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Florian Oberlechner teilt bei Gmunder Starkbieranstich aus

Predigt ohne Vorschlaghammer

Von Nicole Posztos

In der Fastenzeit wird derbleckt. Am Freitag waren heuer zum ersten Mal die Größen vom Tegernsee an der Reihe. Hier die besten Sprüche aus Florian Oberlechners Rede in Gmund – zwischen Verkehr, Zugereisten und den politischen Kuriositäten im Tal-Kosmos.

Florian Oberlechner bei seiner Rede am Freitag.

Die Kunst des gekonnten Humors hat Florian Oberlechner seit seiner Kindheit drauf. Er weiß auch, dass er sich auf einem schmalen Grat bewegt – immer zwischen Provokation und “political correctnes”. Die Themen anzusprechen ohne eine absolute Abrechnung mit der Politik, darauf komme es an, sagte Oberlechner einmal vor Jahren gegenüber der Tegernseer Stimme.

Am Freitag machte Oberlechner in Gmund den Anfang in die diesjährige Starkbierzeit im Tegernseer Tal. Hier die besten Zitate aus seiner Rede.

Zum Einstieg:

Naa, liabe Gmunder, ja sog’ts amoi, geht’s no??! So mitten in der Starkbierzeit eine soichane Wahlentscheidung? Und dann no vier, na schmarrn, drei Kandidaten? Im Tegernsääa Doi gibt’s immer nur einen Kandiaten, und in Außnahmefällen oan, der wo uns nur platonisch den Eindruck einer Demokratie vorgaukeln soi… Aber glei drei…

Ganz Bayern befindet sich im Schoße der Demokratie. Ganz Bayern?? — NEIN — Ein von einem unbeugsamen Gemeinderat und Bürgermeister regiertes Dorf hört nicht auf, der Demonkratie und Transparenz Widerstand zu leisten. Und das Leben is nicht leicht, für die Bürger des Dorfes und der umliegenden Stammessiedlungen, die um dieses Dorf angesiedelt sind. Köckorium; Hangadinum; Bierschneideria und ja jetzt — ach so — des wiss ma hoid no ned…

Laut einer anonymen Studie für Kraftfahrzeugsstreuung herrscht im Tegernseer Tal die geringste Dichte von Opel Corsa und Ford Fiesta. Des is fia so a Cayenne – Q7 und X6 Fahrer scho wichtig- weil de kloana Krattal, de sichst du von dene riesen Karrn überhaupt ned, und de maachan so unschöne Kratzer am Unterboden und de Türschweller. Und wenn dann diese Asphalt-Yachten so um den Sää rumstängan, dann merkt ma auch nicht, dass de mid dene Autos gar nicht fahren können.

Waakirchen:

Ganz Waakirchen is jetzt wieder geteilt. Ned aber, ob links oder rechts von da Straß, sondern ob über oder unter der Erde. 3.500 Unterschriften ham’s g’sammelt. (übrigens 25.000 Prozent mehra wia in Gmund an Herrn Dr. Horst zum Bürgermoaßta ham woidden.) Da Hartl Sepp plädiert für eine schnelle Lösung, aber am liabsten eine unterirdische Lösung. Weil er dann auf seine Fahrten durch das Umland glei schaun konn, wia lang seine Radi scho san…

Pro Durchfahrt durch Waakirchen soin de Autofahrer 15 Euro zoin. Wos moanßt Du, wia schnäi sich de Autofahrer säiba a Umgehung suachan? Und ois um sonst… Dann kennt’s auf da Straße Schuhaplattln und Bobbycar Rennats maacha und jeden Dog feiern… Oder no bessa, ein Veranstaltungszentrum auf d’Straß baun, an g’scheiden Soi zum Heiratn oder Versammlunga maacha…

Bad Wiessee:

Bad Wiessää is ja für einen Starkbierredner ein El Dorado vor dem Herrn, eine Themenoase im sonst so lapidaren Kosmos der Komunalpolitik Wiessää kunnt moi geschlossen beim Perfekten Dinner im Fernseh’n midmaacha, weil do kocht jeder sei eigens Supperl.

