Ferdinand Hofer aus Weyarn im Gespräch
Nebenjob: Tatortschauspieler

von Franziska Hampel

Gelassen saß Ferdinand Hofer vor genau einem Jahr mit uns im Restaurant. Dreimal pro Jahr steht der mittlerweile 23-jährige Weyarner für den “Tatort” vor der Kamera. Nebenbei hat er ein BWL-Studium abgeschlossen und drei Monate Praktikum in New York gemacht. Immer wieder gerne ist er aber in Weyarn – seinem Heimatort.

Die Schauspieler Udo Wachtveitl (Franz Leitmayr; l-r) Ferdinand Hofer (Kalli Hammermann und Miroslav Nemec (Ivo Batic) posieren am 09.09.2013 am Rande der Dreharbeiten für den “Tatort – Am Ende des Flurs” in München (Bayern). Foto: Andreas Gebert/dpa

„Es war einfach Glück“, erklärte Ferdinand Hofer im Februar letzten Jahres. 2013 wurde er zu einem Vorsprechen eingeladen. Damals wusste der 22-Jährige nicht genau um was es geht. Tatort spielte für ihn nie eine große Rolle. „Ich bin zum Casting gegangen und habe die Rolle gekriegt.“ Wenn es nur immer so einfach wäre.

Anfangs war nicht klar, ob die Assistentenrolle länger beim Münchner Tatort bleibt. Doch scheinbar überzeugte Hofer als neuer Assistent der beiden Kommissare Batic und Leitmayr. Zahlreiche Folgen wurden mittlerweile mit dem Weyarner gedreht.

Kalli Hammermann der “Assi”

Hofers Rolle ist der junge Polizist Kalli Hammermann. Er kommt frisch von der Polizeischule, hat einen ländlichen Charme und ist sehr motoviert. Eifrig unterstützt er die beiden Münchner Kommissare – manchmal ein wenig zu eifrig. Und genau da funktioniert der Witz. Grinsend erklärt Hofer die Rolle aus seiner Sicht:

Ich denke er ist ähnlich wie ich – ein cooler Typ, weil ich ihn ja auch verkörpere.

Einen Polizisten in einer Mordkommission zu spielen war für Hofer damals ein verlockendes Angebot und auch heute hat er noch viel Spaß an seiner Rolle. Für seinen Debüt-Tatort „Am Ende des Flurs“ trainierte Hofer mit einem echten Polizisten:

Wie man eine Waffe in die Hand nimmt, kennt man ja vom Cowboy- und Indianerspielen, aber genau wusste ich es nicht.

Der deutsche Tatort verlangt wahrheitsgetreue Polizeiszenen.

Von Kindesbeinen an im Rampenlicht

Das Schauspielern nimmt für Ferdinand Hofer schon seit dem Kindesalter einen großen Teil seines Lebens ein. Im Kindergarten und am Gymnasium übernahm er immer wieder Rollen in Theaterstücken. Mit elf hatte er dann seine erste Rolle in einem Film. Auf seine Filmpremiere „Schwere Jungs“ folgte eine Besetzung in „Die Perlmutterfarbe“.

Von da an war Hofer regelmäßig mit kleinen Rollen in bayerischen Filmproduktionen vertreten. Drei Mal im Jahr steht der Weyarner nun rund sieben bis zehn Tage vor den Tatortkameras. Von der Zusammenarbeit mit Miroslav Nemec (Ivo Batic) und Udo Wachtveitl (Franz Leitmayr) ist Hofer begeistert:

Sie sind sehr nett und witzig. Die beiden sind sehr erfahren. Beim Drehen merkt man ihre Routine und vor allem die Lockerheit.

Wenn Ferdinand Hofer von den Dreharbeiten erzählt, merkt man, dass er sich wohl fühlt. Dennoch hat er sich für seine berufliche Zukunft ein zweites Standbein gesucht. 2015 schloss Hofer sein TUM BWL Studium in München ab. Nach einem Praktikum in New York startete er im März 2016 mit dem zugehörigen Master.

Fedinand Hofer aus Weyarn war bereits fünf Mal beim Münchner Tatort zu sehen.
Seine Zukunft sieht Ferdinand Hofer nicht nur im Schauspielen.

“Ich habe überlegt etwas im Bereich Filmproduktion zu machen. Nur dachte ich, vielleicht wird mir das mal zu einseitig”, so Hofer. Am liebsten wäre es dem Student und Schauspieler dauerhaft neben seinem „handfesten“ Beruf weiter schauspielern zu können:

Ich hoffe, dass ich mich nie entscheiden muss. Entweder – oder.

Ähnlich geht es ihm auch mit seiner Heimat. „Ich mag am Land das Persönliche. Man verschwindet nicht in der Anonymität. Das war in New York schon extrem.“ In Weyarn hat er auch mehr Freizeitmöglichkeiten – Skifahren, Boot fahren und draußen sein. Trotzdem sieht er sich in seinen jungen Jahren in der Stadt – da wo etwas geboten ist. „In meinem Alter ist es mir auf dem Land zu langweilig.“

Mit 23 Jahren hat Ferdinand Hofer einen Master in BWL und spielt drei Mal im Jahr beim Tatort mit. Und dabei ist er immer noch bescheiden und natürlich geblieben. „Das Schauspielern und das in andere Rollen schlüpfen, hat immer zwei Seiten. Natürlich ist es aufregend andere, coole Rollen zu spielen, aber ich denke es ist wichtig selber ein spannendes Leben zu führen. Schließlich muss man, wenn die Kameras ausgehen, auch wieder gern ins reale Leben zurückkehren.“


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