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Tegernseer Psychiater wegen Vorwurf des sexuellen Missbrauchs vor Gericht

Tabletten als Gegenleistung für Sex?

Von Rose Beyer

War es eine Beziehung oder Missbrauch? Mit dieser Frage befasst sich seit Dienstag die Staatsanwaltschaft München II. Auf der Anklagebank: Dr. Thomas S., Gerichtspsychiater aus Tegernsee. Das mutmaßliche Opfer: eine psychisch angeschlagene Staatsanwältin, der der Arzt Psychopharmaka verschafft haben soll. Die angebliche Gegenleistung: Sex.

Im Münchner Landgericht II wird der Fall zur Zeit verhandelt
Im Münchner Landgericht II wird der Fall zur Zeit verhandelt.

Gerichtspsychiater Thomas S. sitzt auf der Anklagebank des Landgerichts München II. Damit hat er ausnahmsweise die Seiten gewechselt. Denn ansonsten hatte er von Berufs wegen über andere entschieden.

Eine Staatsanwältin will Sex und Tabletten

Angefangen hatte alles im Juli 2010. Damit, dass er eine SMS von einer Frau bekam, die ihm nach eigenen Aussagen auch selbst gefiel. Sie lud ihn ein, zu ihr zu kommen. An sich eigentlich nichts Verwerfliches. Doch die Frau, eine 43-jährige Staatsanwältin, mit der der Gerichtspsychiater auch beruflich schon zu tun gehabt hatte, wollte anscheinend mehr als „nur“ Sex. Sie wollte Tabletten.

Die psychisch angeschlagene Juristin war bereits wegen einer Abhängigkeit von Beruhigungsmitteln behandelt worden. Weil ihr behandelnder Mediziner ihr keine Rezepte mehr verschrieb, wollte sie nun welche von Thomas S. (59) haben. Als Entlohnung trafen sich die beiden und die Juristin beglückte den Psychiater mit ihren Domina-Diensten. Die Treffen fanden wahlweise in der Münchner Wohnung der Frau oder im Ferienhaus des Arztes am Gardasee statt. Im Dezember 2010 war die Juristin dann wegen übermäßigen Suchtmittel-Konsums zusammengebrochen.

Patientin oder Partnerin?

Der Mediziner aus Tegernsee sieht sich nun mit schweren Missbrauchs-Vorwürfen in seiner Funktion als Arzt konfrontiert. Laut Anklage geht es um sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses. Der mutmaßliche Täter bestreitet die Vorwürfe. Er habe das erste Rezept erst ausgestellt, nachdem die Frau seine Partnerin geworden war, so Thomas S. Angeblich hätten sie auch Freizeit gemeinsam verbracht und sogar über Kinderwünsche gesprochen.

Während der Jurist davon ausgegangen war, dass das Verfahren eingestellt wird, sieht er sich nun auf der Anklagebank sitzen. Thomas S. möchte die Angelegenheit in aller Öffentlichkeit darlegen. Der Prozess dauert an.

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