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8. Weyarner Kleinkunsttage

Musikalischer Blick über den Tellerrand

Von Petra Dietzel

Bald startet die „fünfte Jahreszeit“ in Weyarn. Bereits zum 8. Mal finden dort vom 11. bis 15. März die Kleinkunsttage statt. Initiatorin Anschi Hacklinger hat sich mit dem Festival auch überregional einen Namen gemacht. Der HS verrät sie, warum immer mehr Musikfreunde nach Weyarn pilgern und was ihr persönlicher Geheimtipp ist.

Anschi Hacklinger lebt für die Musik - sie  ist Initiatorin und Organisatorin der Weyarner Kleinkunsttage.
Anschi Hacklinger lebt für die Musik – sie ist Initiatorin und Organisatorin der Weyarner Kleinkunsttage.

Beim Aufwachen hatte sie einen Geistesblitz, erzählt Anschi Hacklinger. „Wir veranstalten in Weyarn eine Festwoche mit Musik, Kleinkunst und Kabarett.“ Das war 2008. Gesagt – getan. Was für andere wie ein unüberwindbarer Berg scheinen mag, war für die ausgebildete Musiktherapeutin, die selbst in einer Band spielt, ein Kinderspiel.

Unterstützung durch Weyhalla-Wirt Girgl Ertl

„Meine Idee war, eine Reihe mit Künstler zu etablieren, die sonst nicht nach Weyarn kommen“, erinnert sich die zweifache Mutter. Das hat zwei Vorteile. Zum einen können die Weyarner vor Ort ausgehen, ohne lange Anfahrten. Zum anderen ist es ein Treffpunkt, der die Dorfgemeinschaft stärkt, betont die gebürtige Miesbacherin.

Einen Seelenverwandten fand sie in dem Weyhalla-Wirt Girgl Ertl. Er teilt ihre Liebe zur Musik und stellte kurzerhand den Raum zur Verfügung. Das Konzept, die Veranstaltungen an vier Tagen zu bündeln, erwies sich als clever. „Es entfaltet mehr Kraft, als wenn sich die Events übers Jahr verteilen“, so die Erfahrungen der Organisatoren, „Außerdem ist es von der Technik, dem Catering und der Werbung her leichter zu handhaben“.

Das A&O ist die Qualität der Künstler. Und Anschi Hacklinger hat als Künstlerin einen hohen Anspruch. „Das Publikum soll nicht nur das Bekannte konsumieren, sondern mal über den eigenen Suppentellerrand hinausschauen“, fordert die 41-Jährige. Aber das bedeutet für die Initiatorin, dass das Programm wirklich gut sein muss.

Kofelgschroa als prominente Gäste

Nach welchen Kriterien wählt sie aus? Zunächst entscheidet sie subjektiv, was ihr gefällt. Grundsätzlich schaut sie sich alle Gruppen, die in Weyarn auftreten, vorher selbst an. „Die Band muss mir gefallen – und zwar den ganzen Abend“, betont die Musikerin, die seit zehn Jahren mit Kontrabass und Melodika bei der Gruppe Fei Scho in ganz Bayern auftritt. Natürlich kennt sie viele Kollegen persönlich, folgt aber auch Empfehlungen von Freunden, lauscht den BR-Radiospitzen oder surft auf You Tube. „Aber bei einigen Gruppen kann es vorkommen, dass ich in der Pause gehe“, lacht sie.

Ihre Lieblingsthemen sind Volksmusik, Weltmusik und Kabarett. Mit Kofelgschroa, den vier jungen Musikern aus Oberammergau, hat Hacklinger in diesem Jahr einen Senkrechtstarter geangelt. Doch dann drohte eine Absage, weil die Gruppe mit ihrer kraftvollen Mischung aus progressiver und temporeicher Volksmusik eine Einladung nach Austin, auf eines der größten Musikfestivals erhielt. „Gottseidank konnten wir den Termin von Sonntag auf Donnerstag verschieben“, freut sich die Festivalleiterin. Der Wermutstropfen: Die Verlegung habe viel Arbeit gekostet.

Bands kommen wegen der persönlichen Atmosphäre

Es erfordert einiges Geschick, bekanntere Bands ins Oberland zu locken. Zum Beispiel einen Martin Schmitt, der sonst im Prinzregententheater auftritt. „Wir sind halt klein, aber fein“, betont Hacklinger. Aus Erfahrung weiß sie, dass viele Künstler die intime Atmosphäre mit den rund 170 Plätzen schätzen. Dafür nehmen sie auch weniger Honorar in Kauf.

Bei Gruppen, die von weit her kommen, versucht sie Termine vor oder nach Auftritten in München oder Rosenheim zu finden. So beispielsweise bei dem Duo mit dem langen Namen „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“. Unterstützung erfährt das Weyarner Festival auch durch prominente einheimische Künstler. So tritt mal ein Georg Obermüller, Musikchef vom Hofbräuhaus, oder ein Flori Burgmayer, häufig Begleiter der Comedy-Queen Veronika von Quast, in der Weyhalla auf Podium.

Neben den jährlich wechselnden Highlights gibt es in diesem bunten Musik-Kabarett-Comedy-Mix zwei Konstanten, nämlich das Kindertheater und den Frühschoppen für Freunde der bayerischen Musik. Ansonsten gilt: je abwechslungsreicher desto lieber. Anschi Hacklingers Favorit für 2015 ist das Duo Catch-Pop String-Strong: „Nur mit Cello, Bratsche und Gesang bestreiten die beiden Streicherinnen aus Wien eine ganzen Abend!“ Somit steht der „fünften Jahreszeit“ in Weyarn nichts mehr im Wege…

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