Der arme Lederer Peppi – ned amoi da Hitler und de Fledermäus ham eham g’hoiffen. Do hod frihara da Ernst Röhm de junga Leder g’maust, und zum Schluss nur no da Lederer mid de Fledermäus g’haust.

Genau wia des mim Haslberger seine Projekte. Der kafft ja in Wiessää ois auf wos ma zuamaacha ko. Wenn i da Höß Bäda waar, hätt i Angst wenn i zwoa Wochan in Urlaub fahr, dass am Haslberga dann aa no as Rathaus no g’hört. De Niederstub’n hod er scho, de Söllbachklaus’n, und natürlich an Bauern in da Au. Aber der hockt des aus,bis er kriagt wos er mächt.

Des hood hoid Tradition bei unseren Freunden vom Westufer. De schaffen meistens erst Fakten, um sie dann in unzähligen Sitzungen und Klausuren in Stücke zu reißen. Da Alfred Tetzlaff daad sog’n: Des hoaßt jetzt ned, dass der Wiessääer grundsätzlich Dumm is, er hod nur unheimlich vui Pech beim nochdenka.

Da Koko,- da Kohler Korbinian – Ja des is der mit dem subentionsbedürftigen Luxus-Spa-Hotel in Weissach, ja der hod jetzt nach dem Ankauf und der Entkernung vom oiden Wiessääer Hof angekündigt, der Schuppen soi künftig „Bussi-Baby“ hoaßen. Je noch Tätowierung kriagst do na a Doppelzimma oder Matratzenlager. Die Frage, ob der vor Köhlers geistigem Augen stehende Gast sich dann sei Bussi-Baby säiba midnehma muaß, oder ob des im Matratzenpreis inbegriffen is, diese Frage stellt sich momentan des ganze Doi.

Rottach-Egern:

Mit einer Veränderungssperre woin de Rottacher Räte dem oan oder andern Maximalbau de Stirn zoag’n. Do war i ois Kreidda und großer Fan von Gmund a bissal überrascht. Veränderungssperre hob i jahrelang g’moant, gibt’s ausschließlich und nur für Bürgermoaßta-Posten.

Und wos no kimmt, des ham zwoa Weise in Rottach gmerkt. Da Bogner Jo und sei Bua, da Seppi – von mir hochgeschätzte Wirtsleid und Männer mit Verstand. De ham des bemerkt, dass durch de Preissteigerung im Doi ja aa da Bodenrichtwert für in gewisse Gegenden im Doi steigt. Wenn‘st oiso dann wirklich moi von deine Eltern a Häusl erbst, des wo de durch ihren Schweiß durch Entbehrungen baut und obzoid ham, dann konnst as beim Bescheid für d’Erbschaftssteia glei vakaff’n, weil deine Barmittel ja ned auf’n Konto, sondern in da Straß drin lieg’n.

Kreuth:

Do hint is scho wos los… Und heid scho werd an de Stammtisch – de wo leida immer dünner werden – do werd ganz hitzig diskutiert, wer denn in 25 Jahr am Bierschneider Sepp auf den Bürgermeisterstuhl foig’n soi. Drum leistet sich da Bürgermoaßta aa den beachtenswerten Luxus, dass er jedem Neigebohrenen Keidda de Bürgermedalie persönlich dahoam vorbeibringt. Weil er do gleich schaun ko, ob des vielleicht a potentioneller Kandidat für sei Nachfolge waar.

Wos no scheen’s und neis ham in Kreidd,- des is des Zoin von de Parkgebühren per Händy. Ja vogelwuid. Do konnst mit deim Smartphone de Parkgebühr an dem Automaten zoin und der ruaft di dann oo, wenn de Parkzeit obglaff’n is – oda ned???? Muaßt hoid de Vorlaufzeit eigeb’n, wos bist!!!! Drei Stund is aktuell beim Kaiserhaus… Und dass die do dawischen…do rüstens grood auf…Drum werd ja aa des Handynetz in de Berg verstärkt ausbaut…

Tegernsee:

An da Peronstraß Richtung Schwoaghof. Do reißens scho Jahre ummanand. Fia de Auswärigen, des is zwischen Lidl und Edeka… Do wennst vorbeifahrst denkst da, des is irgendwia wia bei am Büro von am Beamten. Do dann’s wos, – ma woaß aber ned wirklich wos. Z’erscht soiad ja do dieses A-ja Hotel hi, aus dem dann doch des Na-Na worden is…

Jetzt werd’s irgendwos mit so Sanatorium, und mit Frischzellentherapie. Jawoi, dass de Methusalems, de wo jetzt scho um den Sää rumfahr’n, aa no 30 weitere Jahre rumgurken und in de Schaufenster fahr’n kenna.

