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Mordsworte von Jörg Steinleitner

“Räuberdatschi” beim Rottacher Rosstag

Von Rose Beyer

„Wir kämpfen für ‘ne gute Sache.“ Jorina und Rififi, zwei junge, gutaussehende Bankräuber, haben sich mit etlichen Geiseln in der Gmunder Bank verschanzt. „Darf man für eine gute Sache jemandem derart auf den Kopf hauen, dass er ohnmächtig wird? Darf man für eine gute Sache jemanden umbringen?“

Und was verbirgt sich nun hinter dem Codewort „Räuberdatschi“, das in der im Tegernseer Tal verwurzelten Bankraubgeschichte von Jörg Steinleitner eine zentrale Rolle spielt?

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Jörg Steinleitner: Jahrgang 1971. Vier seiner Bücher: Der Fall Augustin, Tegernseer Seilschaften, Aufgedirndlt, Räuberdatschi.

„Kann ein Banküberfall überhaupt politisch korrekt sein?“ Irene Heigelmoser fragt es – vor Empörung zitternd. Die Putzfrau hat eine Riesenwut. Denn akkurat am Rosstag-Sonntag wurde sie für den Reinigungsdienst in der Bank eingeteilt. Als sie schon kurze Zeit später neben dem Filialleiter gefesselt und geknebelt unter dessen Schreibtisch liegt, schlägt die Stunde von Bayerns heißester Polizistin – Anne Loop.

2010 tritt die gutaussehende Kommissarin in Steinleitners erstem Krimi „Tegernseer Seilschaften“ zum ersten Mal in Aktion. Anfang 2012 folgte der zweite: „Aufgedirndlt“. Jetzt veröffentlichte der Autor Anne Loops dritten Fall: „Räuberdatschi“. Kriminalgeschichten mit Lokalkolorit liegen im Trend. Dort, wo sie spielen, verkaufen sie sich am besten.

Ein großer Verlag und eine Menge Glück

Den Autor freut’s. „Endlich kann ich das tun, was ich schon immer wollte.“ Steinleitner, der Jura, Geschichte und Germanistik studiert hat, brennt fürs Schreiben. Inzwischen kann seine fünfköpfige Familie davon gut leben. Ermöglicht durch den glücklichen Umstand, in einem großen Verlag untergekommen zu sein.

Bis vor zwei Jahren hatte der Autor noch eine Münchner Anwaltskanzlei geführt. Seit „Aufgedirndlt“ hat er seinen Fokus ganz aufs Schreiben verlagert. Etliche Bücher sind bereits erschienen. Seit „Tegernseer Seilschaften“ macht sich Steinleitner einen Namen als Krimiguru.

Steinleitner, dessen Familie vom Tegernsee stammt, widmet seine Bücher mit der Besetzung seiner Hauptdarstellerin, der Kommissarin Loop, allen alleinerziehenden Müttern. „Ich liebe die Frauen“, gibt der Anfang-Vierziger zu. Er arbeite lieber mit Frauen, weil sie einfach elegantere Wege hätten, bestimmte Situationen zu lösen, argumentiert er. Und vor Alleinerziehenden habe er allerhöchsten Respekt. Kinder zu erziehen und zusätzlich zu arbeiten, das sei schon als Paar anstrengend genug.

Ein überdrehtes Buch – wahnsinnig wie urkomisch

Der gebürtige Allgäuer erklärt sich den Erfolg seines Buches auch durch die atmosphärischen Ortsschilderungen in seinem Werk, mit denen sich die Leser identifizieren könnten. Zusatznutzen für den Autor: Man müsse nicht lange Örtlichkeiten recherchieren, denn die habe er seit frühester Kindheit und bei zahlreichen Besuchen verinnerlicht.

rosstag rottach

„Räuberdatschi“ ist kein bluttriefendes Szenario mit brutalen Gewaltverbrechen, sondern eher ein leichtes Buch. Ein Gesellschaftsporträt, das man so nebenbei lesen kann. Eines, in dem der Autor die Euro-Krise, „böse“ Banker und Lebensmittelskandale genauso „verwurstet“ wie tief eingeschliffene Bayern-Klischees.

„Deshalb steuerte der Inspektionschef sein Polizeifahrzeug auch schnurstracks von der Dienststelle zum Tatort; lediglich an der Metzgerei hält er kurz an, um sich eine Leberkassemmel und ein Konterbier zu besorgen.

Vielleicht will dieses Buch gar kein Krimi sein?

Steinleitners sanfte, kastanienbraune Augen bestätigen den Verdacht. Nette Geschichten zu erzählen, darum gehe es ihm vorrangig. Weil er „einfach nicht glauben könne, dass Menschen so schreckliche Sachen machen“, darum habe er sich bereits als Anwalt nicht fürs Strafrecht entschieden.

Zugute gekommen scheint ihm seine berufliche Erfahrung in jedem Fall. Könnte man sonst den Alltag auf dem Polizeirevier so blühend beschreiben? Auf die vielen kleinen Beobachtungen über den Polizeialltag, das Alpenland und seine Ureinwohner kommt es dem Autor an. Geschickt webt er sie mit in seine Geschichte ein.

Geschichten und Personen sind frei erfunden

Besonders die Recherchen zu seinen Büchern scheinen dem extrovertierten Schreiber zu gefallen. Die Menschen, die man dabei kennenlernt, haben es ihm angetan. Und da entstehen schon mal gute Bekanntschaften mit den „echten Kommissaren“ vom Tegernsee.

Offenbar ist es die Neugierde auf eine ganz konkrete Wirklichkeit, die Steinleitner zum Schreiben zwingt. Trotzdem sind alle Geschichten und darin vorkommenden Personen erfunden. Um genügend Lesestoff müssen sich Steinleitner-Fans also keine Sorgen machen. Und weil viele sich mit einem bloßen Buch nicht zufriedengeben wollen, bietet Steinleitner seinen „Räuberdatschi“ auch als Hörbuch an. Während das Buch wirklich urkomisch zu lesen ist, überzeugt die gesprochene Variante eher weniger. Zwar hat es der Autor mit viel Herzblut gesprochen. Jedoch fehlt dem Hörbuch deutlich ein bisschen mehr bayerischer Slang.

Und was verbirgt sich nun hinter dem Codewort „Räuberdatschi“, das in der Bankraubgeschichte eine zentrale Rolle spielt? Verraten wollen wir es an dieser Stelle nicht. Wer es wissen möchte, müsste sich schon selbst in die Lektüre vertiefen. Bis dahin wünschen wir frohe Ostern und viel Spaß beim Ansehen und Anhören des Trailers zu „Räuberdatschi“:

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