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Aufbau der Traglufthalle verzögert sich erneut

Paranet lässt Holzkirchen warten

Von Marius Mestermann

Am Moarhölzl laufen die Vorbereitungen für den Aufbau der Traglufthalle – doch der Hersteller verspätet sich. Wie die HS erfahren hat, kommt es bei der geplanten Unterkunft erneut zu Verzögerungen von mindestens zwei Wochen. Damit bleiben auch die Turnhallen im Landkreis länger belegt. Im Landratsamt bleibt man trotzdem gelassen.

Eigentlich sollte hier gerade Hochbetrieb sein, denn für den 16. Februar war die Lieferung der Traglufthalle für bis zu 320 Asylbewerber geplant. Doch der Hersteller verspätet sich.
Eigentlich sollte hier gerade Hochbetrieb sein, denn für den 16. Februar war die Lieferung der Traglufthalle für bis zu 320 Asylbewerber geplant. Doch der Hersteller verspätet sich.

„Es wäre schön, wenn es mal Entlastung gäbe, aber zurzeit ist das noch nicht der Fall“, sagt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamts Miesbach. Und meint damit die Tatsache, dass der Druck trotz rückläufiger Flüchtlingszahlen im Landkreis nicht spürbar zurückgegangen ist. Seit letztem Donnerstag werden dem Landkreis statt 33 Personen nur noch 20 pro Woche zugeteilt. Dennoch muss sich die Behörde mittlerweile um die Unterbringung von 1561 Asylbewerbern kümmern.

Umso willkommener wäre daher, wenn die geplante Traglufthalle am Holzkirchner Moarhölzl endlich fertig würde – doch das Zelt wurde noch nicht einmal angeliefert. Auf Nachfrage der HS erklärt Nemitz, dass die Berliner Firma Paranet, die bundesweit Traglufthallen bereitstellt, im Verzug sei und wohl erst am 29. Februar liefern wird. Der Bauleiter, der mittlerweile durch ganz Deutschland tourt und die verschiedensten Projekte betreut, habe den derzeit hohen Arbeitsaufwand als Begründung genannt. Im Landratsamt weiß man davon seit gestern.

Durch die verspätete Lieferung ist der bisherige Zeitplan nicht mehr einzuhalten. Nach einer ersten Terminverschiebung Ende 2015 war die Inbetriebnahme für Anfang März angesetzt. Doch weil nach Aufstellen der Traglufthalle – eigentlich angesetzt für den 16. Februar – noch weitere Arbeiten wie die Installation der Inneneinrichtung anfallen, ist mit dem Einzug der ersten Bewohner frühestens in einem Monat zu rechnen. Birger Nemitz erklärt das Verfahren:

Nach Lieferung müssen wir dann ein bis zwei möglichst windstille Tage abpassen, um die Halle aufzublasen. Dazu wird ein Gebläse mit einer Leistung von 25.000 Kubikmetern Luft pro Stunde verwandt.

Auch Regen oder Schnee könnten das Aufstellen weiter verzögern. Dabei hofft man vor allem in Föching darauf, dass die Unterkunft am Moarhölzl so bald wie möglich fertig wird. Derzeit wohnen dort 35 Asylbewerber, sie sollen allesamt in die Traglufthalle umziehen. Sobald der Auszug erfolgt ist, dauere es noch rund zwei Wochen, so Nemitz, bis man die Halle renoviert und wieder benutzbar gemacht habe.

Die Föchinger Sportvereine werden den Tag herbeisehnen. Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis hatte den Bau der Traglufthalle unlängst als „Befreiungsschlag“ bezeichnet. Wird die Halle voll belegt, könnten in Holzkirchen bald 370 Asylbewerber in Sammelunterkünften wohnen.

Versorgung mit Kochcontainern und Essenszelt für 160 Personen

Zusätzlich zum Hauptzelt soll ein weiteres Essenszelt aufgestellt werden, heißt es aus dem Landratsamt – man hat ein „Gesamtpaket“ bei Paranet bestellt. Dort können bis zu 160 Personen gleichzeitig essen, nachdem sie in einem der sechs Kochcontainer ihre Mahlzeiten zubereitet haben. Diese werden neben der Traglufthalle in einer Reihe aufgestellt und sind ein wichtiges Symbol für das Bemühen der Behörden, das Konfliktpotenzial an Massenunterkünften zu mindern.

Unterdessen sollen auch aus der Turnhalle in Tegernsee, wo aktuell noch 200 Personen untergebracht sind, einige Asylbewerber nach Holzkirchen verlegt werden. Genaue Zahlen kann das Landratsamt noch nicht nennen. Man sehe sich durch die Verzögerung am Moarhölzl jedoch nicht zusätzlich unter Druck gesetzt, so Nemitz.

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