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Jugendlicher Spitzensport: Zwischen Aschenbahn und Schulbank

Auf dem Sprung an die Spitze

Von Cornelia Schramm

Chiara Heitkamp ist fünfzehn Jahre alt. Sie besucht die zehnte Klasse der Realschule in Holzkirchen und muss bald für die Abschlussprüfung büffeln. Dennoch will die Otterfingerin hoch hinaus. Die Bayrische Vize-Meisterin im Siebenkampf trainiert für die Deutschen Meisterschaften.

Chiara trainiert hart um ihren Traum zu erreichen
Chiara trainiert hart um ihren Traum zu erreichen.

Der Gong ertönt. Die Schule ist aus. Für die meisten Teenager ist jetzt Freizeit angesagt: Eisdiele, Shopping oder Fernsehen. Chiara Heitkamp aber macht sich mit Trainer Tobias Heller auf den Weg nach Garmisch-Partenkirchen, um sich für die kommenden Wettkämpfe vorzubereiten. Heute steht leichtathletisches Techniktraining auf dem Plan.

Auf der langen Fahrt macht sie Hausaufgaben und lernt. Auf dem Heimweg gibt es dann Abendessen. „Und dann ist mein Tag auch schon rum“, erzählt sie.

Training mit Bundeswehr-Drill

Seit sechs Jahren betreibt die Otterfingerin Leistungssport. Ihre Disziplinen sind Siebenkampf, Weit- und Dreisprung. Letztes Jahr holte sie sich den Titel der Bayrischen Meisterin im Siebenkampf. Dieses Jahr ist sie Zweite geworden in ihrer Altersklasse. Im Weitsprung und Hammerwurf steht sie auf der diesjährigen Bestenliste bayernweit an erster Stelle. Ebenfalls erfolgreich ist sie im Siebenkampf, Ballwurf, Vierkampf und Dreisprung.

Wenn Chiara nicht gerade in Garmisch-Partenkirchen an ihrer Technik feilt, trifft man sie im Holzkirchner Sportpark beim Krafttraining. Immer an ihrer Seite steht Trainer Tobias Heller. Schon früh war ihm Chiaras Talent aufgefallen. Seit 2008 trainiert er sie in Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer und Athletik. Dabei gehören für den ehemaligen Bundeswehr-Sportoffizier Strenge und Disziplin mit dazu.

Wir stehen beim Training in ständigem Austausch miteinander. Nur sie kennt ihren Körper und weiß, was ihr gut tut. Ich kann ihr den Weg nur vorgeben, gehen muss sie ihn alleine.

Heller weiß, dass für den Siebenkampf Talent ebenso gefragt ist, wie ständig an sich zu arbeiten. Natürlich träume man von Olympia, aber vorerst konzentrieren sich die beiden auf die Deutschen Meisterschaften. Für den früheren Fallschirmjäger ist klar, „Chiara kann an die deutsche Spitze kommen“. Darauf arbeitet sie jetzt schon hin. Für August 2015 steht die Qualifikation an.

Viel Arbeit für Chiara, denn mitten in der Vorbereitungsphase schreibt sie auch ihren Realschulabschluss. Doch sie beschreibt sich selbst als ehrgeizig und „will etwas erreichen“. Nach ihrem Realschulabschluss plant sie die FOS in Holzkirchen zu besuchen. Dann will sie Abitur machen, damit sie später Sport studieren kann.

Speerwurf
Neben dem Sport bleibt Chiara nur wenig Zeit für andere Dinge.

Auf die Frage hin, ob sie noch andere Hobbys außer Sport habe, nennt sie Skifahren und muss sofort selbst schmunzeln. Gerne treffe sie sich natürlich mit Freunden, gehe ins Kino oder Shoppen. Ein normaler Teenager sei sie eben. Die wenige Freizeit, die sie habe, nutze sie dafür intensiv:

Ich habe zwar nicht so viel Zeit, aber ein Tag ist immer für meine Freundinnen reserviert.

Im kommenden Jahr wird sich die Nachwuchsathletin in einer neuen Altersklasse behaupten müssen. Dabei wird sie auch auf ältere Sportlerinnen mit mehr Erfahrung treffen. Nicht nur buchstäblich werden sie und ihr Trainer neue Hürden nehmen müssen. Doch die Balance zwischen Schule, Wettkampf und Freizeit will Chiara weiterhin halten. Damit es auch klappt mit dem Sprung an die Spitze.

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