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Otterfingens Dritter Bürgermeister im Zwiespalt

Naturschutz versus Sportzentrum

Von Lydia Dartsch

Soll an der Kreuzstraße ein neues Sportzentrum gebaut werden, oder nicht? Darüber sprach am vergangenen Mittwoch auch die Ortsgruppe Otterfing des Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Bayern. Dabei sorgte vor allem der Vorsitzende Karl-Martin Einwanger – unter anderem auch Dritter Bürgermeister von Otterfing – für Irritationen.

Im März sollen die Bürger entscheiden, was aus dem alten Standort wird .
Im März sollen die Bürger entscheiden, was aus dem alten Standort wird. Karl-Martin Einwanger ist klar für das geplante Sportzentrum.

Ein neues Sportzentrum in der Kreuzstraße, wie es sich der TSV Otterfing und ein Teil des Gemeinderates wünscht, soll auf einem 70.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen. Das derzeit bestehende Sportzentrum braucht dagegen nur halb so viel Platz: 35.000 Quadratmeter.

„Völlig überzogen ist diese neue Größe“, erklärt daher auch der zweite Vorsitzende des Bund Naturschutz (BN) Günter Schneider auf Anfrage: Drei Fußballfelder und eine Dreifachhalle wünsche sich der Verein, so Schneider. Dabei sei eine Dreifachhalle nur bei Schulzentren üblich.

Gewissenskonflikt zwischen zwei Ämtern

Allein zum Spaß dürfe so viel Fläche nicht verbraucht werden, so der Naturschützer. Darüber war sich auch die große Mehrheit seiner Mitstreiter am vergangenen Mittwochabend einig, als der die Ortsgruppe Otterfing des BN ein Stimmungsbild unter den rund 35 anwesenden Mitgliedern einholte.

Allerdings war sich diese Mehrheit nicht mit ihrem Vorsitzenden Karl-Martin Einwanger einig. Einwanger – Gemeinderat und 3. Bürgermeister in Otterfing – stimmte als einer von vier für den umstrittenen Neubau des Sportzentrums in der Kreuzstraße.

„Für Herrn Einwanger gibt es da einen Zwiespalt“, sagt Schneider. Als Vorstand des BN sollte er eigentlich gegen einen unverhältnismäßig hohen Flächenverbrauch sein, so Schneider: „Andererseits hat er auch den kommunalpolitischen Überblick.“

Verein soll seine Wünsche konkretisieren

Ein Konflikt zwischen den Interessen des Naturschützers und denen des Kommunalpolitikers, wie Einwanger selbst sagt: „Ich kann einen Neubau allein wegen des Flächenverbrauchs nicht grundsätzlich ablehnen, sondern muss auch die Interessen der Bürgerschaft und den Bedarf an Sportflächen einbeziehen.“

Diesen Bedarf soll der Verein erst einmal aufstellen und seine Wünsche konkretisieren, so Einwanger weiter. In der letzten Gemeinderatssitzung sei bereits angekündigt worden, dass der TSV eine Bedarfsanalyse durchführen und diese demnächst dem Gemeinderat vorstellen werde, so der BN-Vorsitzende.

Auf diesem 70.000 Quadratmeter große Grundstück soll das neue Sportzentrum entstehen.
Auf diesem 70.000 Quadratmeter großen Grundstück soll das neue Sportzentrum entstehen.

Diese Bedarfsanalyse soll dann zeigen, ob das vom TSV gewünschte Sportzentrum überhaupt angemessen ist. Zudem spielten weitere Faktoren wie die Finanzierbarkeit und das Ergebnis des Bürgerbegehrens eine Rolle in der Entscheidung Einwangers. Sein Votum bei der Jahreshauptversammlung sei keine generelle Zustimmung zu dem Projekt.

„Vereine jammern auf hohem Niveau“

Nach Ansicht des zweiten BN-Vorsitzenden Günter Schneider dagegen ist ein größerer Neubau gar nicht nötig: „Die Vereine jammern auf hohem Niveau“, ist er überzeugt. Eigentlich reichen die vorhandenen Räume aus.

Deshalb solle man lieber das bestehende Sportzentrum sanieren, und die freien Flächen für wichtigere Projekte aufheben, wie den Bau von Wohnraum, die Landwirtschaft oder dem Naturschutz. Ob die Otterfinger das auch so sehen, wird sich beim Bürgerbegehren am 22. März zeigen.

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