Das Dilemma um die defekten Schranken

“Party-Girlande” sichert Schaftlacher Bahnübergang

Ein Flatterband, das aussieht wie eine Girlande. Ein Bahnmitarbeiter, der am Straßenrand hockt – neben einem Telefon und einem Dixiklo. Das erinnert eher an Anno Dazumal als an 2019. In Schaftlach kann man das Szenario täglich beobachten.

An dieser Bahnkreuzung am Westerpoltweg in Schaftlach wird mit Girlanden auf beiden Seiten der Schiene gesichert.

Ob man jetzt von “Bahnsinn” sprechen muss, wie das die Bild-Zeitung tut oder den armen Dienstleister der Bahn bemitleiden soll, der per Hand die Girlande am Bahnübergang in Schaftlach anbringen muss. Fest steht: Schon seit Monaten schließt die Schranke am Bahnübergang nicht richtig und deshalb muss er per Hand von einem Bahnmitarbeiter geschlossen werden. Und zwar jedes mal wenn ein Zug kommt. Mitgeteilt wird ihm das per Telefon.

Um die häufigen Unfälle an Bahnübergängen wie beispielsweise damals am Lindenplatz in Miesbach zu vermeiden, muss nun die Sperrung bei jeder Zugfahrt, die über Schaftlach geht, per Hand sichergestellt werden. Dazu dienen die Girlanden. Denn die Bahnschranke schließt manchmal, manchmal tut sie dies aber nicht. Zwar hat die Bahn nach eigenen Aussagen versucht, das Problem zu beheben. Aber die Reparaturen konnten nicht ausgeführt werden, weil die Ursache des gelegentlichen Ausfalls nicht festgestellt werden konnte. Auch im Rathaus Waakirchen ist man “not amused” über diese Entwicklung. Ein Mitarbeiter der Gemeinde empört sich:

Für mich ist das unbegreiflich, dass man das von der Bahn aus noch nicht längst repariert hat. Seit fast einem Jahr haben wir nun die Girlande da und können selbst nichts machen. Gott sei Dank haben wir nicht zugestimmt, diesen Bahnübergang zu sperren, sonst hätten wir jetzt die Probleme.

Nun soll nach Aussagen der Bahn gleich die ganze Anlage ausgetauscht und sogar mit neuerer Lichtzeichenanlage (mit gelben und roten Lichtern) ausgestattet werden. Das jetzt noch vorhandene Blinklicht kommt weg. Denn bei dem denken wohl einige Autofahrer, das seien Lichter, die die ganze Nacht oder auch, wenn nichts ist, leuchten. Sie sehen das nicht als ein Signal zum Halten an – obwohl man es so eigentlich in der Fahrschule lerne, erklärt ein Bahnsprecher. Trotz allem rätselt man auch bei der Bahn über den Fehler an der Schranke in Schaftlach. Der Bahnsprecher erklärt weiter:

Eigentlich ist der Normalfall, dass wir kommen und eine Schranke reparieren. Nun ist es leider so, dass wir nicht einmal genau wissen, was das Problem ist und daher die ganze Anlage austauschen müssen.

Wie lange das dauern wird, könne man nicht genau sagen. “Der Antrag für eine neue Anlage läuft.” Bis dahin müssen sich die Ortsansässigen wohl noch gedulden und immer nett den armen Dienstleister der Bahn grüßen, der da mit seiner Girlande steht.

Auch in einer Gemeinde in Thüringen werden solche Bänder zum Schutz angebracht. Hier umfahren manche Autofahrer die Schranken, nachdem der Zug durchgefahren ist. Der Grund: Sie Schranken öffnen sich manchmal etwas verzögert wieder. Auch hier kann die Bahn den Fehler nicht finden.


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