Waakirchen: Erste Zugleistungsprüfung nach 15 Jahren

Powerpakete in drei Klassen

“Die Weiber sind zäher, dafür können die Männer mehr ziehen, des is’ fast wia bei de Leut”, erzählt Josef Quercher, 1. Vorsitzender der Pferdefreunde Waakirchen. Mit Freude erinnert er sich an die vergangene Zugleistungsprüfung vor 15 Jahren.

Und nun ist es wieder soweit. Am kommenden Donnerstag, den 9. Mai gehen, so Quercher, 47 Einzelfahrer sowie 20 Gespanne in Kammerloh an den Start. Kurzentschlossene könnten noch teilnehmen.

Gezogen wird das eigene Gewicht minus
Gezogen wird das eigene Gewicht plus x Kilo

Um 10:30 Uhr soll es losgehen auf der sogenannten „Gast-Wiese“ in Waakirchen – direkt am Kreisverkehr an der Kammerloher Kreuzung. Angemeldet haben sich hauptsächlich Besitzer von Süddeutschem Kaltblut und Percheron. Die Teilnehmer kommen bis vom Bodensee, aus dem Bayerischen Wald sowie aus dem Altmühltal. Und auch ein paar Österreicher haben sich mit ihren Loreggern angemeldet.

„Neben Kaltblütern kommen auch Haflinger“, erzählt Quercher. Der Landwirt hat selbst vier Pferde in seinem Stall in Bernloh stehen – drei Kaltblut und einen Haflinger. Selbst teilnehmen wird er nicht bei der Prüfung. Er hat genug zu tun mit der Organisation der Veranstaltung, wie er sagt.

Tonnenweise Power – drei Gewichtsklassen

Zuerst wird jedes Pferd gewogen. Ähnlich wie wir Menschen auch, steigt es dazu auf eine Art Platte, die das Gewicht des Tieres ermittelt. Zwischen 600 und 1.100 Kilogramm kann ein ordentliches Kaltblut auf die Waage bringen – Stuten eher weniger, Hengste eher mehr.

Nach dem Wiegen bekommt jedes Pferd eine Startnummer und darf zu den Probezügen. „Gezogen wird in drei Gewichtsklassen“, weiß der Organisator: „bis 700 Kilo, bis 800 Kilo und darüber“. Ob Frauen oder Männer die Pferde anleiten, das ist egal, Hauptsache es wird nur durch Zurufe angetrieben – Peitschen sind nicht erlaubt. Jugendliche Fahrer unter 25 Jahren werden extra bewertet.

Eigengewicht plus x Kilo

Ab 12 Uhr beginnt die eigentliche Prüfung. Das leichteste Pferd seiner Klasse darf beginnen. Gezogen wird jeweils in zwei Bahnen und nach dem K.O.-Prinzip. „Los geht’s mit dem Eigengewicht plus 100 Kilo“, erklärt Quercher. Die Gewichte werden in Form von 50-Kilo-Säcken auf dem Schlitten, den das Pferd zieht, aufgelegt. 40 Meter Strecke gilt es, in der Zeit von zwei Minuten zu überwinden. Schafft man das, so ist man eine Runde weiter. Klappt es nicht, so ist man draußen.

Die Zugleistungsprüfung verdeutlicht, welchen Zug die kraftstrotzenden, schweren Tiere drauf haben. Gutmütig, zugstark, robust, langlebig: heute werden sie hauptsächlich für Kutsch- oder Schlittenfahrten eingesetzt, aber auch Pferde kommen an den Start, die noch “richtig im Wald arbeiten”. Früher waren gerade Kaltblüter und Haflinger aus der Land- und Forstwirtschaft nicht wegzudenken.

Nachmeldungen noch möglich

Gerade als sogenanntes „Rückepferd“ – also zum Verbringen von gefällten und entasteten Baumstämmen zum nächsten Waldweg – wurden sie gern eingesetzt. Nach weitgehender Verdrängung seit den 1960er Jahren durch den Einsatz landwirtschaftlicher Schlepper zum Holzrücken wird der Einsatz von Rückepferden hauptsächlich in der naturnahen Forstwirtschaft wieder zunehmend propagiert.

Zuschauer dürfen sich auf einen spannenden Wettbewerb mit Blasmusik und Bewirtung freuen. Spontane Interessenten melden sich an bei Josef Quercher unter Telefon 0173-9486121 oder Josef Mehringer unter 0151-25935459

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