Regionalfaktoren fallen weg – warum werden aber die Tickets der BOB nicht günstiger?

Von Redaktion

Die Preise der BOB bleiben auf dem gleichen Niveau.

Die Regionalfaktoren sind zurzeit noch ein Bestandteil des Preissystems der Bahn und werden auf bestimmten regionalen Strecken ausschließlich für den Schienenpersonennahverkehr erhoben. Die Höhe der 40 verschiedenen Regionalfaktoren schwankt derzeit zwischen 1,0 und 1,91 und verteuert insbesondere den Verkehr in ländlichen Bereichen um den jeweiligen Faktor.

Jetzt hat die Bundesnetzagentur diese Faktoren für unzulässig erklärt und sich mit der Bahn auf eine Abschaffung bis zum 11. Dezember 2011 geeinigt. Der Vertrag sieht als als ersten Schritt eine Absenkung von Regionalfaktoren in mehreren Regionalnetzen mit Beginn der kommenden Netzfahrplanperiode im Dezember 2010 vor.

Sind 1.881 Euro für eine Jahreskarte zu viel?

Man könnte jetzt denken, geringere Kosten bei den Regionalen Anbietern wie der Bayerischen Oberlandbahn bedeuten auch niedrigere Beförderungskosten und somit sinkende Ticketpreise für die Strecke Tegernsee – München. Denn wenn man ehrlich ist, sind gerade im Abobereich, sprich für Pendler, die Preise nicht sehr attraktiv. Beispielsweise zahlt man 1.881 Euro für die Jahreskarte von Tegernsee zum Hauptbahnhof nach München. Und je nachdem wo man dann arbeitet, kommen noch einige hundert Euro für die MVV dazu. Bei den Preisen kann man verstehen, dass die meisten nicht „umsteigen“ sondern auf das deutlich flexiblere und sogar günstigere Auto setzen.

Aber aus niedrigeren Ticketpreisen wird leider erstmal nix. Wie uns Frau Griensteidl von der BOB heute am Telefon erzählt hat, sind die Regionalfaktoren für die Bayerische Oberlandbahn nämlich nur sogenannte „Durchlaufende Posten“. Bedeutet die Rechnung kommt von der Bahn, wird von der BOB bezahlt und gleichzeitig wird eine neue Rechnung an die Bayerische Eisenbahngesellschaft gestellt, die diese dann wiederum bezahlt.

Niedrigere oder ganz wegfallende Regionalfaktoren „helfen“ somit nur der Bayerischen Eisenbahngesellschaft. Doch das hat einfach keine Auswirkungen auf die regionalen Beförderungskosten. Und somit auch keinen Einfluss auf die Preise.

Jetzt können wir nur hoffen, dass die BOB das Thema vielleicht noch im Rahmen einer „Charmeoffensive“ aufnimmt. Denn die Ausschreibung für die Neuvergabe der Strecken im Oberland läuft. Und die Bahn hatte ja angekündigt, dass sie die regionale Beförderung gerne wieder selber durchführen möchte.


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