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Neue Quarantäne-Regeln und Lolli-Pooltests an Schulen

Neuinfektionen vor allem bei Ungeimpften

Von Filiz Eskiler

Die Inzidenz im Landkreis Miesbach steigt aktuell rasant an. Unter anderem gibt es zwei größere Corona-Cluster im Tegernseer Tal. Außerdem gibt es Änderungen bei den Quarantäneregeln und für Schülerinnen und Schüler.

Die aktuellen Corona-Zahlen im Landkreis Miesbach. / Quelle: Landratsamt Miesbach

Über das vergangene Wochenende ist die Inzidenz im Landkreis Miesbach deutlich angestiegen. „Die Zahl der dem Gesundheitsamt pro Woche gemeldeten Neuinfektionen hat sich innerhalb von vier Wochen verdreifacht“, berichtet das Landratsamt (LRA) Miesbach. Während der Wert am Freitag noch bei 75 lag, ist er mittlerweile laut RKI auf 114 gestiegen. Es gebe allerdings laut dem LRA keinen besonderen Infektionsherd. Das Infektionsgeschehen sei diffus, über den gesamten Landkreis und alle Bevölkerungsgruppen verteilt. Allerdings falle auf, dass die Neuinfektionen vor allem auf ungeimpfte Personen zurückzuführen sind. Außerdem gebe es zwei größere Cluster im Tegernseer Tal:

Im Tegernseer Tal haben sich mindestens 12 Personen angesteckt. Grund für die Infektionskette war ein Treffen, von wo aus sich das Virus unentdeckt verbreiten konnte. Ein weiteres Cluster betrifft eine Hochzeitsfeier im Landkreis Rosenheim, nach der zehn Landkreisbürger positiv auf das Virus getestet wurden.

Bei weiteren 100 Kontaktpersonen aus dem Landkreis Miesbach sei noch abzuwarten, ob Infektionen auftreten. Neben diesen zwei größeren Clustern gebe es zahlreiche kleinere Cluster oder zusammenhängende Fallkonstellationen, erklärt das LRA Miesbach. „Die nahezu ausschließliche Virusvariante ist inzwischen die vergleichsweise deutlich ansteckendere Delta-Variante“, heißt es weiter.

Aus der Quarantäne heraustesten

Seit vergangenen Donnerstag gelten neue Quarantäne-Regeln. Statt wie bisher 14 Tage, müssen Kontaktpersonen mittlerweile nur noch zehn Tage in Quarantäne. Wer schon nach fünf Tagen einen negativen PCR-Test, oder nach sieben Tagen einen negativen PoC-Schnelltest vorweisen kann, kann sich auf diesem Weg schon früher aus der Quarantäne heraustesten. „Aber nur, wenn sie völlig symptomfrei sind“, so das LRA. Positiv getestete Personen müssen weiterhin 14 Tage in Quarantäne bleiben, außer man ist geimpft oder genesen: dann kann nach dem fünften Tag bei völliger Symptomfreiheit freigetestet werden. Weitere Änderungen können in der Allgemeinverfügung des Gesundheitsministeriums nachgelesen werden.

Impfbus noch auf Tour – mit neuen Terminen

Täglich macht der Impfbus im Landkreis Miesbach mehrmals Halt. „Fast alle stationären Pflegeeinrichtungen wurden inzwischen vom Impfbus für Auffrischungsimpfungen besucht“, so das Landratsamt. Insgesamt wurden über das Impfteam in der vergangenen Woche 824 Dosen verabreicht: 42 im Drive-In am Miesbacher Testzentrum, 141 am Krankenhaus Agatharied, 329 während Happy Hour und Familientag am Impfzentrum und 312 am Impfbus. Die Haltestellen für den Impfbus und die aktuellen stationären Impfangebote könnt ihr hier nachlesen.

„Lolli-Pooltests an Schulen

Zu Beginn des Schuljahres wurden die Corona-Maßnahmen an Schulen verschärft. Für Schülerinnen und Schüler bedeutet das: Maskenpflicht auch am Platz (Community-Maske für Grundschüler, medizinischer Mund-Nasen-Schutz für ältere Schüler) und dreimal pro Woche Schnelltests. Alternativ zur Testung in der Schule können Kinder auch außerhalb der Schule von medizinisch geschultem Personal getestet werden.

Seit dieser Woche finden die Tests als „Lolli-Pooltests“ statt. Die Kinder und Jugendlichen lutschen für 30 Sekunden an Abstrichtupfer. Diese „Lollis“ werden anschließend in einem „Pool“ gesammelt und dann im Labor ausgewertet. Bei negativem Testergebnis findet regulär die Schule statt. Sollte das Ergebnis positiv sein, werden alle Rückstellproben, die morgens mit den Lollis abgegeben werden, über Nacht einzeln ausgewertet. Nur wer ein positives Testergebnis hat, muss dann Zuhause bleiben. „Das Gesundheitsamt muss jeden Einzelfall bewerten und bei Bedarf Quarantäne anordnen“, so das Landratsamt.

Spätestens bis Ende dieser Woche müssen diese „Lolli-Pooltests“ an Schulen durchgesetzt werden. Das Landratsamt erklärt:

Die Logistik für den Landkreis steht schon seit letzter Woche: Katastrophenschutz, Gesundheitsamt und Staatliches Schulamt haben zusammen detaillierte Pläne ausgearbeitet und umgesetzt, um die anspruchsvolle Logistik zwischen den Grundschulen, dem Landratsamt und dem Labor zu stemmen.

Trotzdem konnten noch nicht alle Grundschulen mit den Lolli-Pooltests starten, und waren stattdessen weiterhin lediglich auf Schnelltests angewiesen. Grund dafür seien Verzögerungen in der softwarebezogenen Ausstattung der Schulen durch ein bayernweit agierendes Unternehmen.

„Ein positiver Fall in einer Klasse führt nicht mehr so häufig dazu, dass die ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden muss“, betont das LRA. „Es müssen nur noch diejenigen Schüler in Quarantäne, die direkt mit dem positiv getestet Schüler einen relevanten, potentiell infektiösen Kontakt hatten“. Zur Minimierung des Restrisikos erhöht das Gesundheitsamt die Testfrequenz in der betroffenen Klasse. So soll sichergestellt werden, dass es keine Folgeinfektionen gibt. „Das Gesundheitsamt und das Staatliche Schulamt stellen jedoch fest, dass einige Eltern ihre Kinder dennoch als Vorsichtsmaßnahme zu Hause lassen“. Um den Präsenzunterricht weiterhin aufrecht zu erhalten, werden Eltern daher gebeten, den Risikobewertungen des Gesundheitsamtes zu vertrauen.


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