"Haus Ursula" muss weg
Wiesseer Raiffeisenbank zieht um

von Nina Häußinger

Das Haus Ursula in Wiessee kommt weg – das steht schon länger fest. Was jedoch mit den ansässigen Geschäften und Restaurantbetreibern passiert, ist noch immer unklar. Jetzt hat die Raiffeisenbank neue Räume in Bad Wiessee gefunden. Eine vollwertige Filiale wird es aber nicht mehr sein.

Die Raiffeisenbank wird im April vom Haus Ursula auf die andere Straßenseite neben den Goldschmied ziehen

Seit Oktober letzten Jahres steht fest: Das Haus Ursula am Wiesseer Lindenplatz wird abgerissen. Die Hiobsbotschaft kam vor allem für die ansässigen Geschäftsinhaber überraschend. Betroffen sind neben der Raiffeisenbank der Modeladen GP-Fashion, das Heimatschön, der Döner, der Sport Estner und das Traditionsrestaurant Mundschenk.

Anzeige | Hier können Sie werben

Die Münchner Baufirma Bavaria Wohnbau GmbH hat das Gebäude im letzten Jahr erworben. Schon Ende März sollte das Haus abgerissen und durch ein dreistöckiges Mietshaus mit Tiefgarage ersetzt werden. Im Dezember debattierte der Gemeinderat über den eingereichten Bauantrag. Die Meinung war einstimmig: zwar ist die Art der Nutzung so im Bebauungsplan festgehalten und damit genehmigungswürdig, einem derart massiven Bauvorhaben, das sich nicht in den Ort einfüge, werde man aber nicht zustimmen. Der Antrag wurde abgelehnt. Betont wurde aber auch, dass der Wille da sei etwas Neues zu gestalten.

Neue Räume für Raiffeisenbank gefunden

Damit ist derzeit unklar, wie schnell die Baufirma ihr Vorhaben durchdrücken kann – den Geschäftsinhabern in der Münchner Straße liegen die Kündigungen aber schon lange vor. So hat der Döner-Grill schon eine neue Bleibe gefunden. Ende März wird er in die Räume des „Dailey-Coffe“, nur einige Meter entfernt, umziehen. Damit vergrößert sich der beliebte Schnellimbiss enorm. Auch Ulrike Höfle vom Laden „Heimatschön“ hat neue Räume gefunden. Sie wird mit ihrem Geschäft nach Rottach-Egern gehen.

Vor allem für Kunden der Raiffeisenbank war die Zukunft der Wiesseer Filiale entscheidend. Wie Mirko Gmeineder, Geschäftsführer der Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee, jetzt bestätigt, sind auch hier neue Räumlichkeiten gefunden.

Wir haben uns schnell auf die Suche gemacht und jetzt etwas gefunden.

Die Bank wird künftig in der Münchnerstraße 14 neben der „Goldschmiede“ zu finden sein. Vor kurzem hat hier ein Socken- und Unterwäschegeschäft geschlossen. Da die Räume dort erheblich kleiner sind als die Bisherigen, werde es aber keine vollwertige Filiale mehr geben, gibt Gmeineder zu.

So werden künftig weiterhin alle Geräte die für Ein- und Auszahlungen, Überweisungen oder Geldwechsel nötig sind, zur Verfügung stehen. Auch ein Serviceterminal ist angedacht. Dabei sei man aber aktuell noch in der Planung. Dann soll, wenn möglich, immer Vormittag eine Kollegin in der Bank für persönliche Fragen zur Verfügung stehen. Auch ein Beratungszimmer soll es geben. Gespräche seien dann nach Terminvereinbarung möglich.

Grundversorgung ist sichergestellt

„Wegfallen werden beispielsweise die Schließfächer“, erklärt Gmeineder. Das gebe die Fläche einfach nicht mehr her. Da müsse dann auch die Filialen in Rottach-Egern und Gmund zurückgegriffen werden. Wichtig sei aber gewesen, dass man die Grundversorgung sicherstellt.

Und auch die Mitarbeiter können aufatmen. „Die Filiale in Bad Wiessee ist nur mir zwei Personen besetzt. Die bringen wir problemlos unter“, so der Geschäftsführer. Eine Kollegin sei zeitweise sowieso für die Filiale in Wiessee vorgesehen. Die Zweite werden in Gmund oder Rottach eingesetzt. Für den Umzug sei aktuell die erste Aprilwoche angedacht. Das Zeitfenster ist knapp, aber Gmeineder ist guter Dinge.


Diskutieren Sie mit uns
Melden Sie sich an und teilen Sie
Ihre Meinung.
Wählen Sie dazu unten den Button
„Kommentare anzeigen“ aus