Sonderausstellung im Gulbransson Museum
Neuer Glanz für Olaf

von Franziska Hampel

Das Olaf Gulbransson ist ein kulturelles Aushängeschild des Tegernseer Tals. Bereits auf der A8 wird die Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlung angekündigt. Nicht ohne Grund: Der 1958 am Tegernsee verstorbene norwegische Karikaturist ist international bekannt.

Eines der vielen Werke von Olaf Gulbransson im Museum in Tegernsee: Ein Selbstporträt.
Eines der vielen Werke von Olaf Gulbransson im Museum in Tegernsee: Ein Selbstporträt.

1929 ließ sich der Norweger Olaf Gulbransson in Tegernsee nieder. Seine Karikaturen gehören zu den Höhepunkten der europäischen Zeichenkunst im 20. Jahrhundert. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine Zeichnungen für die legendäre Münchner Satire-Zeitung “Simplicissimus”. Das Olaf Gulbransson Museum in Tegernsee zeigt Karikaturen, seltene Ölgemälde und Buchillustrationen des Ausnahmezeichners.

Sonderausstellung: Werke in neuem Glanz

Über 400 Werke von Olaf Gulbransson sind im Besitz der Sammlung der Pinakotheken in München. Grafiken auf Papier sind besonders gefährdet im Laufe der Zeit zerstört zu werden. Zum einen durch Licht bei Ausstellungen, zum anderen ist Papier anfällig für mechanische und chemische Einflüsse. Schützen kann man Bilder nur indem man sie nicht mehr ausstellt, oder konservatorisch richtig aufbereitet.

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Genau das ist nun mit Gulbranssons Werken passiert: Sie wurden nach neusten restauratorischen Gesichtspunkten aufgelegt und passepartouriert. Eine Auswahl der neuen alten Bilder hängt am Tegernsee im Olaf Gulbransson Museum. Noch bis 28. Februar 2016 kann man die Ausstellung im Kurgarten besuchen.

Porträts von Ludwig Thoma, Karl Valentin und Thomas Mann

Gulbransson ist ein Meister der Überzeichnung. “Man spürt richtig die verschiedenen Charaktere bei seinen Zeichnungen”, beschreibt Geschäftsführerin Sandra Spiegel die Bilder. Den Anfang in der Ausstellung machen Selbstporträts, die der Norweger sehr gerne malte, und Bildnisse von seinen engsten Vertrauten. Spiegler betont die Besonderheiten an den Porträts:

Bei seinen Liebsten sieht man den innigen Blick – er zeigt seinen liebevollen Blick auf diese Menschen.

Bei den Bildern von Prominenten entpuppt sich Gulbranssons außergewöhnliche Beobachtungs- und Abbildungssgabe. Jede Art von Überfluss ist den Bildern fremd und jede Person ist auf seine markantesten Züge reduziert. Vor allem bei den Karikaturen seiner Freunde – darunter Bekanntheiten wie Ludwig Thoma, Karl Valentin und Thomas Mann – spürt man die Nähe. Mit wenigen Linien schafft es Gulbransson den Betrachter in die Welt des Betrachteten zu ziehen.

Die Sonderausstellung, bei der die restaurierten Werke zu sehen sind, ist noch bis 28. Februar zu sehen. Geöffnet hat das Museum im Kurgarten immer Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 17 Uhr. Nähere Infos zu den Veranstaltungen, Eintrittspreisen und anderen Besonderheiten finden sie auf www.olaf-gulbransson-museum.de.

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