Nachbarn in Bad Wiessee feiern Fest für ukrainische Frauen und Kinder
“Putin ist ein Grattler”

von Redaktion

In Abwinkl wurde am Samstag ein Fest für neue und alte Nachbarn gefeiert. Ziel war es, die Frauen und Kinder aus der Ukraine willkommen zu heißen. Für Aufsehen sorgt jetzt ein Plakat auf Social Media.

Ein Fest für neue und alte Nachbarn in Abwinkl / Quelle: Werner Bittner

Im Abwinkler Hof in Bad Wiessee sind 19 Frauen und 18 Kinder untergekommen. Sie alle sind vor dem Krieg in ihrem Heimatland der Ukraine geflohen. Nebenan wohnen Werner Bittner und seine Frau Patricia Zimmermann. Als sie die Kinder im Nachbargrundstück spielen hörte, sagte Zimmermann:

Wir sollten den armen Kindern und Müttern ein Gefühl von Nachbarschaft geben. Sie sollten sich hier nicht als Flüchtlinge fühlen, sondern als Nachbarn von uns. Sie sollten spüren, dass sie hier willkommen sind.

Damit war eine Idee geboren. Auch die anderen Nachbarn aus dem Sapplweg waren begeistert und Unterstützung gab es außerdem von der Feuerwehr, der Metzgerei Holnburger, der Gastronomie Blümer und dem Bäcker Hauser. Am Samstag Nachmittag wurde dann bei sonnigem Wetter ein großes Ukrainisch-Bayerisches-Nachbarschaftsfest gefeiert. Vom Grill gab es Würstl und Grillfleisch. Viele Mütter hatten Salate und Kuchen mitgebracht.

„Es war ein wunderschönes Miteinander“, sagt Werner Bittner. Auch Bürgermeister Robert Kühn ließ es sich nicht nehmen beim Fest vorbeizuschauen und wurde direkt zum Selfie-Star. Wie Bittner erzählt, wollten viele Frauen ein Foto zusammen mit ihrem neuen Bürgermeister. Auf Instagram verbreitet sich außerdem ein Foto von Robert Kühn und dem Nachbarn Hartl Fischbacher.

Die Beiden stehen vor einem Plakat auf dem steht: „Putin ist ein Grattler.“ Unter dem Bild erklärt Kühn auf Instagram: „Grattler, bairisch: Person, welche gegenüber Mitmenschen asoziales und ehrloses Verhalten an den Tag legt.“ Ein klares Statement, das die Nachbarn hier abgeben.

Im Vordergrund sollte aber weniger das Politische stehen als vielmehr das Miteinander. Nachbarin Anna Porer, fasste den Nachmittag mit diesen Worten zusammen:

Wir wollten den Müttern und Kindern aus der Ukraine, die sonst nur um ihre Männer und Väter bangen, für ein paar Stunden entführen in eine liebevolle Welt. Und wir wollten ihnen demonstrieren, dass sie Nachbarn haben, die für sie da sind. Auf die sie zählen können. Die ihnen Schutz bieten.


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