Nachmittagsbetreuung an Grundschule Tegernsee kommt – aber was kostet das die Eltern?

Von Redaktion

Die Nachmittagsbetreuung war gestern das dominierende Thema in der Stadtratsitzung.

Bürgermeister Peter Janssen hat schon seit längerer Zeit den Wunsch ein Ganztageskonzept für die sehr kleine Grundschule einzuführen – und damit die Schule zu sichern. Das Thema hatte er dann auch gleich dem neuen Rektor Peter Walter bei dessen Amtsantritt im letzten September mit auf den Weg gegeben. Walter war nicht untätig und hat in der Zwischenzeit ein Konzept formuliert wie die geforderte Nachmittagsbetreuung an der Grundschule aussehen kann. Das fertige Konzept wurde jetzt von Peter Janssen auf der gestrigen Stadtratssitzung inklusive einer Kostenschätzung vorgelegt. Diese beläuft sich auf etwa 20.000,- pro Jahr zuzüglich einmaliger Kosten in Höhe von 5.000 Euro. Die genaue jährliche Kalkulation für die laufenden Kosten siehr folgendermaßen aus:

Personalkosten: 24.000 Euro
Laufende Betriebskosten: 3.000 Euro
_____________________________
Macht zusammen: 27.000 Euro pro Jahr

Da der Hort in Tegernsee bisher 10.000 Euro kostet und der Freistaat solche Projekte mit 7.000 Euro pro Jahr fördert, kommen somit auf die Stadt Tegernsee Mehrkosten in Höhe von 10.000 Euro zu.
Diese wären laut Janssen für dieses Jahr zwar vom Haushalt abgedeckt. Aber für eine langfristige Lösung müsste man die Eltern mit einer gewissen Eigenleistung beteiligen.

Peter Janssen sprach sich erwartungsgemäß bereits bei der Vorstellung des Konzeptes dafür aus. Die folgende Diskussion drehte sich dann um die Vor- und Nachteile. Wie hoch die Belastung der Eltern ausfallen darf. Und warum die Lösung im Kindergarten, die bereits seit 15 Jahren gut funktioniert, aufgegeben wird.

Die Diskussionsbeiträge flossen mehrheitlich in den endgültigen Beschluss

Hier mal die wichtigsten Aussagen der anwesenden Stadträte und des Bürgermeisters zu dem Thema. Ergänzend muss gesagt werden, dass es dabei um einen Grundsatzbeschluss für oder gegen die Nachmittagsbetreuung ging. Denn ohne diesen kann die Stadt keinen Zuschuss beim Freistaat beantragen.

Peter Janssen (Bürgerliste):
“Ich persönlich meine man sollte hier nicht den „billigen“ Jakob machen. Sondern eine angemessene Elternbeteiligung nehmen, aber diese sozial abfedern. Immer unter der Überschrift Chancengleichheit. Wir wollen gerade auch den Kindern die Möglichkeit geben die Schwierigkeiten haben auf das gleiche Bildungsniveau zu kommen. Und die dürfen nicht abgehalten werden.“

Norbert Schußmann (CSU):
„Das macht von der Standortsicherung angefangen bis über den tatsächlichen Bedarf Sinn. Die Kosten sind überschaubar. Damit wir den Förderantrag stellen können, sollten wir jetzt dafür stimmen.“

Andrea Köstler (FWG):
„Bisher wurden die Kinder im Kindergarten auch in den Ferien betreut. Aber da an der Schule 12 Wochen Ferien sind, muss man bedenken, dass keine Muter 12 Wochen im Jahr Urlaub hat.“

Andreas Obermüller (FWG):
„Das Konzept von Herrn Walter hat gravierende Nachteile. Und es hat zu viele Facetten, mit denen wir uns in einem Ausschuss befassen sollten, bevor wir irgendetwas auf den Weg bringen wovon wir nicht wissen wie das im Detail aussieht.“

Thomas Mandl (SPD):
„Für manches Kind ist es das beste wenn es nicht alleine am Nachmittag vor dem Fernseher sitzt, sondern hier eine qualtivative Betreuung ausnützen kann. Ich bin dafür, dass wir jetzt hier abstimmen und die Einzelheiten werden sich schon ergeben.“

Was das die Eltern kosten wird, blieb unklar

Mit Janssens Beitrag, dass „sich an den Schulen jetzt auch einiges getan hat. Sowohl von der Förderseite her, als auch von der Anspruchsseite. Und das muss man bedenken“ war dann auch die Diskussion beendet und zeigte bereits die Tendenz für den endgültigen Beschluss. Dieser war nämlich einstimmig – für die Nachmittagsbetreuung. Die Stadt kann nun den Förderantrag beim Freistaat stellen. Der Beschluss war allerdings auch gespickt mit Formulierungsänderungen der Stadträte. Was bedeutet, dass jetzt Gespräche mit Elternbeirat und Kindergarten geführt werden müssen. Einerseits um eine Lösung für die Ferien zu finden. Andererseits um Synergien mit dem Kindergarten bei der Betreuung der Erst- und Zweitklässler auszuloten.

Wenn das alles passiert ist, geht das Thema dann final über an den Verwaltungs- und Finanzausschuss, der alle Feinheiten des Konzepts und Einzelheiten der Finanzierung bespricht und beschließt. Und wenn der das dann beschließt, ist hoffentlich noch genügend Zeit, dass sich die Eltern auf eine „angemessene“ Elternbeteiligung einstellen können. Denn wie hoch die sein wird, das konnte oder wollte gestern keiner sagen.


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