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„Bayernkamele“: Grubs exotischste Bewohner

Per Wüstenschiff durch das Mangfalltal

Von Cornelia Schramm

Kamelreiten. Im Urlaub in Asien, Afrika oder Südamerika kein Problem, aber doch nicht im Bayerischen Oberland? Konstantin und Bianca Klages machen es möglich. Ihre Wüstenschiffe schaukeln durch das Mangfalltal. Nicht nur für Kinder ist der Ritt etwas ganz Besonderes.

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Sein Vater war ein „wilder Typ“, sagt Konstantin Klages. Nach dem Zirkusbesuch konnte er seinem Sohn einen Wunsch nicht abschlagen – und nahm kurzerhand gleich drei Kamele mit nach Hause. So brachte Konstantin Klages‘ Vater die exotischen Wüstenschiffe in das Mangfalltal.

Ein paar Jahre später setzte sich der mittlerweile jugendliche Konstantin kurzerhand auf eines der Tiere und legte so den Grundstein für sein heutiges „Kamelgut Breitmoos“ in Grub, das inzwischen stolze 17 Kamele zählt. „Auf gut 30 wollen wir noch aufstocken“, erklärt seine Frau Bianca den Plan.

So mancher Wanderer oder Fahrradfahrer staunt schon jetzt nicht schlecht, wenn Konstantin und Bianca mit ihrer Karawane durch das Mangfalltal ziehen. Ein paar Lamas und Esel sind meist auch mit dabei. Und was als „Gaudi“ begann, ist mittlerweile zum kleinen Unternehmen geworden: geführte Kameltouren macht das Paar für jedermann möglich. Nicht nur für Kindergruppen ist der eineinhalbstündige Ausritt ein echtes Erlebnis – ihre älteste Reiterin war weit über 90.

Ritt mit dem „verschmusten“ Riesen

Füttern, striegeln, satteln, aufsitzen: dann beginnt der Ritt hoch zu „Trampeltier“. „Es ist ganz schön komisch“, gibt die elfjährige Julia zu, „weil es so hin und her schaukelt“. Dabei liegt, wie sie erfährt, die Schaukelei am Passgang der Tiere, was ihnen auch den Namen „Wüstenschiff“ eingebracht hat.

Unter allen Kamelarten, hat nur das „Trampeltier“ – auf Gut Breitmoos heißen sie unter anderem ganz stilecht Shakir, Karim oder Suleika – zwei Höcker vorzuweisen. „Das einhöckrige Kamel nennt sich hingegen Dromedar“, erklärt Konstantin seinen kleinen Gästen während dem Ausritt. Auch, dass die Höcker – ähnlich unserem „Bierbauch“ – die Fettspeicher der sanften Trampeltiere sind, lernen die Kinder.

Kameltreiber Konstantin Klages zieht mit seiner Karawane durch das Mangfalltal.
Kameltreiber Konstantin Klages zieht mit seiner Karawane durch das Mangfalltal.

Dass die Nachwuchs-Beduinen, fernab des Computers, auf seinen Touren Natur und Tiere kennenlernen, ist Konstantin besonders wichtig. Der 29-Jährige und seine Frau haben sich zu Beginn ihres Unterfangens vom Landratsamt Miesbach allerhand Sachfragen zu Kamelen und zum Umgang mit ihnen gefallen lassen müssen. „Seitdem steht auf Konstantins Visitenkarte sogar: „staatlich geprüfter Kameltreiber“, schmunzelt Bianca.

Ihre Kamele beziehen die beiden meist aus dem Zirkus, zweidrittel ihrer Tiere sind jedoch schon auf Gut Breitmoos zur Welt gekommen. Kommendes Frühjahr erwarten drei ihrer Stuten wieder Fohlen. Der Gruber Kamelbestand ist also weiterhin gesichert. „Gut so“, finden viele Gruber nach anfänglichem Stirnrunzeln, „dann ist hier immerhin ein bisschen was los!“

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