Schauspielen und am Singen?

Fanny Kern: Das wurde mir eigentlich in die Wiege gelegt. Ich spiele Theater seit ich laufen kann. Die erste Rolle hatte ich im Kindergarten. Da durfte ich „Die kleine Hexe“ spielen. Mein erstes Lied war Paparazzi von Lady Gaga. Die Leidenschaft fürs Tanzen habe ich von meiner Schwester. Ich tanze viel Hip Hop und ein kleines bisschen Ballett. „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ ist aber die erste große Rolle, die ich im Theater meines Papas spielen darf.

Was ist das tolle daran, auf der Bühne zu stehen?

Fanny Kern: Man kann so viele andere Charaktere und Genres ausprobieren. Beides finde ich sehr spannend. Aber ich fand es vor allem schon immer toll, mich zu verkleiden.

Gehst du selber auch oft ins Theater?

Fanny Kern: Ja, wenn meine Eltern gehen, nehmen sie mich oft mit. Zuletzt haben wir „Faust“ am Gymnasium Tegernsee gesehen. Das war richtig toll.

Hast du ein Vorbild?

Fanny Kern: Meine Mama und mein Papa. Mein Tänzervorbild ist Mina Myoung. Mein Sängervorbild Christina Aguilera.

Fanny spielt mit 12 Jahren nun das zweite Mal die Hauptrolle im Musical “Das Mädchen mit den Schwefelhölzern” / Quelle: Dieter Schnöpf

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern ist ja schon ein anspruchsvolles Stück – vor allem weil deine Figur am Ende stirbt. War das anfangs schwer?

Fanny Kern: Das war schon eine Nahtoterfahrung muss ich sagen. (lacht). Schwer war eigentlich nur, dass ich nicht still sitzen kann.

Andreas Kern: Das Mädchen verliert auf der Bühne nach und nach an Lebensgeistern. Trotzdem muss man aber noch laut sprechen. Das war schon eine Herausforderung.

Und wie klappt das Proben neben der Schule?

Fanny Kern: Ach es geht eigentlich. Wenn Referate sind, ist es ein bisschen schwierig. Aber die Proben sind meistens abends und auch die Vorstellungen schon um 17 Uhr.

Hast du Lampenfieber?

Fanny Kern: Geht so. Ich rede eigentlich vorher immer nur sehr viel. Ich habe nicht so große Angst vor großem Publikum eher vor Kleinem. Und auch, dass mein Lehrer kommt, finde ich aufregend. Bei der letzten Aufführung hat meine Schwester sogar geweint und sie weint eigentlich nie. Da war ich schon sehr stolz.

Links im Bild Fanny Kern in der Hauptrolle / Quelle: Dieter Schnöpf

Willst du später auch mal Schauspielerin werden?

Fanny Kern: Ich würde gerne mal schauen, wie sich das entwickelt. Erstmal will ich um die Welt reisen. Ich möchte so viel sehen wie meine Schwester. Wahrscheinlich werde ich aber schon irgendwie beim Theaterspielen bleiben.

Herr Kern, Ist man da ein bisschen milder mit der eigenen Tochter auf der Bühne, als mit den anderen Schauspielern? Oder im Gegenteil noch strenger?

Andreas Kern: Ich bin überhaupt nicht streng. Da kenne ich andere Regisseure. Aber so wollte ich nie sein. Kindern muss man begeistern und aufbauen. Da gibt es Sachen, die können sie einfach nicht bringen. Das muss man auch akzeptieren.

Ist das Stück für heuer schon ausverkauft?

Andreas Kern: Nein leider nicht. Es wird immer schwerer Theater zu machen und momentan geht es sehr zäh. Ich würde mich sehr freuen, wenn auch mal mehr Einheimische kommen.

Alle Vorstellungstermine und Tickets gibt es hier.


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