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Rottacher schützen Ortsbild mit aller Macht

„Nicht bei uns!“

Von Sandra Freudenberg

Die Gemeinde Rottach-Egern will sich weder von Bauträgern noch vom Landratsamt vorschreiben lassen, wie gebaut werden soll. Oberste Prämisse ist dabei der Schutz des Ortsbildes. Was allerdings darunter zu verstehen ist, darüber herrscht Uneinigkeit.

Welche Bauten in Rottach „ortsverträglich“ sind, darüber scheiden sich die Geister./ Archivbild

Jüngstes Beispiel ist der geplante Bau von 304 Quadratmetern überdachter Fläche in der Rottacher Froumundstraße 5. Die Pläne für das Eigenheim, entworfen vom Architekturbüro Andreas Erlacher aus Rottach, sehen viel Glas und eine unüblich große Garage vor.

Rottachs Bürgermeister Christian Köck hat zu dem Entwurf, hinter dem offenbar ein Ex-Manager von BMW steckt, eine ganz klare Meinung: „Dieser Entwurf ist einfach nicht ortsverträglich. Die großen Glasflächen stören enorm. Wer das mag, kann gerne im Schaufenster leben, aber nicht bei uns.“ Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) stimmte für den Bau, „da er der Satzung der Gemeinde entspricht“. Mit fünf zu fünf Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

Köcks Aufreger: Der Neubau eines Mehrfamilienhauses

Noch ein weiterer Bauantrag erregte die Gemüter im Rottacher Bauausschuss: „Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage, Fl.Nr. 594/8, Karl-Theodor-Straße; Bauherr: cwbauprojekte GmbH – Stellungnahme des Landratsamtes“. Was sich so nüchtern liest, ist für Bürgermeister Christian Köck ein echter Aufreger.

Zum einen sei ihm der Bau zu massig. Zum anderen vermutet er, dass sich die Baustelle „auf der Hauptstraße abspielen wird“. Außerdem geht er nicht davon aus, dass der Bauträger bezahlbaren Wohnraum schaffen möchte. Das Landratsamt hat jedoch angekündigt, die Bewilligung für den Neubau auch dann zu erteilen, wenn der Rottacher Gemeinderat dagegen sein sollte.

Dennoch zeigten die Rottacher Haltung: Das Ortsplanungsgremium stimmte geschlossen gegen den Antrag für den klobigen Bau, auch wenn „der Gemeinde juristisch vermutlich keine Möglichkeiten zur Verfügung stehen, dagegen vorzugehen“, wie Christine Obermüller bedauerte.


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