Hochwasserschutz am Tegernsee: Weißachausbau verzögert sich auf unbestimmte Zeit

Von Redaktion

Anmerkung vom 03. September / 07:12 Uhr
Das Thema Weißachausbau hat uns keine Ruhe gelassen. War doch angedacht gewesen noch in diesem Jahr mit dem Damm an der Weissach weiterzumachen. Insgesamt sollen da ja rund 180 Meter Damm aufgeschüttet werden. Die Kosten wollte man sich „brüderlich“ zwischen den Gemeinden Rottach-Egern und Kreuth teilen. Doch auf Anfrage teilt uns der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider mit:

Die Bauarbeiten sind noch nicht losgegangen, weil aufgrund eines Einspruchs eines Anliegers kein einfaches wasserrechtliches Verfahren durchzuführen ist, sondern ein aufwändiges Planfeststellungsverfahren notwendig ist.

Derzeit liegt das ganze beim Landratsamt, das für das Verfahren zuständig ist.

Ein Baubeginn noch in diesem Jahr ist wohl nicht realistisch.

So wie es aussieht hatten wir mit unserer Vermutung Anfang Juni recht, dass die Vorhaben im Hochwasserschutz zwar sinnvoll sind, aber leider nicht immer zur direkten Freude von Grundstückseigentümern und Landschaftsschützern.
Wobei dieser Grundsatz auch bei anderen Projekten wie dem Seesteg oder der Hauptschule Anwendung finden kann.

Ursprünglicher Artikel vom 05. Juni:
In der Nacht auf Donnerstag hatte es wirklich sehr stark geregnet. Der See, die Zuflüsse in Rottach, Kreuth und Wiessee und der Abfluss an der Mangfall in Gmund hatten die höchsten Pegelstände seit Jahren erreicht. Wir hatten ausführlich in diesen Artikeln darüber berichtet. Die Schäden sind dabei aber glücklicherweise gering geblieben.

Vor allem in Gmund und in Kreuth haben sich die Arbeiten am Hochwasserschutz der letzten Jahren bewährt. Das Rückhaltebecken in Moosrain hat zum Beispiel genau das gemacht, was es tun soll: Wasser zurück halten. Bis zu 140.000 Liter. Am Donnerstag morgen war es gerade einmal halb voll.

Die Staumauer und das Drosselbauwerk in Moosrain. Ein Tag nachdem das Wasser abgeflossen ist sind die Überreste vom Hochwasser immer noch gut zu sehen.

Becken halb voll – Keller leer. Das hat zumindest die Dürnbacher Feuerwehr gemeldet. Nichts. Kein einziger Einsatz aufgrund des Hochwassers musste gefahren werden. 20 Jahre waren nötig, bis die Bauarbeiten abgeschlossen werden konnten. Erst letzten Oktober, waren die Änderungen an Moosbach und vor allem am Rückhaltebecken fertig gestellt worden. Rund 1,6 Millionen Euro sind bisher in den Ausbau geflossen. 550.000 Euro davon trägt die Gemeinde. Den Rest der Staat.

Allerdings sind die Baumaßnahmen noch nicht endgültig abgeschlossen. Für den Ausbau der Moosach müssen noch Grundstücksverhandlungen geführt werden und „ein paar knifflige Engstellen“ im Flußverlauf beseitigt werden, sagte der 2. Gmunder Bürgermeister Georg Rabel gegenüber der Tegernseer Zeitung.

Nicht jeder in Gmund hat den Bau in den letzten Jahren befürwortet. Die Kosten waren hoch und auch die betroffenen Grundstückseigentümer nicht immer begeistert. Da ist es jetzt doch schön zu sehen, dass sich der Aufwand der letzten Jahre wenigstens auszahlt.

Die Weissach in Kreuth macht auch keine Probleme mehr.

Ähnlich erfolgreich waren auch die Baumaßnahmen in Kreuth an der Weissach: Der Rückbau der Deiche und die Nutzung natürlicher Rückhalteflächen in der Weissachaue haben sich jetzt bewährt. Nachdem es in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen in Weißach, Trinis und Rottach gekommen war, blieb es am Donnerstag ruhig. Die Feuerwehr meldete auch von dort einen ruhigen Verlauf des Hochwassers. Das Wasser ist geblieben, wo es sein soll: in der Weissach.

Hier soll der neue Damm gebaut werden
Hier soll der Damm gebaut werden

Aber auch hier sind die Maßnahmen noch nicht endgültig abgeschlossen. Erst im April haben sich die Gemeinden Kreuth und Rottach darauf geeinigt, den Dammausbau in Trinis voranzutreiben. Insgesamt sollen rund 180 Meter Damm aufgeschüttet werden. Die Kosten in Höhe von rund 35.000 Euro sollen zwischen den beiden Gemeinden geteilt werden.

Es gibt also auch für die Zukunft noch einige Pläne den Hochwasserschutz am Tegernsee weiter zu verbessern. Nicht immer zur direkten Freude von Grundstückseigentümern und Landschaftsschützern. Die Ergebnisse scheinen aber Recht zu geben: Es bringt was.


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