Wer sich ja in Dägansää – mit Ausnahme am Guggemoos – in gewaltige Baumaßnahmen stürzt, is as Hause Wittelsbach. Anders wia ein bereits versorbener Vorfahre zoin de anscheinend ihre Handwerker,weils goor so brummt. Des Brauhaus vahuift ja dem Schloss fast scho zur alten Größe. Wenn ma do moi 14 Dog in Urlaub is, stäht scho wieda a neia Block do. In da säiben Zeit san aber am Guggemoos fünf Schubkarrn Putz obagfoin. Stäid’s amoi a paar Tragl Bier an’s Guggemoos, dann klappts auch mid den Maurers.

Obwoi, fia s’Guggemoos hätt i do no a Idee. Vermieten für Asylsuchende. Do zoid da Staat jedes Monat 10.000 Euro und as Renoviern werdn vielleicht aa no zoid. Wohna duad do aber no lang koan drin…

Gmund:

Inzwischen is der Radlweg bei Insider scho eine begehrte Changeabel-Underground Bike-Trail-Cross-Aria worden. Asphalt, Groos, Baatz, Bahngleiser…Wo gibt’s denn des sonst no??? De Fertigstellung von dem Radlweg werd de Aufgabe vom Schorsch seim Nachfolger.

Drei Bürgermoaßta – Kandidaten??? Demokratie is scho recht, aber glei so vui??? Nächtelange Diskussionen zwischen Ehepaaren, de Eltern mid de erwachsenen Kinder,de Arbeitskollegen, de Nachbarn… Es hoaßt nur no. Wer werd’s wern? So einfach war des de letzten Jahr immer,ma hod einfach g’wäid und sich dann sechs Jahr drüber aufgregt. Ja des is fast wia in Kreidd. Da Wähler hod auf an Zettl einfach a Kreizl hig’macht, und de Wahlhelfer ham dann Preysing dahinter hi’gschrieb’n.

Lustig warn ja de Podiumsdiskussionen, do wo sich de drei Kandidaten gegenseitig,ja ned amoi mid Wattebällchen beworfen haben. Des größte Aufregung in dene Abende warn ja ned de Kandidaten, sondern de Aufmachung dieser beiden Podiumsdisskussionen. Dass leider mehra da Merkur und de Tegernseer Stimme do konkurriert hab’n, und ned de Bürgermoaßta-Kandidaten.

Ich auf alle Fälle sich eham scho vor meinem geistigen Auge den neia Bürgermoaßta. Er geht auf Woidfesta, Arbat wia a Viech,plogt sich beim Sport. Des Buiddel is no a bissal vaschwomma, aber i bin ma fast sicher, dass er nächstes Jahr am Freitag vom Starkbierfest do an diesem Tisch sitzt.

Zum Abschluss:

Jetzt wünsch i ma einfach nur oan’s:

Dass de Gmunder mid ehanm neia Bürgermoaßta glücklich werden,- und der dann mid mir aa.

Dass de Einheimischen nicht aussterben, sondern weidahin sauba vermehren,und trotzdem aa an Wohnraum ham.

Dass auf Trachten- und Sport- und sonstige Vereine, wia aa Bergwacht und Rot’s Kreiz, Wasserwacht u.s.w. immer g’schaut wird, weil de sich in Ihra Freizeit aa extrem um de jungen Talbürger kümmern.

Dass aa weidahin oa gibt, de wo sich aa fia de Kommunalpolitik kümmern und Entscheidungen treffen.

Daß sich oanzelne Personen, ob Doiige oder Zuagroßte nicht zu wichtig nehman. Auf alle Fälle moi ned wichtiger, wia’s wirklich san.


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